B-Movie

B-Movie – Grenzenlose Doku über Musikszene West-Berlin´s

Es ist schon fast drei Jahre her (Ende Juli 2015), als ich diesen Film im Kino sah und mir später die DVD nach Hause schicken ließ. Sozusagen, aus meiner Regal-Grabbel-Kiste wiederentdeckt, die ich beim Frühjahrsputz sortierte und entstaubte, fand ich echte und schöne DVD-Schätze, die ich nun wieder in meinen Blu-ray-Player schieben werde, weil sie sooo coool sind. 
Mit dabei dieser Doku:

Abaton. Montagabend.
Filmemacher Klaus Maek (Foto) stellte „B-Movie“ vor, der allerdings schon seit Mai in den deutschen Kinos läuft und die Doku zu Tod den Hippies – Es lebe der Punk ist, bei dessen Premiere mit Wilson Gonzales Ochsenknecht ich ebenso war und berichtete. Während der 80-ger mussten wir Ost-Kinder ja die Berliner Mauer von der kommunistischen Seite her ertragen, während die West-Berliner trotz Zaun ihre grenzenlose Freiheit, was Leben, Musik und Sex betraf, ausgiebig genossen. Und genau darum geht es in dem Musik-Portrait von Mark Reeder. Eine Szene wird 10 Jahre lang unter die Lupe genommen.

Einige der Freien nannten die „Deutsche Demokratische Republik“ das Disneyland Der Depressionen. Wenn sie es denn wagten, einen Antrag auf Besuch des Märchenlandes zu stellen, den man nach einer Woche genehmigt bekommen konnte, erlebten sie ein graues, ersticktes Dasein. Irgendwie taten wir den Westlern leid, weil uns die Regierung viel an Musik verboten hatte. Gehört werden durfte nur das, was den Genossen genehm war. Aber es gab illegale Wege, Schlupflöcher, die genutzt wurden und irgendwann schafften es die Toten Hosen, sich völlig und ganz in den Osten zu schmuggeln um ein heimliches Konzert zu geben, welches auf Super 8 festgehalten wurde. Das sprach sich rum, wie ein Lauffeuer. Selbst ich bekam das mit.

West-Berlin war eine Stadt im Ausnahmezustand. Der Film wurde an Originalschauplätzen zu genau der Zeit gedreht, oder besser, neu zusammengeschnitten. Denn die meisten Cut´s liefen in England, in einer Sendung, die immer wieder das hippe und eingemauerte Berlin irgendwie trash fand: „Bei vielen Musikern mussten wir echte Überzeugungsarbeit leisten, um die Rechte für die erneute Verwendung zu bekommen…!“, so Meak. Mit dabei sind jedenfalls Nena, die Toten Hosen, David Bowie (nur eine Sekunde auf der Bühne am Brandenburger Tor zu sehen), Anne Clark, Einstürzende Neubauten, Edgar Froese, Malaria, Sex Pistols, Tödliche Doris, die Ärzte, Nick Cave, Joy Division, Ideal, der junge DJ Westbam und viele mehr, die im SO36 gespielt haben. Zu sehen ist auch, wenn nur kurz, Christiane F., dessen Blu ray ich gerade in diesen Tagen kaufte, um ihre Story noch einmal zu sehen. Mit knapp 20 Jahren wurde ihre wahre Geschichte damals verfilmt.

B-Movie-Trailer

Viele Minuten Material wurden gesichtet. Bei den Recherchen gab es immer mal wieder die ein oder andere Überraschung. Dabei begann nach der Planung des Filmes die Finanzierung sehr holprig. So sollen alle die Zusagen gemacht hatten, wieder abgesprungen sein, bis Klaus Maek  neue Geldgeber fand, um das Projekt durchführen zu können.
Mittlerweile läuft B-Movie sogar an der Grenze zu Nord-Korea, weil das Thema immer noch auf eine Art und Weise aktuell ist. Passend wäre es, ihn auch auf Cuba zu zeigen. Aber da hätte sicher Fidel Castro was dagegen, denn der hat ja bis heute nicht verstanden, das Mauern fallen oder niedergerissen werden können. In Hamburg und Berlin soll es eine gute Nachfrage nach der Doku geben. Zu einigen Festivals wird B-Movie ebenso eingeladen. Denn diese Zeit, die West-Berlin erlebte, wird nie wiederkehren.

B-Movie
läuft bereits auf DVD
Eine Doku von Mark Reeder
Blu ray kommt Oktober
ARTE soll die Doku zeigen