FFHH´19 – Lav Diaz zeigte THE HALT auf Filmfest

FFHH´19. 144 Filme, 55 Länder, fünf Kinos: Täglich bin ich auf dem Filmfest Hamburg unterwegs, um neue Movies zu entdecken, Interviews zu führen und Regisseure, Produktionen zu sehen, die vielleicht nie einen Verleiher finden…

Lav Diaz präsentierte seinen neuen Film THE HALT im Metropolis Kino in HH. Autogrammjäger schafften es in die Lobby. 

Freitag.
Dieser Typ ist einfach cool, NICHT arrogant und zu jedem Gespräch bereit. Trotzdem – Seine Filme zu sehen, gestaltet sich für mich nicht einfach. Denn Diaz´ Figuren sind oft schlecht ausgeleuchtet, was bedeutet, dass die Gesichter lange im Schatten liegen, kaum zu erkennen sind. So muss man sich weniger auf Gesten, eher auf das konzentrieren, was gesagt wird. THE HALT ist komplett in schwarzweiß gehalten. Die Lichtkegel strahlen oft von außen in die stillen Räume hinein, aber nicht, um sie komplett zu erhellen, sondern sie werden durch eine teilweise herbeigeführte Dunkelheit unterbrochen.

Lav Diaz und Redakteur Jörn Ehrenheim im Talk.

Die düstere Stimmung, die sich schon durch den andauernden Monsum gedrückt anfühlt, verstärkt sich dadurch außerdem sehr. Dazu kommt die immer starre Kameraführung, die, wenn sie einmal richtig justiert wurde, immer auf nur ein und denselben Punkt draufhält. Die Szene spielt sich dann an genau dieser Stelle ab. Die Charaktere kommen von rechts ins Bild oder laufen links eben wieder aus diesem heraus.
Dazu kommt  die Länge, die mit dieses Mal 279 Minuten eher noch kurz erscheint, kennt man andere Filme von ihm.

Lav Diaz präsentierte seinen neuen Film THE HALT im Metropolis Kino in HH.

THE HALT wurde persönlich im Metropolis-Kino, in der Nähe des Gänsemarkt, gezeigt. Das Kino  war ganz gut gefüllt und ein paar Autogrammjäger haben es pünktlich in die Lobby geschafft, um den ehemaligen Journalisten persönlich zu sprechen. Selfie-Alarm incl.

Lav Diaz präsentierte seinen neuen Film THE HALT im Metropolis Kino in HH. Ankunft des Filmemachers. 

Die Story

Der Diktator als Knallcharge: Lav Diaz legt ein filmisches Manifest gegen die autoritären Herrscher in seiner Heimat und anderswo vor. Im Jahr 2034 sind die Philippinen in Aufruhr. Nach einem Vulkanausbruch herrschen ständige Dunkelheit, tödliche Seuchen und der Despot Nirvano Navarra. Drohnen und Soldaten schwirren durch die Szenerie und machen Jagd auf Widerständige: Aktivisten, Künstler, Priester, Intellektuelle. Und doch organisieren sich in den Schatten die Regimegegner, zu denen auch der Partisan Hook gehört. Sie diskutieren mögliche Wege zum Umsturz: Tyrannenmord oder politische Agitation? Soziale Arbeit oder revolutionäre Kunst? Was ist die richtige Methode, um die Philippinen von Navarra zu befreien? Diaz gibt hier selbst eine mögliche Antwort auf diese Frage und zeichnet in dem wohl am offensten politischen Film seiner bisherigen Karriere den Diktator als Karikatur, als blutrünstigen Kasper und debile Marionette, die unter der Kontrolle seiner Sicherheitskräfte steht – Ähnlichkeiten zu realen Machthabern nicht ausgeschlossen…