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Deichbrand 2016 – Ausnahmezustand an der Nordsee

Der Deich brannte, und das in allen Kategorien: Gig´s und Campen und Sun! 50 000 Leute, 5000 mehr, als im Vorjahr, ein größeres Areal, mehr Bühnen und Wetter, welches sonnenstich-verdächtig war – die 12. Deichbrand-Ausgabe hatte daher alles zu bieten, was Musiker, Fans und Presse brauchen: ein Camping-Erlebnis mit allem Drum und Dran. 
Und so testete ich ein friedliches Festival mit einem Kurz-Praktikum in der Handbrotzeit, chekte die abgesteckten Campingbereiche und feierte Geburtstage mit Deutschen, die ich zuvor noch nie gesehen hatte! 

Dreckige Füße, Kopfschmerzen und Bierkater – Während andere Festivals zuvor absoffen, hatte das Deichbrand wieder einmal Glück mit dem Wetter. Wirklich Friede, Freude, Eierkuchen der angenehmsten Sorte und Ausnahmezustand an der Nordsee! In diesem Jahr zelteten, wie noch nie so viele in der Nähe von Cuxhafen. An den Bühnen wurden die Wasserkanonen eingesetzt, um die Sonne im Zaume zu halten. Außerdem – 4 Tage mit weniger Schlaf als sonst durchzuhalten und bis weit nach Mitternacht Bands gucken, das ist eine große Herausforderung und (fast schon) unmöglich, eigentlich nur mit Hilfsmitteln machbar. Aber diese sind schon immer auf einem der beliebtesten Musik-Spektakel des Landes kein Thema und nicht erlaubt. Für mich eh nicht interessant. Deshalb liebe ich dieses Konzept und blieb bei Café, Wasser und Red Bull. Was sehr gut funktionierte.

"Heute ist Geburtstag, heute ist...!" - WER erkennt mich, wo bin ich?? Foto: Uwe Köhler

„Heute ist Geburtstag, heute ist…!“ – WER erkennt mich, wo bin ich?? Foto: Uwe Köhler

Abseits der Konzertbühnen findet ein eigenes Leben statt. Mit dabei und mittendrin, in der „geilsten Zeit des Lebens“; das Kommando Korn, die aus dem Stand mal eben auf 8000 Likes auf Facebook kamen. Wenn die anreisen, dann kann es schonmal sein, dass 20 Sofas, ein riesen Zelt  und vieeel Alkohol ausgepackt werden, um eine mega Sause zu veranstalten.
Nicht nur die Mädels sind locker drauf, alle. In diesem Jahr war sogar ein wenig Farbe mit im Spiel. Ich musste mich ergeben und meinen Bart in grün anmalen lassen. Hoffentlich ist das zum Wochenbeginn wieder ab…!?

Keine Kohle und bereit für ein Experiment? Kein Problem! In der Handbrotzeit war ich dieses Mal Zuhause und noch einmal echter Lehrling auf kurze Zeit. Hier machte ich eine kleine Reise zurück als „Stift“! Ich wollte wissen, wie es ist, 30 Jahre nach dem ich den Bäckerberuf an den Nagel gehängt hatte, wieder einmal den Teig zu kneten und meine verdammt leckeren und heiß-bel(eg)iebten „Brötchen“ selbst aus dem Steinofen zu holen! Die habe ich dann verkauft! Wie geil war das denn? Die Dinger schmecken immer noch so gut, wie damals. Rezept? „Wird nicht verraten!“
Der Chef hätte mich glatt übernommen und eingestellt, wäre ich nicht als Reporter oder Blogger unterwegs gewesen…

In dem Handbrotzeitstand versuchte ich mich in meinem zuerst erlerntem Beruf: Bäcker!

In dem Handbrotzeitstand versuchte ich mich in meinem zuerst erlerntem Beruf: Bäcker!

Musik ist natürlich die Nummer 1! Hier waren wieder einmal mega coole Konzerte, von Freitag bis Sonntag zu sehen. Den letzten Tag läutete um 11:00 Uhr Großstadtgeflüster ein. Die waren ja fett drauf! Wir tanzten und hüpften, wie die verrückten, so hat uns der Sound begeistert. Ebenso cool waren auch die Headliner am Samstag, SEEED! Die Stimme des Sängers versagte (fast), wegen Sommergrippe. Er bekam jedoch noch einmal mit Tee und Honig, den ihm seine Crew auf die Orgel stellte, so eben die Kurve. The Voice hielt bis zur Zugabe! Kurz vorher war ja wohl wieder ein absoluter Hammer am Start: SKUNK ANANSIE! Stage Diving vom allergeilsten! Diese Rampensau rockte die Open Air Arena so sehr, dass die Fetzen flogen! Was ich bei Paul Kalkbrenner nicht verstehe, dass es reichen soll, am DJ-Pult herumzuhampeln, einen streuenden Laser anzuschmeißen und die Anlage so aufzureißen, dass mir (fast) die Ohren weggeflogen sind. Mein Geschmack ist das einfach nicht. Da waren zum Beispiel RUSSKAJA mit ihrer „Traktor-Show“, am Sonntagmittag, viel unterhaltsamer! Oder Motrip, der ganz schön zugelegt hat, aber mit einer kaputten Hand aufgetreten ist…

Das Deichbrand 2016 war wieder einmal ein tolles Fest. Wie es mit den Kapazitäten weitergehen wird, um noch mehr Tickets verkaufen zu können, da bin ich mal gespannt.