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Blu-ray -Tipp: DETROIT = real, verstörend, brutal!

Was für ein Hammer, was für ein verstörter Trip!!
Nach der Sichtung  der PV von DETROIT  vor dem Kinostart bin ich geschockt eine viertel Stunde an der Luft verbringend und nach einem Café suchend, wie verstört umhergewandert, um mich erst einmal wieder runterzuholen. Ein paar Tage vor Ostern bekam ich die Blu-ray mit gutem Sound und vollem Bild, um mir diese Nummer erneut reinzuziehen. Für leichte Nerven ist das Ganze nichts. Durch diese konstante Anspannung während der wahrscheinlich längsten Geiselszene des weltweiten Kinos (vergleichbar mit der längsten Schießerei in der Filmgeschichte von HEAT, der gerade auf ZDFNeo gezeigt wurde), war mein T-Shirt durch und durch nassgeschwitzt…

Bei seiner „Verhörtechnik“ dreht besonders Officer Krauss (Will Poulter) brutal auf und versucht mit all´ seiner seelisch-grausamen Umsetzung von (il)legalen Mitteln, die auserkorenen Opfer zum Reden zu bringen. Er will unbedingt wissen, wer der Sniper ist, der gerade auf sie geschossen haben soll. Dabei wirken seine unerfahrenen Kollegen eher hilflos und starr.
Knapp zweieinhalb Stunden bin ich also wieder mittendrinnen, in einer kriegerischen Situation, in der sich ein Stadtteil nach einer privaten Clubrazzia, die sich als eine willkürliche Verhaftungswelle entpuppt, mit Zerstörungen ganzer Läden und Häuser selbst vernichtet.

Die Blu-ray Zuhause geschaut, ist nicht mehr ganz so viel vom Film übrig, und von einem Schockmoment, der mich noch lange beschäftigte. Einige Szenen, die sich in mein Gehirn gebrannt hatten, dürften von der Scheibe entfernt worden sein, was sehr schade ist. Naja, ein Schocker ist es immer noch, kein Zweifel, jedoch ist die Lage in einem Kino eben eine andere – der Sound und das Bild sind nicht eigenhändig regelbar, der Film ist nicht zu unterbrechen, es sei denn, ich verlasse den Saal. Die Wucht der Bilder und die knalligen Schüsse wirken im Cinema eben doch lebendiger, auch wenn ich eine Home-Kino-Anlage an meinem Riesen-TV drangeklemmt habe.
Die Sache ist die, dass ich mir  DETROIT über Ostern 2018 als mein persönliches Highlight drei!! Mal hintereinander gegeben habe, um diesen Shit zu verstehen, der da 1967 passierte. Untermauert wird diese krasse Story, die nach wahren Begebenheiten nacherzählt wird, mit wechselnden 4:3 und 16:10 (ohne schwarze Streifen) Bild-Formaten, wenn originale Nachrichten oder der Präsident eingeblendet wird, um sich zur aktuellen Situation zu äußern und den Notstand ausruft oder die Geschichte in gefühlter Echtzeit weitergezeigt wird…
Sehr interessant finde ich das Interview in den Futures auf der Blu-ray mit dem schwarzen Sicherheits-Polizisten, der mit der ganzen Sache nichts zu tun hat, jedoch vom Polizeirevier einfach nachträglich zum Mörder „gemacht“ wird.

Die Story.
Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnam Kriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat.

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Officer Krauss setzt all´ seine seelischen und körperlichen Fantasien ein, um Menschen zu brechen…

Kathryn Bigelows neustes Werk fokussiert sich auf die schreckenerregenden Ereignisse eines Abends während der Bürgerrechtsaufstände in Detroit: Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich…

Sie ist eine der visionärsten und intelligentesten Thriller- und Action-Regisseurinnen unserer Zeit. Ihre Filme sind so hautnah an den Ereignissen, dass dem Zuschauer der Atem stockt: Kathryn Bigelow erzählt Geschichten, die bewegen, erschüttern, nachdenklich machen – und vor allem in jeder Hinsicht fesseln. Mit ihren letzten beiden Filmen „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (6 Oscars® u.a. für „Bester Film“ und „Beste Regie“) und „Zero Dark Thirty“ (5 Oscar®-Nominierungen) fühlte sie unserer politischen Gegenwart auf den Zahn, mit DETROIT begibt sie sich nun auf historisches Terrain, das zwar Jahrzehnte zurückliegt, aber dennoch bestürzende Parallelen zu unserer Gegenwart erkennen lässt.

Eine der Szenen, die verstörend ist: Schwarze werden gefoltert, damit sie zugeben, Gewalt angewendet zu haben...

Eine der Szenen, die verstörend ist: „Schwarze Nigger“ werden gefoltert, damit sie zugeben, Gewalt angewendet zu haben…

Das Drehbuch zu diesem hochspannenden Thriller schrieb erneut Mark Boal (Oscar® für „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“), dessen spannungsgeladene Erzählweise den Zuschauer das Geschehen unmittelbar erleben lässt. In den Hauptrollen spielen John Boyega („Star Wars: Das Erwachen der Macht“), Anthony Mackie („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, „The First Avenger: Civil War“), Will Poulter („The Revenant“), Algee Smith („Army Wives“), Samira Wiley („Orange is the New Black“), Jack Reynor („Macbeth“), Hannah Murray („Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“), Tyler James Williams („The Walking Dead“), Jason Mitchell („Kong: Skull Island“) und John Krasinski („Promised Land“).

TouchYou.de sagt:
DETROIT – Geisel-Drama, welches brutal endet…
23.11.2017 war Kinostart
05.05. als HE Start für Blu-ray, DVD und 4k UHD
interessante Extras
Prädikat: Besonders wertvoll
Warnung!: Nichts für schwache Nerven!!!