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BD-Tipp: Hätte DER JUNGE KARL MARX heute eine Chance?

BIOGRAPHIE KARL MARX: SEIN LEBEN UND SEIN JAHRHUNDERT.

Seit vier Jahrzehnten ist dies die erste große Marx-Biographie – geschrieben von einem exzellenten Kenner auf der Grundlage intensiver Forschungen. Jonathan Sperber zeigt uns Karl Marx genauer als je zuvor im Kontext seines Jahrhunderts und interpretiert ihn nicht, wie die meisten seiner Vorgänger, als eine Art posthumen Zeitgenossen. Dieses Buch macht uns vielmehr bewusst, wie stark Marx sich im Koordinatensystem der eigenen Epoche bewegte – zwischen den Ereignissen der Französischen Revolution und einer kapitalistischen Zukunft.

Als Karl Marx und Friedrich Engels Mitte des 19. Jahrhunderts am »Kommunistischen Manifest« arbeiten, geht es ihnen nicht um einen willkürlichen Umsturz der politischen Verhältnisse: Die Revolution des Proletariats, die ihnen vorschwebt, soll historisch begründet sein – als notwendige Folge einer geschichtlichen Entwicklung, durch die sich die Frage nach sozialer Gerechtigkeit neu und immer dringlicher stellt. Marx’ und Engels’ kraftvolle Vision einer klassenlosen und dadurch gerechten Gesellschaft macht das kommunistische Manifest zu einer bis heute äußerst anregenden Lektüre.

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Ein Film ist immer ein Politikum, hat eine Aussage oder Botschaft. Darum hätten sich Marx und Engels wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass die Ostzone den „real existierenden Sozialismus“ gegen ihrer verbreiteten „Ideale“ konkret und mit brutaler Gewalt gegen die Wand fahren würde! Er ist vor genau 26 Jahren gescheitert, endete mit einem katastrophalen Fiasko und dem Niederriss der Mauern zwischen zwei Welten, die hätten unterschiedlicher nicht sein können. Sogar ICH war mit meiner Fluchtgeschichte im NDR und konnte berichten, wie die jämmerlichen Zustände im Rote-Socken-Land waren.

In der Schule haben wir noch „Das Kapital“ lesen müssen, durch das ich mich, wegen der nicht gerade einfachen Formulierungen durchquälte. Verstanden habe ich nicht viel, außer, dass das Eigentum an Produktionsmitteln verstaatlicht werden muss. Was das im Endeffekt, im Zusammenspiel der Reise-, Meinungs- und Entfaltungsverboten mit uns gemacht oder dem Volke gebracht hat, ist allseits bekannt. Zu naiven, dummen und rückständigen Geschöpfen erzog uns der Staat. Darum – der Kapitalismus hat in der Gegenwart tatsächlich gesiegt, ist die allmächtigste und wirklich am beständigste Gesellschaftsform der Menschheit. Warum? Weil der Sozialismus, und schon gar nicht der Kommunismus, in dem aller Tausch von Waren und Werten ohne Geld zu funktionieren hat, mit der Habgier und dem Geiz  nicht vereinbar ist!
Hätte der Sozialismus oder die Ideologie der beiden Kommunisten heute überhaupt eine Chance?
NEIN!

Die LINKEN in Deutschland versuchen 2017 immer noch, besonders über die Hardlinerin Gesine Lötzsch, die den „Kommunismus über den Weg des Sozialismus“ zurückhaben will, eine mögliche Wiederkehr einer Diktatur auf Linie zu halten. Immer dann, wenn Banken schwächeln, Das Kapital in komische Kanäle versickert oder durch Spekulationen verbrannt wird, schreien sie auf und wittern ihre Chance, die DDR zurückzuholen. Das halte ich eher für eine große Dummheit, wenn ich ehrlich bin. Denn wer die Geschichte nicht verstanden hat, hat irgendwie nichts dazu gelernt.
Aber die Theorie, die Marx und Engels in ihren Werken hinterließen, sind schon interessant, das muss ich sagen. Eigentlich wirklich schade, jedoch nur logisch, das sich so ein System nicht durchsetzen konnte…

Hätten die Visionen von Karl Marx heute eine Chance?
Ich denke nicht
. Erst einmal müsste Das Kapital komplett überarbeitet und an die heutige Zeit angepasst werden. Und außerdem besteht dann immer noch die Gefahr, dass dieses Schriftstück für diktatorische Zwecke missbraucht werden könnte. Die Vergangenheit hat´s ausdrücklich gezeigt – Hitler ist gegangen und die Ost-Block-Faschisten haben mit denselben Machenschaften weitergemacht, um Menschen zu brechen, die NICHT über Leichen gehen wollten, um ein marodes Märchenland zum „Erfolg“ oder „Sieg“ zu führen; die Deutsche Demokratische Republik. Tatsächlich wurde ´89 die Mauer niedergerissen und die Welt atmete auf.

Die neue Biografie von Jürgen Neffe macht noch einmal deutlich, warum Karl Marx zu Zeiten des „Realexistierenden Sozialismus“ mit seinen „Idealen“ missbraucht worden ist. Seine Aussagen wurde so verdreht, wie man sie brauchte, um Pläne zu rechtfertigen, die man skrupellos umsetzte.

Andererseits macht mir die jetzige politische Entwicklung der neuen bösen Achse Angst, wenn ich die Pläne von Erdogan sehe und höre, die nazistischen Beschimpfungen ertragen muss und erlebe, wie er die Türkei in eine Diktatur stürzt. Denn nichts anderes war der „real existierende“ Sozialismus, den wir in der Ostzone erleben mussten, der nicht nur von Reiseverboten geprägt war. Dazu kommt der Gebieter Russlands, Putin, der sich nach und nach Land zurückstielt, welches ihm schon lange nicht mehr gehört und nicht zuletzt unser neuer Präsident Trump, der am liebsten alle Richter einsperren und die Pressefreiheit abschaffen möchte, so, wie es schon in der sogenannten „Dönerrepublik“ geschehen ist.
All das ist genau das, was unter so einem Deckmantel gerechtfertigt werden soll. Niemand kann gleich sein, wie irgendein anderer. Ja, wie soll das gehen? Und deshalb sage ich – der Marxismus/Leninismus darf nie wieder den Kapitalismus mit seiner Marktwirtschaft und Lebensfreiheit stürzen…!

Und wenn wir hier schon von Diktaten und Meinungs(un)freiheiten sprechen, verwunderte es mich nicht, dass die PR-Agentur das geplante Gewinnspiel mit der Verlosung des „Kapitals“ und „Das Manifest“ wegen meiner Stellungnahme mit einem Rechtfertigungsbedenken gegenüber dem Veranstalters zurückzog. Da frage ich mich dann wirklich, ob wir hier noch in einer freien Demokratie leben oder ob das alles eine dämliche Propaganda ist…

Zur Pressenotiz des Filmes.
DER JUNGE KARL MARX ist großes historisches Kino über die Begegnung zweier Geistesgrößen, die die Welt verändern und die alte Gesellschaft überwinden wollten. In großen Bildern und mit viel Sensibilität erzählt Regisseur Raoul Peck die Entstehungsgeschichte einer weltbekannten Idee als Porträt einer engen Freundschaft. Ihm gelingt ein so intimer wie präziser Blick in die deutsche Geistesgeschichte, die durch zwei brillante und gewitzte Köpfe seit der Renaissance nicht mehr so grundlegend erschüttert wurde.

Im Jahre 1848 wurde das Kommunistische Manifest von Friedrich Engels und Karl Marx veröffentlicht und gilt heute als Einführung in die Ideenwelt der beiden Revolutionäre.
Von den europäischen Revolutionen bis zur Globalisierung hat es der knappe Text immer wieder geschafft, den kritischen Blick des Lesers zu schärfen. Dabei unterlagen die Theorien von Marx und Engels sehr unterschiedlichen Deutungen. 

Den Film unbedingt anschauen und sich selbst ein Bild machen, eine Meinung bilden. Denn eines ist klar – heute dürfen wir über den sinnlos und nicht grundlos gescheiterten Sozialismus urteilen und ihn mit diesem Film begraben…

Erscheint auf BD, DVD
ab dem 20.10.
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