Kiew – Fish & Pussicat.

Kiew: Cool und spannend Essen im Fish & Pussicat

Mentalitätsunterschiede zwischen den Deutschen und den Ukrainern:
Eine Woche Kiev: WIE hat sich die Stadt verändert, wie verwirklicht sich die neue Generation, wo finde ich Tipps für Bars, Cafés und Restaurants, alte Märkte? ICH stöberte in den Straßen und suchte Menschen, die das Leben prägen, neue Orte, an denen sich nicht nur die Chicks treffen und Restaurants, in denen sich die Ukrainer tummeln.

Fish und Pussicat – eine ukrainische Kellnerstory

Ich lande auf meiner Suche in einem Restaurant, was mich optisch irgendwie umgehauen hat. Der Suhsi-Laden liegt an der Basainastreet, mitten im Centrum. Am Eingang sichtbar der „Küchen“Tresen, hinter dem mich Kellner und Köche stehend zunicken, mich ansprechen und so erkenntlich zeigen, dass sie mich wahrgenommen. Zugleich nimmt mir eine Empfangs-Aushilfe meine Jacke ab und legt sie ab. Später suche ich eine Steckdose an der Wand, um mein Handy aufladen zu wollen. Schnell wird eine „bessere“ Lösung angeboten: eine Ladebox am Tisch.

Kiew. Fish & Pussicat. Diese Location ist krass…

Irgendwelche Wärme-Lampen hängen zuhauf an der Decke und sorgen mindestens sichtbar für gefühlte Wärme und musikalisch läuft zwischen Ukrainischen Hits und Rapp alles dazwischen, was zur Unterhaltung beiträgt. 
Serviert wird eine Fisch-Ball-Suppe, die für ca 3,-€ daherkommt. Die mundet gut. Dazu meinen Kaffee, der Muntermacher.

Kiew. Fisch-Ball-Suppe im Fish & Pussicat.

Da ich alleine bin, werde ich an einem rustikalen Zweisitzer platziert, von dem ich den halben Laden locker übersichtlich beobachten kann. Die drei Frauen, die zwei Blöcke neben mir sitzen, suchen mit lauten Gesprächen, die sie untereinander führen und mit gekünzeltem Gelächter um Aufmerksamkeit. Schnell werde ich als „Ausländer“ erkannt und das Bedürfnis mit mir in Kontakt zu treten, ist unverkennbar.

Der Kellner André ist schneller. Schon sitzt der bei mir und fragt, will alles wissen. Und als wenn er mein Bruder währe, gehen wir in Pro & Co, wie es bei „Schweigen der Lämmer“ üblich war. Es ist zu erfahren, dass er mittlerweile als Student mehrere Jobs machen darf: „Und was die Frauen hier betrifft, ist es einfach, besonders für uns, nicht mehr einfach. Ohne Geld geht einfach nichts mehr. Ich kann mir kein Appartement und kein Auto leisten. Aber irgendwann, dann wird es so sein und dann kann ich mir auch eine Freundin leisten…“ Das zeigt den großen Mentalitätsunterschied, den es zwischen Deutschland und der Ukraine gibt. Hier, da sind alle soweit emanzipiert, sodass die Hauptstädte, wie Hamburg und Berlin die größten Singel-Oasen sind. „Mit Girls treffe ich mich hier regelmäßig. Eine ist Anwältin, die andere Verkäuferin. Aber irgendwie geht es nicht mehr voran…“

„Kunstprojekt“ Fish & Pussicat

…könnte mindestens optisch auch zu einem neuen Kunstprojekt dazugehören, welches vor ca. 4 Jahren gestartet ist. Derzeit ist auch kulinarisch sehr viel passiert und es sind Restaurants aus dem Boden geschossen, wie Pilze in einem Herbstwald. Die neue Freiheit, auf dem weiten Weg in die EU, macht das alles möglich.
Die jahrelange Krise in der Ost-Ukraine ist dazu überhaupt nicht zu spüren. Im Gegenteil. Die neue Generation findet sich grade und probiert sich aus. Dazu gehört eine Neugier, die es gegenseitig erlaubt, über sich und Andere Dinge zu erfahren, die in persönlichen Gesprächen ausgetauscht werden.

Dazu bietet sich die Kiewer Szene sehr gut an.