Mireille Mathieu

50 Jahre auf der Bühne – Mireille Mathieu

Mein ganzes, mindestens jedoch mein halbes Leben lang, wurde ich mit der Musik, der heute immer noch sehr schönen Mireille Mathieu bestrahlt. Ob ich es wollte oder nicht, ich konnte nichts dagegen tun, wenn in meinem Umfeld der 70-ger Jahre die alte oder neue Schallplatte der Französin abgespielt wurde. Dazu pfiff meine Ma im Zeitlupentempo und immer völlig falsch mit. Das nervte. Später dann, im Rebellenalter, lehnte ich jede Art dieser Mucke ab, stellte mich quer, solche Konzerte zu besuchen, wenn es überhaupt möglich gewesen wäre.

Auch AMIGA, eine der zwei Plattenherausgeber in der sozialistischen DDR, stand auf die in Avignon geborene und gestattete (uns) es denen, die hinter dem eisernen Vorhang leben mussten, diese Art der Melodien zu hören. Nicht jeder hatte das Privileg aus dem nicht-sozialistischen Ausland in der DDR auftreten zu dürfen. Bei Mathieu war das anders – Sogar schon 1966, ein Jahr vor meiner Geburt, gastierte die Sängerin im Ostberliner Friedrichstadt-Palast. Da sie sich politisch nie negativ über den Kommunismus oder den Ost-Block äußerte, durfte die heute 70-jährige ihre Chanson´s immer mal wieder, auch im mehr oder weniger beliebten „Kessel Buntes“, als Liebling vieler Parteigenossen präsentieren. Ihre zeitlose Musik und diese Unbeschwertheit, mit der sie viele in Verbindung brachten, machte es möglich, wenigstens musikalisch über Grenzen zu hören.

Da erging es z. B. BAP, einer Rockband aus Köln anders. Die wollten bei einem geplanten Auftritt im Palast der Republik schon fast die Mauern einreißen. Das Ende vom Lied: Auftrittsverbot und sofortige Ausreise.

Blumen für Mireille Mathieu: "Auf der Bühne nimmt sie von jedem alle Geschenke an...!"

Blumen für Mireille Mathieu: „Auf der Bühne nimmt sie von jedem alle Geschenke an…!“

In der vergangenen Woche nun, trat Mireille Mathieu zu ihrem 50. Bühnenjubiläum im CCH, Saal 2 in Hamburg auf, welcher nicht ganz ausverkauft gewesen sein dürfte.
Ihre Fans überschütteten die überaus glücklich aussehende Jubilarin mit Blumen und Geschenken, dankten ihr so für die Musik, die sie Jahrzehnte, wie auch Nana Mouskouri, in die Welt getragen hatte. Ihre Herz-Schmerz-Songs gehen noch immer unter die Haut. Das Orchester, welches sie zur Untermalung ihrer Stücke arrangiert hatte, spielte mit sehr viel Gefühl und es machte Spaß den Klängen zu lauschen.

Mir hats gefallen, eine weitere lebende Legende zu sehen. Denn das Ding ist ja immer, wie lange noch? Ich habe daher schon den nächsten im Auge, auf den ich mich sehr freue…
Bis später!