ffhh´20 – DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT von RASOULOF

ffhh´20.
Gesehen: DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT.
Man hat ihm seinen Reisepass abgenommen, sodass der Regisseur aus dem IRAN nicht am ffhh´20 teilnehmen konnte, seine Filme jedoch schon. Und in den Knast soll er auch wieder, oder nein, dort sollte er schon lange sitzen – MOHAMMAD RASOULOF.

Doch das Böse gibt es nicht. GRANDFILM-Verleih zeigt das neue Meisterwerk von Mohammad Rasoulof, welches echt unter die Haut geht und schockt…!

Jetzt zeigte der Regime-Kritiker wieder einmal,

…was er drauf hat. In vier Episoden nähert er sich in spannender Art und Weise der Todesstrafe im IRAN an. Dabei portraitiert er einen Familienvater, einfach mal so nebenbei, als wenn nichts wäre, zeigt die kleinen alltäglichen Hindernisse, wie das Anrufen eines Bankangestellten, als seine Frau am Schalter auf das „Gehalt“ ihres Mannes zugreifen und es abholen will, um die Erlaubnis von ihm einzuholen. Alles scheint normal – bis am Schluss des Kurzfilmes die Einblendung in seinem Gefängnisschaltraum alle Fragen durch das Drücken des großen Knopfes die roten Lampen grün werden lässt, zehn zappelnde Beine eine Minute lang eingeblendet werden, bis sie sich nicht mehr regen und das Wasser aus der Hose an ihnen hinunterläuft. Der Künstler zeigt außerdem offensiv das MULLAH-Symbol KOPFTUCH, was als Zwang im „islamischen Staat“ immer und überall getragen werden muss!

Doch das Böse gibt es nicht. GRANDFILM-Verleih zeigt das neue Meisterwerk von Mohammad Rasoulof, welches echt unter die Haut geht und schockt…!

Viel schlimmer ist der Tatbestand,

…wer an die eingemauerte OST-Zone denkt und sich ebenso an die stalinistische Sowjetunion zurückerinnert, dass Armeeverweigerern die Hölle auf Erden blüht, denn sowas wie „Zivildienst“ gibt es nicht. Der Grund ist unter anderem eine Art Abhärtung und mit inszenierten Tötungen Andersdenkender eine Erziehung ala „auf Linie bringen“, wie es im Kommunismus üblich war. Und genau daran zerbrechen gerade iranische Generationen, versuchen Soldaten mit Ausbrüchen aus den Killerfabriken dem zu entgehen, um das nicht mitmachen zu müssen. In der zweiten Geschichte schafft es einer sogar und ihm gelingt endgültig die Flucht. Ob er wieder eingefangen wird oder nicht, das bleibt RASOULOF uns schuldig…

Scheint es richtig zu sein,

…Menschen mit Gewalt zu erpressen und ihnen nach gedientem zweijährigem Gehorsam einen Reisepass auszuhändigen und erst dann zu erlauben, ein Geschäft gründen zu dürfen oder, zurück zum Armeedienst, ihnen einen Drei-Tages-Urlaub erst dann während der „Gefangenschaft“ zu gewähren, wenn sie den Hocker mit den Füßen weggestoßen haben, um den „Staatsfeind“ innerhalb kürzester Zeit das Genick am Strick baumelnd brechen zu sehen?

Mit vielen hat das was gemacht und einige IRANER, die hier frei leben dürfen, wollen dieses System, wie wir den Versuch oder die Andeutungen eines Umsturzes in Diktaturen in den vergangenen Jahren immer wieder auch in HH erlebten, um diese Machenschaften ebenso in diesen Breiten weiterleben zu können, in dieses System integrieren.
Nur, genau das funktioniert in unserer DEMOKRATIE nicht. Und daher ist eine Art an Erziehung solchen Prozederes, die als Abschreckung dienen soll, gar nicht einmal völlig zu verurteilen…
P.S.: Die Grüne, vielversprechende Revolution ist damals jämmerlich gescheitert. Und daher verzichten wir und unsere Freunde seit Lebzeiten her auf eine Reise in den IRAN und neuerdings ebenso in die Türkei, um einmal ein persönliches Statement mit einfließen zu lassen. Denn das dürfen wir uns erlauben!

Ich liebe das Filmfest Hamburg

…dafür, dass es unter der Leitung von Albert Wiederspiel diese Themen immer wieder aufgreift. Das heißt auch, dass diese Movie-Woche niemals unpolitisch ist und das ist auch richtig so. Denn ob Mauerfall, Todesstrafe im Iran oder ganz aktuell die Entwicklung in BelaRuss – WIR DÜRFEN NIEMALS VERGESSEN und warnen unsere neue Generation vor Rechter und Linker Terror-Brut, die uns alle im Endeffekt NUR stärker machte, unsere ’89 erkämpften (Reise)Freiheits-Rechte zu schützen und sie, mit aller uns zur Verfügung stehenden Macht, verteidigen zu müssen!