KOKS-Drama der Achtziger: Dritte Version von SCARFACE geplant

Zum dritten Mal wird SCARFACE neuverfilmt. 

Wow, was für eine überraschende Meldung, die schon im Sommer 2020 die Runde machte, kaum einer zur Kenntnis nahm. Denn – was ein Maßstab, der mindestens zu erreichen sein sollte, wenn man sich an einen Nachfolger von Al Pacino wagen wird – SCARFACE wird neu aufgelegt!

Scarface – Cubaner flüchten auch heute noch von der Kommunisten-Insel.

Schnell wurde diese leicht erzählte Aufstiegs-Karriere KULT und sorgte dafür, dass man Anfang der Neunziger dieses wahre Meisterwerk noch mit Videorecordern mitschnitt, weil die 18-er Version (fast ungekürzt) nachts auf RTL lief. Später die DVD auf nen Rohling gebrannt, bis vor einigen Jahren die Blu-ray-Version erschien, sogar mit „The World Is Yours“-Sammler-Edition und blattgoldenem Globus + dazu wahlweise die 4K-Scheibe! 

Scarface – AL PACINO als Tony Montana.

Selbst Kuba ist in den letzten

…Jahrzehnten zu einer Drogenhöle geworden, deshalb passt Scarface so wunderbar in diese Zeit. Al Pacino ist mit Antonio Montana ein Hip-Hopper unter den Popstars, der glaubwürdig und kompromisslos vom Tellerwäscher zum Mittelpunkt der Drogenszene und zum Millionär wird. Dabei stiehlt er seinem „Boss“ nicht nur die Macht, sondern auch sein Leben, als er spätestens dann sogar noch seine Frau angräbt.

Al Pacino als Tony Montana in Action.

Was uns an dieser brutalen

…Gangster-Story fasziniert, ist auch die Wahrheit dahinter, dass hunderte Cubaner den Fängen von Fidel Castro mit Holz- oder den berüchtigten „BANANA-Booten“ nach MIAMI entkommen wollten, er außerdem tausende Gefangene aus dem Land warf, es so „säubern“ wollte, weil Nahrungsknappheit viele krank machte, Meinungsverbote und Unterdrückungspraktiken dafür sorgten, dass der Kanal voll war, es einfach reichte in einer „Welt“ zu leben, die keinerlei Perspektiven aufzuweisen hatte… Nur, geschafft hat es der Kommunistenführer nie, auch mit diesen Ausweisungen nicht, Ruhe in den Diktatorenstaat zu bringen. Im Gegenteil – mit Gesetzen, die ein normales Leben auf Cuba UNMÖGLICH machten, verärgerte der heute längst Verstorbene ein ganzes Volk: „Wir mögen Fidel, aber wir hassen den Kommunismus…“, sag(t)en viele von ihnen. Selbst der Papst konnte mit seinen Worten, wie: „Wenn Cuba sich der Welt öffnet, öffnet sich die Welt Cuba…!“ nicht viel weiterhelfen.

Scarface – AL PACINO im Verhör in der Einwanderungsbehörde der USA, als Toni Montana.

Und deshalb ist auch Tony Montana

…ein Refugee aus der Flüchtlingswelle, der sich anfangs mit Gelegenheits-Jobs über Wasser hält, bis sein Kumpel den ersten Drogen-Deal an Land zieht, dafür sorgt, dass die Chance in das Geschäft mit einzusteigen, die dicken Mäuse zu machen, endlich da ist.
Und so legen sie sich fast naiv ins Zeug, um das Ding über die Bühne zu bringen. Den Vorteil, bei der Armee gewesen zu sein und Übung in Waffengewalt zu haben, nutzt ihnen dabei gewaltig. Mit nur einem Verlust in den eigenen Reihen bringen sie das Geld und das Pulver zum Boss, kostenlos, als Geschenk, um Eindruck zu schinden. Und so beginnt die Gier-Karriere, die natürlich irgendwann aus dem Ruder laufen muss…

Scarface – AL PACINO ist Tony Montana.

Direkt vom Banana-Boat in die Wohnzimmer

Zurück in die Neunziger und nach Cuba. Da hatten einige wenige eine Videokassetten-Kopie, irgendwie aus den USA nach Havanna geschmuggelt bekommen und so dafür gesorgt, dass sich monatelang die heimliche Bekanntschaft unter irren Vorwänden Zugang zur Wohnung verschafften, um SCARFACE sehen zu können. Und das immer und immer wieder, auf einem kleinen Röhren-TV. Spätestens da fingen viele an zu träumen, frei sein, essen und dorthin reisen zu können, wohin es sie ziehen würde. Die Wahrheit sah anders aus…

Tony Montana stieg in kurzer Zeit ganz nach oben in der Drogen-Hierarchie auf.

Die geplante Neuverfilmung, über die noch

…nicht viel bekannt ist, außer das „Call Me by Your Name“-Regisseur Luca Guadagnino nach 1932 und 1983 das Ruder in der Hand haben soll und die Story in L.A. spielt. Luca, der einen gewaltigen Druck verspüren dürfte hier was abzuliefern, was den Vorgänger toppen sollte, muss wirklich neue Planeten schaffen, was alleine Charaktere betrifft. Genau das schaffte ja noch nicht einmal die letzte Spielfilm-Verfilmung von „Miami Vice“, dessen Serie in den 80-gern, mit Don Johnson, ja schnell Kult wurde. Wenn das der Grund sein sollte, warum seit Jahren daran gewerkelt wird, ist vielleicht zu verstehen, dass es UNIVERSAL nicht versauen möchte. Und daran täten sie gut, denn wir sind eh nicht gut zu sprechen, auf diesen Blockbuster-Fabrikanten!

Und solange ziehen wir uns die Nase, Ohren und Gemüter mit dem Koks der Achtziger rein, mit AL PACINO und MICHELLE PFEIFFER in 4K.