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LOUKA – LIVE! Backstage im Talk mit Debüt-Album LAMETTA

Kurz vor Weihnachten, am 3. Advent, traf ich LOUKA Backstage, die als Support bei Lena Meyer Landrut´s END of CHAPTER ONE Tour in der Großen Freiheit spielte. Wir talkten ganz privat über ihre Karriere, Notizbücher, ihr Debüt-Album, Wurzeln, Hamburg, Berlin und über Freundeskreise, welche man im Leben ja braucht. Außerdem durfte ich ihren Auftritt mitsehen und hören, um zu wissen, wie sie ihre Geschichten musikalisch verpackt hat. 

Während andere potentielle Newcomer Castingshows abklappern, hat LOUKA den alten und klassischen Weg eingeschlagen. Allerdings hatte sie ein wenig Glück mit einem Freund, der tatsächlich und plötzlich bei Four Music arbeitete und die Songwriterin als neuen Support-Partner vorgeschlagen hat. Zuvor dauerte es 2 Jahre, Text und Musik zu schreiben, das erste Album mit 13 Songs zusammenzustellen, an dem so oft alles andere gemessen wird, was danach kommt.

Für mich war es eine tolle Überraschung LOUKA das erste Mal live zu sehen. Mit sehr viel Feingefühl singt sie ihre Lieder. Ihre Stimme klingt klar, sie erzählt über Gefühle, unsere Hauptstadt und vieles mehr. Als ich „Berlin, Berlin“ hörte, zog ich irrerweise nicht vorhandene Parallelen zu Nina Hagen´s „New York, New York“, weil das künstlerisch genau gegensätzlich scheint. Darum interessierte ich mich für den Musik-Stil, den sie macht.

Warum ein Künstlername?

„Für mich war es wichtig, nicht mit meinem privaten Namen zu stehen, um mich mit meiner Musik abzuheben. Es kommt alles aus meinem Körper und aus meiner Seele heraus. Aber privat möchte ich das wirklich trennen, darum gab ich mir den Künstler-Titel LOUKA. Ich überlegte sehr lange; wer bin ich und wer ist meine Figur. Ich bin dadurch eben wandelbarer. Egal, welche Größenordnung ich einmal erreichen werde, möchte ich das so immer beibehalten.“

Wie begann deine „Karriere“?

„Mit 15 hatte ich in einer eigenen Band zwar nichts zu Texten beigetragen, sondern sie nur gesungen. Dann habe ich angefangen mit diesen vier Akkorden, die ich auf Mini-Disc aufgenommen habe, mein erstes Instrument zu spielen. Und, ich habe gemerkt, dass ich mich besser ausdrücken kann, wenn ich den Stift in die Hand nehme.“

Hängt das mit der bekannten Notitzbuch-Geschichte zusammen?

„Genau so ist es. Wenn ich schreibe, dann kann ich meine Gedanken viel besser verarbeiten. Am besten klappt es, wenn ich mir Sätze notiere, die mir irgenwie und irgendwo begegnen. Mein Regal ist mittlerweile voll davon. Dann nehme ich diese Stichpunkte irgendwann wieder auf und baue Sätze damit zusammen, die auch einen Sinn ergeben…“

Apropos Regal, welchen Platten“laden“ hast du als Kind durchgestöbert?

„Es liegt nahe, dass es das meines Vaters war. Mit dabei waren TOTO, Alanis Morissette, Sheryl Crow, Tom Petty, viel Country-Music… Ja, sowas haben wir uns reingezogen.“

Live spielen?

„Super gerne. Nur so siehst du in real, was da zurückkommt. Durch die Entwicklung des Internets spiegelt sich genauso voll deine Arbeit wieder, ist eher greifbar, weil Fans direkt kontakten können. Es ist schon cool, sich auch so vermarkten zu können. Wenn dich ein Label nicht will, kannst du heute so wunderbar daran vorbei gehen. Schließlich haben die ja auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen.“

Warum müssen alle auf dein Konzert kommen?

„Ich glaube, so würde ich das behaupten, wir schaffen es die Leute in meine Welt reinzusaugen. Auf eigenen Konzerten können sie sich durch einen Sog in meine Emotionen bringen lassen. In Hamburg sind wir im April, im Nochtspeicher. Ich freue mich wirklich so darauf, weil das Hamburger Publikum das beste ist!

Ganz wichtig finde ich es zu sagen, dass Sachen reifen müssen. `Alles hat doch seine Zeit´ und bekommt seine Chance. Ich mache keinen Content, sondern Kunst. Und häufig ist es so, dass man nur noch reinballert, um was zu zeigen. Dann wird das eben auch schnell beliebig. Ich bemühe mich, eine langsame Person zu sein. Ich finde, ich möchte Musik immer machen, egal, ob ich davon leben kann, oder nicht. Das hält meinen Motor am Laufen. Es erfüllt mich und ich freue mich, wenn das zurückkommt.“

Ich traf die Künstlerin LOUKA Backstage zum Talk.

Ich traf die Künstlerin LOUKA Backstage, vor ihrem Auftritt, zum Talk.

Lampenfieber?

„Ja, immer. Weil Du weißt ja nicht, wie die Leute reagieren. Heute sind sie wegen Lena da und haben sich NICHT für mich entschieden…“

Zuhause sein?

„Jeh älter ich werde merke ich, wo meine Wurzeln stecken. Ich hatte so ´ne Phase, da dachte ich, ich muss cooler sein oder eine Rolle spielen. Das liegt mir nicht. Und ich will das auch nicht. Ich komme aus dem Saarland, dort sind viele eher französisch geprägt. Wenn ich meine Mutter angerufen habe, und ihr mitteilte, dass ich 10 Leute mitbringe, war das immer ok und wir haben alle herzlich eingeladen. Das ist eine Art von Kunst.“