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Aktueller denn je: Wir sind jung. Wir sind stark.

Wir sind jung. Wir sind stark. ist ein politisch-persönliches Zerwürfnis-Drama und ein Heimatfilm, wenn man es genau und wörtlich nehmen möchte. Das Thema ist heute aktueller, denn je, denn Pegida ist das Lichtenhagen der Neuzeit. Und wenn Frau Merkel eindringlich warnt, sich nicht an den Demos der rechts und links gerichteten Protestanten zu beteiligen, vergisst sie einfach nach den Ursachen zu fragen. Denn der Fremdenhass kann nur ein Ventil sein, um den Frust abzulassen. Es ist nicht der Frust gegenüber Ausländern, sondern eher den einer egoistischen Politik. Die Bürger möchten nicht verarscht und nicht alleine gelassen werden.

„Deutschland den Deutschen…, Vaahaterland…!“, singen einige von ihnen. Nein, die Halbstarken wollen keinen Terrorismus im neuen Deutschland und nein, es darf in ihrer Welt keine radikale Islamisierung mit Kopftuch- und Burkapflicht ala Iran oder Syrien und co. geben! Das ist das neue Feindbild, welches sich Stefan, Robbie und Jennie in ihrer hart erkämpften Freiheit geschaffen haben.
Gerade heute, nach dem irren Anschlag auf das religionskritische Satiremagazin „Charlie Hebro“ in Paris, zeigen sie als Demokraten – (K)ein Hitler und auch (k)eine Mauer mit dem „Kommunismus, über den Weg des Sozialismus“, der im Sinne von Gesine Lötzsch verbreitet werden sollte! Das machen die Ost-Kinder besonders mit Gewalt deutlich.
Aber was wollen die Perspektivlosen dann…?

Die Gruppe im Interview mit den Westmedien vor dem belagerten Krawallhaus: Habt ihr irgendwelche Träume? „Früher hatten wir ja nüscht, mussten ´ne Stunde lang nach Erbeeren anstehen, und wenn die alle waren, scheißegal. Heute haben wir Erdbeeren und können machen, was wir wollen…!“

Los geht´s: Die Randale beginnt...

Auf Krawall gebürstet: Die Teens auf dem Weg zur Platte!

Auf geht's: Die Randale beginnt!!!

Auf geht’s: Die Randale beginnt!!!

Anfang der 90-er, in der DDR, mussten die Vietnamesen dran glauben. Sie waren als Asylanten in dem berühmten Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen untergebracht. Die Jugendclubs waren dicht, die Freizeitgestaltung ging gegen null. Die Langeweile killte die Backfische gerade. Opfer wurden gesucht und gefunden.

Die Ost-Clique, die von Burhan Qurbani porträtiert wird, ist eigentlich so unterschiedlich, wie nur irgendwas. Und doch vereint sie eines: Hass. Jeder der Fast-Erwachsenen nimmt ihn anders wahr. Jedoch zusammen sind sie stark und wollen ihn ausleben. Stefan steht im Konflikt mit seinem Vater. Während in Martins Kopf der neue Wandel als Ost-Politiker noch gar nicht angekommen und er mit der Bewältigung der Gewaltsituation völlig überfordert ist, setzt Stefan genau diese mit seinem Gefolge um. Sie klettern in der besgaten Nacht in den Plattenbau ein und verbrennen und zerstören das halbe Haus, jagen die Ausländer…

Bis zu diesem Höhepunkt des Films ist der Streifen in s/w und 4:3 gehalten. Ab dann gibt’s die volle Breitseite in 16:9 und in Farbe. So wirken die Flammen noch wuchtiger.

Mich hat der Film echt bewegt. Genau den hatte ich mir bewusst und im Vorfeld ausgesucht. „Unbroken“ interessierte mich da weniger. Denn hier, bei diesem Thema, kann ich voll und ganz mitreden…

Kinostart: 22. Januar
sehr sehenswert!