FABRICA DE ARTE, Februar 2020. In seiner „Werkstatt“ besucht und getalkt mit Künstler Enrique Rottenberg.

5 YEARS FABRICA DE ARTE – neues Kunstverständnis auf CUBA

Cuba, Habana, Februar 2020. Derzeit auf unbestimmte Zeit geschlossen – FABRICA DE ARTE CUBANO. Auf meinem diesjährigen Habana-Trip habe ich die vorzeige Kultur-Schmiede noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. 
Auf drei Etagen sind neue Welten entstanden, die sich überwiegend Touristen geben dürfen. Denn die 2 CUC Eintritt kann sich kaum ein Einheimischer leisten. Deshalb ist diese umgebaute, ehemalige Ölfabrik auch „nur“ ein Treffpunkt für „Ausländer“, die es sich leisten können, Geld auszugeben, in der FABRICA DE ARTE, dem neuen Ort des cubanischem Kunstverständnis. 

Diese Kunst-Halle feierte in diesem Jahr

fünf Jahre ihres Bestehens. Zu sehen gab es im Jubiläumsjahr fast täglich afrikanische Tanz-Live-Acts, feierten sich teilweise bekannte Bands selbst, die sich mit Lizenzen nicht nur hier, sondern durch das ganze Land spielen dürfen und auch die inländische Tattoo-Scene kam neuerdings zum Zug, denn auch Miguel von MAGO-TATTOO (Havanna) stellte sich vor!!! Auch die illegalen Graffitis des mittlerweile bekanntesten Sprayers Habanas, „2+2=5, wurden von der Straße in die FABRICA DE ARTE verlegt. Noch zu Fidel Castros Zeiten undenkbar und, vorallem STRAFBAR, also verboten und verfolgt, wenn sie auf frischer Tat ertappt worden wären. Auch hier hat man nun offiziell erkannt, dass die maroden Mauern und Schrott-Immobilen besser aussehen, wenn sie mit Farbe verziert wurden.

FABRICA DE ARTE CUBANO, Februar 2020. In seiner „Werkstatt“ besucht und mit Künstler Enrique Rottenberg getalkt – zertifizierter Online-Redakteur mit eigenem Medium: Jörn Ehrenheim.

Eine komplett neue Kultur-Welt für Touris Cubas!

In der FABRICA DE ARTE, die ich im Januar und Februar 2020 besuchte, um  zu erfahren, was dran ist, an dem wohl derzeit aktuellstem Art-Aushängeschild des Sozialismus, da traf ich auf Enrique Rottenberg, der Künstler, der 2010 schon unterwegs war und kommentarlos die Armut in diesem Land portraitierte. Mutig ist es, sich selbst mit in den Bildern persönlich einzubringen. Seine Extravaganz ist einfach einmalig und bewundernswert. In Deutschland würden seine Werke teilweise sicher für Unverständnis sorgen, würden ihn die Menschen wohl nicht verstehen. Auf Cuba jedoch, da nutzte er die neue Freiheit der wegbrechenden Rote-Socken-Mentalität, seine Bilder auszustellen, sie jedem Neugierigen zu zeigen. Zwischen UTOPIA und SLEEPING WITH fotografierte das Genie das wahre Leben in Momentaufnahmen, die es insich haben. ICH stand mehrere Male vor seinen gepressten Abdrücken und fragte mich klassisch; `Tja, was will uns der Künstler damit denn bloß sagen`? Warum hat er diese ungewöhnlichen Aufnahmen gemacht?

FABRICA DE ARTE, Februar 2020. In seiner „Werkstatt“ besucht und getalkt mit Künstler Enrique Rottenberg.

Abzock-Tourismus hat Hochkonjunktur

Kuriositäten spielen sich vor dem Tor der Fabrika ab, warten und nerven aggressiv ein ganzer ungeordneter Trauben-Haufen an „Taxi-Fahrern“, auf ihre Tour des Lebens hoffend. Denn der Abzock-Tourismus hat sowas von Hochkonjunktur, und zwar wie noch nie zuvor, sodass einem die Ohren schlackern. Grund? Die vom Stadtzentrum doch sehr außerhalb liegende Kunst-Halle ist ohne Bus oder eigenem Auto nur schwer erreichbar. Aber wer die Tricks und die 2CUC-Taxen kennt, die uns für nen Appel und nen Ei von dort wieder ins Zentrum bringen, spart eine Menge an Geld. Wer diese Regeln nicht befolgt, kann mit utopischen Überraschungspreisen (s)ein sogenanntes Blaues Wunder erleben! Denn Uhren, die Tarife, wie in europäischen Ländern anzeigen könnten, gibt es in den privaten Karren nicht!

Fabrica De Arte – Afrikanische Tänze, fast täglich ist dieses Programm zu sehen…

November 2020.
Bevor die bestehende Blockade, die sozialistischen Verbotswelten und CORONA Cuba endgültig das Genick bricht, lassen sie schnell wieder Touristen, zwar unter Auflagen, aber doch mit Restrisiko, durch Condor-Flüge in das Land hinein. Zwar nur nach Varadero, denn Havanna und der Rest der Insel wirken wie ausgestorben, weil nichts mehr auf den Straßen los ist. WIR waren noch, genau einen Monat vor dem ersten Lockdown in diesem Jahr, auf der Kommunisten-Island, die sich endlich so langsam und besonders nach dem Tod Fidel Castros und den eindringlichen Worten des Papstes: „Wenn sich Cuba der Welt öffnet, wird sich die Welt Cuba öffnen…!“, freizügiger und tatsächlich offener zeigt.

Zwar ist die gefühlt halbe Hauptstadt immer noch mit Schrott-Immobilien und Abrisshäusern übersäht, die durch stinkende Straßen, besonders hinter dem Capitol (Amerikas Wahrzeichen) geruchekel hervorrufen, ABER es hat sich in den letzten zehn Jahren, nicht nur durch den endlichen Bau von Hotels, auch was getan!