Ai Weiwei (2)

Ai Weiwei´s spannende Premiere von HUMAN FLOW

Für mich ist Ai Weiwei ein Popstar!
1000 Stunden Filmmaterial wurden zu zwei zusammengeschnitten, normal sind 100. In 23 Ländern wurde gedreht, was ist da schon normal. Denn es wird die Flucht von Millionen mit der Kamera verfolgt. 2015 wurde dem Künstler der Pass abgenommen. So fühlte er sich ebenso als Flüchtling. Zudem war der zurzeit in Deutschland und Berlin lebende lange auf der Suche nach sich selbst; aber dann kam die Human-Krise…
Ich bin ebenso ein Refugee gewesen. Darum will keiner den Kommunismus zurück, wer ihn einmal (er)lebte. Deshalb muss ich mich nicht erst umentscheiden, um den Film verstehen zu können. Zwei Jahre lang habe ich mich um die Integration derjenigen gekümmert, die eine neue Heimat suchten.
Gabriel, der als Überraschungsgast aufgetauchte und eine beeindruckende Rede hielt: „Wenn nur einer seine Meinung ändert, dann hat sich HUMAN FLOW schon gelohnt!“, betonte noch einmal klar und deutlich, dass der Neid, der teilweise unter uns weile, deswegen unbegründet sei, weil die Verteilung gerecht stattfinde.
Jetzt ist es unsere Aufgabe, diese Botschaft in die Welt zu tragen, damit so viele Menschen, wie nur möglich, ins Kino gehen und Eintritt zahlen.

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um vor Hunger, Klimawandel und Krieg zu fliehen. HUMAN FLOW ist eine epische filmische Reise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei, in der er dieser gewaltigen Völkerwanderung ein bildgewaltiges und eindrucksvolles Gesicht gibt. Der Dokumentarfilm beleuchtet das erschütternde Ausmaß dieser Bewegung ebenso wie ihre zutiefst persönlichen Auswirkungen auf den Einzelnen.

Ai Weiwei wird im Kino International interviewt.

Ai Weiwei wird im Kino International interviewt.

Im Verlauf eines ereignisreichen Jahres folgt der Film einer Reihe von bewegenden Geschichten von Menschen rund um die Welt durch 23 Länder, u.a. Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Irak, Israel, Italien, Kenia, Mexiko und Türkei. HUMAN FLOW begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit, Schutz und Gerechtigkeit: von überfüllten Camps über lebensgefährliche Meeresüberquerungen zu von Stacheldraht bewehrten Grenzen; von Vertreibung und Desillusionierung zu Mut, Ausdauer und Anpassung; von der quälenden Erinnerung an das zurückgelassene Leben zu unsicheren Zukunftsaussichten. HUMAN FLOW erscheint in einer kritischen Zeit, in der Toleranz, Mitgefühl und Vertrauen mehr denn je gebraucht werden. Der eindringliche Film ist ein Zeugnis für die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und wirft eine der Fragen auf, die prägend für dieses Jahrhundert sein werden: Wird unsere globale Gesellschaft es schaffen, sich von Furcht, Isolation und Eigennutz zu lösen und einen Weg der Offenheit, Freiheit und des Respekts für Menschlichkeit einschlagen?

Gabriel und Ai Weiwei. Ungewöhnlich locker wirkte der Politiker.

Gabriel und Ai Weiwei. Ungewöhnlich locker wirkte der Politiker beim spontanen Talk im Kino International.

HUMAN FLOW – Director’s Statement

„HUMAN FLOW ist eine persönliche Reise, ein Versuch, die Voraussetzungen für Menschlichkeit in unserer Zeit zu verstehen. Der Film beruht auf einem tiefen Glauben an den Wert der Menschenrechte. In diesen Zeiten der Unsicherheit brauchen wir mehr Toleranz, mehr Mitgefühl und mehr Vertrauen untereinander, weil wir alle Menschen sind. Wenn das nicht gelingt, wird die Menschheit mit einer noch viel größeren Krisensituation konfrontiert sein.“