Julia Starp

Zum zehnjährigen Jubiläum – Talk mit Designerin Julia Starp

Wie die Zeit vergeht! Von dem Modestudium an der JAK in Hamburg über das Entwerfen von Prêt-à-porter und Haute Couture zur Fashion Week Berlin, auf der alle Kollektionen live einem interessiertem Modevolk gezeigt werden, bis hin zur Brautmode oder Kreativ-Näh-Workshops – JULIA STARP feierte groß ihr Zehnjähriges und plauderte mit TouchYou.de über diesen Werdegang und sogar aus dem Nähkästchen, wie, wann und wo es teilweise Nervenzusammenbrüche gab.

Ein großes Vorzelt an der Lämmersieth 42a, Luftballons, Sekt, selbst gebackener Kuchen und Kekse zum „Geburtstag“ und eine tolle Video-Animation, die uns alle noch einmal in die letzten Lenzen mitgenommen hat – die Hamburgerin hatte geladen und einen tollen Empfang bereitet.

Sechs Fragen zum Jubiläum an Julia Starp:

Kollektionen, wie Märchen-Helden, Phönix oder die REISE sind beim Fachpublikum wahnsinnig gut angekommen und haben mit deiner Umsetzung für große Abwechslungen, nicht nur auf dem Catwalk gesorgt. Woher holst du deine mutigen Ideen dazu?

Julia Starp: „Das Schöne sind die Fantasiegebilde und das nicht ganz Greifbare, wie zum Beispiel die Märchen-Helden-Kollektionen. Ich gebe ihnen meinen Ausdruck. Phönix ist eine mystische Figur, die ich durch meine Kleider und Stoffe einfange.“

2016 – Julia Starp´s Fashion Show „REISE“ zur FW in Berlin war ein wirklicher Hingucker.

Wird es ein weiteres Märchenbuch geben? 

JS.: „Das war einmalig. Eine solche Mode-Linie wird es sicher noch einmal geben, aber nicht in Buchform. Das soll etwas Einzigartiges bleiben.“

Plaudere doch mal ein wenig aus dem Nähkästchen. Was ist schonmal irgendwo schiefgegangen, wann hättest du beinahe das Handtuch geworfen?

JS.: „Wenn die Location einfach nur Schrott ist, auch wenn es die Leute mögen, der Veranstalter wenig Freiheiten lässt, also vor Ort alles anders ist, als abgesprochen oder ein ganzer Haufen Models so kurzfristig abspringt, dass es kaum möglich ist, für Nachschub zu sorgen, dann bekomme ich wirklich einen Nervenzusammenbruch. Wenn einfach alles schief zu gehen scheint, nach mehr als drei harten Monaten Arbeit einem klar wird, dass gerade und in weniger als ein paar Stunden die Show auf der Kippe steht, kann mich das umhauen..!“

Julia Starp zum Zehnjährigen Im Mittelpunkt.

Davon bekommt das Publikum überhaupt nichts mit. Die Show läuft und alles funktioniert! Daher ist es sehr mutig, auch mal diese ehrliche Seite zu erzählen

JS.: „Keiner kriegt´s mit, und genau darüber bin ich sehr erleichtert und glücklich. So hat man gefühlsmäßig einerseits den Überflug und auf der anderen Seite den totalen Crash, und zwar innerhalb kürzester Zeit, weil alles an einem Tag gestaffelt ist.“

Welche Schnitte, Farben und Stoffe verwendest Du am liebsten, worauf achtest Du, wenn du entwirfst?

JS.: „Je nachdem, welches Thema mich gerade beschäftigt. Gerne bevorzuge ich von der Kleiderform her den 60-er Jahre Stil, also die kürzeren Schnitte, den folkloristischen Touch mit Corsagen oder klar ausgefallene Kragenformen. Die Materialauswahl fällt überwiegend nachhaltig aus, zertifizierte Stoffe nach GOTS und recyceltes wird bevorzugt, welches ich wiederverwende. Von der Phönix-Show habe ich z. B. alte Strumpfhosen zu neuen Stücken verarbeitet.“

Was planst du modisch in den nächsten zehn Jahren?

JS.: „Mein Label so halten zu können. Außerdem plane ich wieder Schauen um weiter bekannt zu werden. Ich möchte kein Weltkonzern, wie H&M werden, schon etwas Besonderes bleiben, damit meine Kunden wissen, sie bekommen Julia Starp…“