Filmfest Hamburg

Filmfest Hamburg kommt mit 138 Filmen aus 57 Ländern

Das Filmfest Hamburg hat mich in über mehr als zehn Jahren hauptsächlich mit seinen schönen und außergewöhnlichen Filmen, wie zum Beispiel TEHERAN TABU begeistert und zwei Jahre lang, durch unverständliche Ablehnung verärgert. Deshalb freuen wir uns alle wieder auf das neue Festival, welches seit einem Jahr mit neuem Look und wirklich tollen Filmen, wie ganz aktuell Roma von Alfonso Cuarón (Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig), der nur einmal laufen wird, in die Hansestadt geholt hat.

Albert Wiederspiel betonte auf der heutigen Pressekonferenz, dass die große Diskussion um Netflix-Produktionen, die in Frankreich auf den Leinwänden nur gezeigt werden dürfen, wenn ein Kinostart garantiert werden würde, auch bis hierher seinen Weg gefunden habe: „Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir dem nicht viel abgewinnen können und beugen uns nicht, möchten viele Sachen nicht nur auf der Mattscheibe sehen…“
Außerdem – Vielleicht sind auch für uns wieder tolle Interviews interessanter Regisseure drin, die wir hier veröffentlichen können.
Ende des Monats gehts auf jeden Fall wieder los, mit Movies, Movies, Movies…

FILMFEST HAMBURG zeigt in diesem Jahr 138 Filme aus 57 Ländern, darunter Preisträgerfilme von Sundance, Cannes, Locarno und Venedig. Eröffnet wird das Filmfest mit Gegen den Strom von Benedikt Erlingsson, eine poetische und scharfzüngige Komödie aus Island über eine mutige Frau, die gegen die lokale Aluminiumlobby kämpft. Abschlussfilm ist das bunte Biopic Loro von Paolo Sorrentino über den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der Douglas Sirk Preis geht an den iranischen Regisseur Jafar Panahi, der 2010 zu einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt wurde. Vor der Deutschlandpremiere von Panahis neuestem Film Drei Gesichter nimmt die Tochter des iranischen Regisseurs, Solmaz Panahi, gemeinsam mit der Hauptdarstellerin des Films, Behnaz Jafari, die Auszeichnung in Hamburg entgegen.

Seit 2001 hat das iranische Kino einen festen Platz bei FILMFEST HAMBURG. Gezeigt wurden unter anderem Filme von Abbas Kiarostami, Abofazl Jalili, Mohsen Makhmalbaf, Dariush Mehrjui, Ashgar Farhadi und Mohammad Rasoulof, der inzwischen eine enge Bindung zu Hamburg hat. Festivalleiter Albert Wiederspiel: »2009 haben wir die grüne iranische Oppositionsbewegung, deren Gallionsfigur Panahi war, von Hamburg aus sichtbar unterstützt. 2013 hat Jafar Panahi für uns die Reihe >Iran Deluxe< mit seinen persönlichen Meilensteinen des iranischen Kinos kuratiert und wir haben seine Filme Der KreisThis Is Not a FilmThe Accordion und Closed Curtain bei FILMFEST HAMBURG gezeigt. Es ist also längst überfällig und in diesen Zeiten, in denen auf der ganzen Welt immer mehr systemkritische Künstler*innen und Journalist*innen festgehalten, weggesperrt und an ihrer Arbeit gehindert werden, auch absolut notwendig, diesen mutigen Regisseur für sein künstlerisches Schaffen zu ehren.«

Nicht nur mit Jafar Panahi ist FILMFEST HAMBURG eng verbunden. Mehr als ein Viertel des diesjährigen Programms sind Filme von Regisseurinnen und Regisseuren, deren erste, zweite und dritte Filme bereits in den Vorjahren in Hamburg zu sehen waren und »deren künstlerische Entwicklung uns sehr am Herzen liegt«, so Wiederspiel. »Denn auch das ist die Aufgabe von Festivals: Talente finden, sie begleiten und fördern.«

Alte Bekannte, neue Talente & preisgekrönte Filme

Neben Jafar Panahis Drei Gesichter zeigt FILMFEST HAMBURG die aktuellen Arbeiten von »FILMFEST-Wiederkehrern« wie Yorgos Lanthimos (The Favourite,Großbritannien, Irland, USA), Philippe Lesage (Genesis,Kanada), Federico Veiroj (Belmonte,Urugay, Mexiko, Spanien), Wang Bing (Dead Souls,Frankreich, Schweiz), Christoffer Boe (Verachtung, Dänemark, Deutschland), Frederick Wiseman (Monrovia, Indiana, USA), Yolande Zauberman (M,Frankreich), Damien Chazelle (Aufbruch zum Mond, USA), Marcel Gisler (Mario,Schweiz), Félix Dufour-Laperrière (Ville Neuve,Kanada) und Lola Randl (Von Bienen und Blumen,Deutschland). Insgesamt 29 Debütfilme stehen auf dem diesjährigen Programm, darunter We are the Others von Jean-François Asselin (Kanada), The Harvesters von Etienne Kallos (Südafrika, Frankreich, Griechenland, Polen), In Love and War von Kasper Torsting (Dänemark, Deutschland, Tschechien), Firecrackers von Jasmin Mozaffari (Kanada), Ella und Nellvon Aline Chukwuedo (Deutschland), Domestique von Adam Sedlák (Tschechien, Slowenien) und A Land Imagined von Siew Hua Yeo (Singapur, Frankreich, Niederlande), der beim Locarno Festival mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet wurde. Weitere Preisträgerfilme sind ganz aktuell Roma von Alfonso Cuarón (Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig), der erst nach Drucklegung des Programmhefts bestätigt wurde und bei FILMFEST HAMBURG am 30.09.2018 um 22.30 Uhr im CinemaxX 1 Dammtor läuft, The Favourite von Yorgos Lanthimos (Großer Preis der Jury, Internationale Filmfestspiele von Venedig), Butterflies von Tolga Koraçelik (Jurypreis Bester Spielfilm, Sundance Film Festival) und Dogman von Matteo Garrone (Silberne Palme, Bester Schauspieler: Marcello Fonte, Internationale Filmfestspiele von Cannes)…