Kein Ausrutscher und absolut genial – Kay Ray´s Late Night!

Hamburg, 1. Mai.
Was für ein geiler Gehirn-Fick, absolut kein Ausrutscher und immer noch jugendfrei – die 1. Mai-Late-Night von Kay Ray!
„Hen Night“ (auf deutsch `Junggesellinnen-Abschied´) mit Bananenbroten, als Zuschauer einmal einen Song auf seiner Bühne performen und Blinde, die gut riechen und besser hören können, sich bei den Witzen des Sängers lauter kaputt lachen, als manch anderer – In seinen Show´s geht es auf und ab.

„Das war der schönste Abend der letzten Zeit…!“, so Kay Ray gegen 03:30, als Samstagmorgen seine Late-Night im Grünspan ins Finale ging. Und genau das empfand ich auch so. Eines vorab: ICH bin wieder einmal bis ganz zum Schluss geblieben und hätte noch einmal 4 Stunden dranhängen können, so geil war´s!
Aber alles mal der Reihe nach:

Ich komme gerade von einem Termin, nebenan. Von der Zeit her passt das perfekt, denn es ist Mitternacht und die Tür öffnet sich für den Einlass. Die Traube drängelt sich durch den schmalen Schlauch in den Saal: „Hey, immer mit der Ruhe“, beruhigt der Türmensch.

Der Mann da unten hat Spaß, das kann kein Journalist sein…!

Kay Ray

Soweit ich das überblicken konnte, war (fast) jeder Platz im Grünspan besetzt und ich saß an einen Tisch in der zweiten Reihe, also (fast) hautnah und mittendrin. Deshalb hatte der Bisexuelle dieses Mal auch mich im Verlaufe des Abends voll im Visier und unter Beobachtung, mit den Worten unter Kontrolle:
„Der Mann da unten hat Spaß, das kann kein Foto-Journalist sein! Journalisten sitzen doch sonst immer nur ganz ernst da und machen nix…“. Weiter meint er: „Und deine Mütze ist doch auch Öko!“
Kurz und knackig antwortete ich mit Zuruf: „Journalisten haben heute kein Geld mehr, da bleibt nur noch der Spaß!“ Er: „Die hatten noch nie welches!“ Die Leute im Saal lachten herzhaft und ich fühlte mich bestätigt.

Dann waren wieder andere dran. Im Publikum saßen Mädels, die ihren `Jungfrauen-Abschied´ oder die `Hen Night´ machten. „Habt ihr mir was mitgebracht?“, fragte Kay Ray. Da packte die eine ihre Tasche aus und holte das Bananenbrot raus, welches er gleich zum Bier-Cocktail weiterverarbeitete. Hmmm, lecker. Dann durften 2 von ihnen auf die Bühne: „Ich ruf´ jetzt mal deinen Mann an…“, aber der ging nicht ran. Da wurde spekuliert, was der wohl gerade macht – fremdgehen?

Außerdem erzählte er, dass in seiner letzten Show eine rumänische Nutte gesessen haben soll, die sich fürchterlich über seine Shooten geärgert habe. „Journalisten schreiben ja immer, dass ich `unter der Gürtellinie´ bin. Das brauche ich gar nicht zu sein, wenn ich bei ihrer Hackfr… bleibe.“ Ich bin jedenfalls bis zum bitteren Ende geblieben und fand´s genial, was da wieder einmal alles passierte.

Nun sind schon einige Monate im Grünspan vergangen und der Show-Master hat sich eingelebt. Die unsanfte und damalige Hinauskomplimentierung aus dem Schmidts-TIVOLI, indem er zum Schluss Alkoholverbot auf der Bühne bekommen hatte, scheint überwunden zu sein. Jetzt erklärt sich auch die kurze Enthaltsamkeit zu seinen Fans. Nach seinen Shows kommt er zu Fotos und einem Talk an die Tür, so wie auch an diesem Morgen.

Sich bei der Show des gnadenlosen Entertainer´s und Grimassenschneider nicht zu vergnügen, das ist wirklich schwierig, denn seine Gags sind wahrlich der Burner. Sogar Politiker, `verirren´ sich ins Grünspan. Die möchten allerdings nicht mit Namen genannt oder erkannt werden, weil sie vom ehemaligen Friseur aus einer Glatze einen aufgemalten `Haarschnitt´ verpasst bekamen, der an eine Figur aus dem zweiten Weltkrieg erinnerte. Wovor haben die denn schiss? Hammer!

Hier „wird man nicht verarscht, sondern alles ist echt!“. Das es sowas in diesem sonst so steifen und unverschämt konservativem Hamburg an Spaß-Veranstaltung gibt, finde ich grandios. Bin ich jetzt schuld, dass ich mich in dieser Nacht bespaßen ließ? Muss ich mir jetzt ein schlechtes Gewissen von dieser Nicht-Fun-Gesellschaft da draußen einreden lassen, dass es nackte Beine eines Mannes im Borat-Style zu sehen gibt? Im Gegenteil –  Ich nenne das Ganze mal ´nen Gehirnfick der besonderen Art, denn die Figur Kay Ray spricht das aus, was man eigentlich in unserem Lande nicht sagen darf. Das ist einfach stark unterhaltsam. Wer sich dann noch in den Witzen selbst wieder erkennt, kann sich doch geehrt fühlen.

Danke für diesen Abend! Weiter so, ich gehe wieder hin!!!