Lenny Kravitz: Radiopreis Hamburg mit Top Acts am Start

Hamburg. Schuppen 52.
Der Radiopreis 2018 war zum 9. Mal wieder hochkarätig besetzt: Der Top-Star des Abends, Rocker Lenny Kravitz, sahnte alle Sympathien ab, die verteilt wurden! Barbara Schöneberger moderierte so witzig und unbefangen, wie noch nie und Norbert Blüm wütete sich über die neue Rechte Szene aus. 

Meine Fresse, ist der coool!

Meine Güte, ist dieser Typ cool: Lenny Kravitz, der Presse auf seinen Konzerten grundsätzlich nie zulässt, war der absolute Top-Bringer des Abends. Und der soll 54 Jahre alt sein? Niemals, wenn man hätte schätzen sollen. Über den Roten Teppich huschte er innerhalb von nur einer Minute. Muss ja, denn er eröffnete die mittlerweile etablierte Preisverleihung mit einem Song aus seinem neuen Album „Raise Vibration„. Aber – Frechheit siegt! Denn Matze Knop passte den Musiker auf dem Red Carpet ab und bekam sein Selfie! Das jetzt sogar Promis Promis jagen… Naja, andere durften da nur neidisch zuschauen.
Sein Look ist so modern wie klassisch: Lederjacke, enge Hose, echte Rastas. Seine Stimme, die Ausstrahlung und Bewegungen sind einfach göttlich. Vielleicht ist er auch sowas, wie ein Rock-Messias? Jedenfalls gerieten alle anderen Gigs dadurch, wie Max Giesinger oder Glasperlenspiel automatisch ein weniger ins Hintertreffen, weil sie nur auf den Schluss der Show warteten, an dem der New Yorker zwei weitere Songs abdrosch! „Selbst einen Künstler, wie mich, hat Radio geprägt, weil ich im Käfer meiner Eltern immer damit konfrontiert worden bin…“, meint der in Brooklyn aufgewachsene Star auf Nachfrage.

Der Star des Abends: Lenny Kravitz auf dem Radiopreis 2018 in Hamburg.

Für den Gewinn in der Kategorie „Beste Morgensendung“, Simone Panteleit und Ron Perduss (Berliner Rundfunk 91.4), freute ich mich besonders. Denn die Frankfurterin schaltete ich immer wieder dann ein, wenn sie das SAT1. Frühstücksfernsehen moderierte. In diesen Talk-Stil verliebte ich mich schnell: er war rasant, ehrlich und verdammt schön. Irgendwann verlor das TV sie aus den Augen…

Beste Moderatorin: Barbara Schöneberger

Für die schönsten Brüller des Abends sorgte Barbara Schöneberger. Nach dem ersten Song von Kravitz: „Vielleicht gehe ich jetzt direkt gleich hinterher und der Bommes könnte übernehmen.., weil Lenny in einem Interview gesagt hat, dass es schwierig ist, eine Freundin zu finden…“, oder auch mit: „…bevor es jetzt kurios wird und ich zum Jan Ulrich mutiere…“, lachten wir uns schon am Anfang schlapp.

Norbert Blüm sprach klare Worte, wenn es um Rechts geht. Wütend schilderte er, wie er sich in seiner Kindheit in den Luftschutzbunkern verkriechen musste.: „Habt´ ihr es denn nicht begriffen? Wollt ihr Grenzen und Mauern wieder zurück? Ich dachte, wir haben dieses Thema überwunden…!“ Danke. Weg mit Rechts, weg mit Links! Nur die Mitte kann es richten.

Spaß- und Ewig-Lachbombe Sabrina Lange (erste deutsche Big Brother-Staffel) wanderte mit Comiker Matze Knop über den Roten Teppich, der gerade das Werner-Rennen moderierte. Was trägt sie denn für schön bunte Klamotten? Das passte ja schon fast für´s Dschungelcamp. Mutig, mutig, machte mich aber neugierig. Meine Pseudo-Hand-Micro-Frage: ´Wie hat es Ihnen gefallen?`, beantwortete sie so: „Ja, toll, tolle Musik und so weiter…“

Warum das Radio nicht ausstirbt

Radiogeschichten habe auch ICH zu erzählen. Denn wir verfolgten den Rest der Welt von der Ostzone heraus, mit zum Teil selbstgebauten Holzkisten. Zu meiner Jugendweihe kaufte ich mir dann ja ´nen Stern-Rekorder (Mini-Plaste-Ghetto-Bluster), mit dem ich sogar NDR-Programme empfangen konnte. Alles pfiff auf DT64 vom „Berliner Rundfunk“, der sich natürlich überwiegend steif an die 60:40-Regel halten musste (zweidrittel der gespielten Lieder sollten offiziell DDR- und Ost-Block-Songs abdecken, der Rest waren überwiegend alte Schinken, die uns fast aus den Ohren heraushingen). Aber egal, denn das war eines unserer Fenster ins wahre Leben. Sonst hatten wir ja (gar)nischt…

Wer den Radiopreis noch einmal sehen möchte, unten steht der Link dazu.