Entwaffnung

Entwaffnung – Eine Theater-Uraufführung nach wahrer Story

Ich habe einen kleinen Theater-Tipp für Euch, der unbedingt beachtet werden könnte. Wenn ihr auf Drama und gute Schauspielerei steht, ein spannendes Stück, live auf der Bühne sehen wollt, dann merkt Euch einfach diese Story und Termine für Hamburg vor:

Entwaffnung ist eine Uraufführung und basiert auf wahren Begebenheiten.
Konstanze Ullmer ist die Autorin und Regisseurin des Stückes, die Intendantin des SPRECHWERKs und die Gründerin der „Wortgefechte“.

Über die Macher

Es ist noch nicht lange her, da wussten noch nicht viele, dass es dort ein festes Ensemble gibt. Inzwischen haben sie aber auch schon ihr Stammpublikum. Das Ensemble arbeitet seit mittlerweile 5 Jahren zusammen und ist als feste Einheit zusammen gewachsen. Die Rollen aus Entwaffnung wurden den Schauspielern Ines Nieri, Stephan Arweiler, Jasmin Buterfas und Joachim Liesert auf den Leib geschrieben. Konkurrenz gibt es nicht. Es wird zusammen gehalten und aufeinander aufgepasst. Alle sind gut aufeinander eingespielt.

Die Story um ENTWAFFNUNG:

Gabriel und Iris haben im Gefängnis gesessen, 8 Jahre, unschuldig. Man hat ihnen und ihrem Freund Mosko vorgeworfen einen Anschlag auf einem Bundeswehrgelände verübt zu haben, Personen kamen nicht zu Schaden. Ein Justizirrtum. Sie gehörten zur Hausbesetzerszene, zum sogenannten „antiimperialistischen Widerstand“. Jetzt sind sie wieder draußen, seit über 20 Jahren mittlerweile. Ihre Tochter Esther war zwei, als sie verhaftet wurden. Sie wuchs bei Freunden auf, kehrte nie zu ihnen zurück.

(Foto(s): Julia Santoso: Schauspielerin Ines Nieri spielt Esther, eine sehr anspruchsvolle und teilweise laute Rolle!

Die drei haben zwar DIESEN Anschlag nicht verübt, aber ja, sie waren radikal. Für die Justiz in den 80er Jahren war das gleichbedeutend mit Schuld. Daher haben sie vor Gericht geschwiegen, anstatt ihre Unschuld zu beteuern, die sie nicht beweisen konnten, ohne die tatsächlichen Täter zu nennen. Kannten sie sie?

Es gibt noch ein Lager mit Waffen, doch die radikale Szene hat sich aufgelöst. Der Anschlag von damals richtete sich gegen die damals neuen Datennetze und Kommunikationstechnologien, gegen die Möglichkeit der Überwachung der Bürger durch den Staat – ein Treppenwitz der Geschichte aus heutiger Sicht. Es ist an der Zeit die Waffen niederzulegen, bzw. an die Regierung zu übergeben. Das letzte der Verstecke, die nun aufgelöst werden sollen, ist in einem Keller. Dort treffen sie sich. Esther stößt dazu und stellt Fragen:

Die Fragen, die wir stellen

Warum habt ihr geschwiegen?
Warum habt ihr mich allein gelassen?
Hat es sich gelohnt, ist die Welt jetzt besser geworden? War es das wert?
Und was ist aus euren Utopien geworden?

All diese Fragen werden unter anderem auch von der Schauspielerin Ines Nieri (Zum Sterben zu früh, 2015), sozusagen spielend abgearbeitet, vielleicht sogar beantwortet.
Geflasht hat mich die super sympathische Hamburgerin in einem (fast) One-Woman-Stück, welches ich Anfang diesen Jahres auf derselben Bühne gesehen habe. Dort spielte die (im wahren Leben Mutter einer Tochter) eine völlig verlorene, mit sich selbst ins Leben zurückkämpfende Frau, die durch Umstände völlig fertig mit ihrer Welt war.
Hut ab, diese Leistung steckt mir immer noch in den Knochen!

Darum sage ich – geht in dieses aktuelle Stück!:

Wo spielt was?

Entwaffnung“ von Konstanze Ullmer
spielt am 7., 8., 9., 12. 2018
im SPRECHWERK,
Hamburg-Berliner Tor
Klaus-Groth-Straße 23

Mit: Stephan Arweiler, Jasmin Buterfas, Joachim Liesert, Ines Nieri
Kostüme: Sharon Rohardt
Regie: Konstanze Ullmer
Assistenz: Aron Ullmer, Alisha Barß
Bühne: Nicole Bettinger

Ihr könnt uns auch auf Insta verfolgen. Schaut doch mal vorbei. Die ein oder andere Story ist ganz sehenswert: