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40 Jahre: TRINITY = STUDIO 54 – STUDIO 54 = TRINITY

40 Jahre TRINITY, Trillerpfeifen, Schneewalzer, Funky Dance Hits der 70-er und 80-er und aufwendige Sound- und Lichtanlagen und warum Morris Teschke damals als Teenie wie eine Jahreskarte gewann – das Studio 54 Hamburgs öffnete für nur eine Nacht seine Türen am Originalschauplatz, dem jetzigen Delphie Showpalast. 

Konfetti-Schnee rieselt von der Decke, der Sound ist perfekt abgemischt und das Laserlicht kreist weich umher, als wenn sich nie was geändert hätte. Es laufen die alten Hits von Michael Jackson (Don´t Stop ´til You Get Enough, und das sogar in der irren Maxi-Version!), Chic (Le Freak) oder Donna Summer (I Feel Love). Immer wieder und gerade bei diesen Songs schreit die „Szene“-Crowd laut auf.

Die Tickets gingen im Vorfeld weg, wie warme Semmeln bei meinem Bäcker um die Ecke. Denn mein Zuhause ist von hier nur fünf Minuten zu Fuß entfernt. Damals war ich ein einziges Mal, kurz vor der Schließung in der wahrscheinlich berühmtesten Disco der Stadt. Heute Nacht jedoch, da lebten wir alle noch einmal das Gefühl in der Original-Location und eine Zeit, in der Drogen, Sex, Disco-Funk und lange Nächte jedes Wochenende eine Welt erschafften, die es heute nicht mehr gibt.

Mr. Happy Morris Teschke hält stolz seine original Jahres-Clubkarte vom TRINITY von ´81 in der Hand.

Ja, das TRINITY ist in die Jahre gekommen, so auch die Fans darin. Denn was schon um 21:00 Uhr beginnt, läuft nicht mehr bis 5 Uhr morgens. Im Movie „Studio 54„, den ich über alles liebe und der an die Nobel-Disco Hamburgs angelehnt war, gab es die härteste Tür, wurden ja viele verrückte Dinge gemacht und VIP´s von männlichem Topless-Personal bedient. Ganz so crazy ging und geht es dann in Eimsbüttel doch nicht ab. Liebesszenen sind heute sowieso nicht zu entdecken und Frau ist einfach nur brav.

Monika: „So trillerten wir schon damals und heute immer noch in unserem Lieblingsclub“.

Auf der „Galerie„, auf der ich den besten Überblick von oben hatte, ermahnte mich ein weiblicher Groupie, der wahrscheinlich gegen Mitternacht zu viel „Schneewalzer“ getanzt hatte, mit verzerrrt-croatischem Akzent: „Sie dürrrfen garrr nicht hier sein, Sie, mit Ihrrrer Kamerrraa. Verschwinden Sie hierrrr…“! Oh doch, ich durfte. Top-DJ und Mitveranstalter Jens Lissat dazu: „Normalerweise ist das richtig und wir machen das nicht. Aber heute gibt´s eine Ausnahme und an der Tür weisen wir auf den Datenschutz, sowie dem Recht am Bild hin!“
Hier bestimmte Monika mit ihrer Trillerpfeife den Takt und tanzte sich neben mir ihre Seele aus dem Leib: „Sry, das war hier damals so. Ich bin so glücklich, dass die Jungs die alten Zeiten zurückgeholt haben.“

Liebe Küsse an Top-DJ des TRINITY, Jens Lissat.

ICH begleitete den ehemaligen Gastro-Profi Kalle Offermann, der in den 80-ern das altbekannte Madhouse mitbetrieb, über den oft in der Bildzeitung berichtet wurde: „Schon längst vergessene Zeiten kommen so wieder in die Erinnerung zurück…“, meint der gebürtige Kölner zu mir. Nicht zuletzt, weil immer mal wieder Superstar Prince und andere den ganzen Laden für sich sperren ließen, wenn sie während ihrer Europa-Auftritte in der Hansestadt landeten. In das TRINITY, neben dem TraxX DIE In-Disco Hamburgs und der beste New York-Abklatsch Deutschlands des letzten Jahrhunderts, soll sogar mal Grace Jones mit einem weißen Schimmel auf die Bühne geritten sein und Michael Ammer seine Karriere als knallharter Türsteher begonnen haben, nachdem er dann später selbst seine Select-Clubs gründete. Tja, wo war der denn an diesem besonderen Abend…?
Über Facebook antwortet der VIP-Veranstalter: „Ich war da auch eingeladen – aber ich konnte gestern Abend nicht. Habe im Juli ein großes Event (1 Autostunde von HH entfernt) – ist daher sehr aufwendig…“

Auf der 40 Jahre TRINITY-Party: Rechtsanwalt Wolfgang Geerke und Ex-Madhouse-Mitbetreiber Kalle Offermann.

Dafür waren andere da, die 40 Jahre TRINITY mit uns feierten. Zum Beispiel Morris Teschke, der eine ziemlich große und zerkratzte Überraschung in der Hand hielt: „Das ist meine originale rote Club- und Jahreskarte von ´81, die Freien Eintritt beinhaltete. Die gewann ich als 16-jähriger, als ich mit einer Parodie auf Amanda Lear auftrat, die damals einige Disco Hits in den Charts hatte. Außerdem sahnte ich eine Sofortbildkamera und einen riesigen Stoffhasen, einen Meter groß, ab… “
Was für eine coole Geschichte, Morris.

Video: Monika Quednau. Hör-Blick von der TRINITY-„Galerie“. Die Trillerpfeifen waren ein Markenzeichen des Clubs. 

Mein Körper und meine Seele waren voll dabei, als wir nach der unvergessenen Musik aus den Anfangszeiten der Konserve, von der Gallerie aus abzappelten und uns mit Salzstangen bewarfen. Teilweise hatte ich Gänsehaut.
BITTE, macht es hier noch einmal. 

Das nächste TRINITY gibt´s aber irgendwann im November, im Edelfettwerk.