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Malta Inside – Warten auf Weihnachten und 2018

Sliema. St Julian´s Bay.
Warten auf das Christkind, warten auf Silvester und auf die Kulturhauptstadt, die Malta ja 2018 sein wird. Und das in einem Café, indem sich alles trifft, was Geld hat, was vielleicht lange Weile hat oder einfach nur auf einen Americano vorbeikommt.

Es ist voll die Low Season. Das heißt, dass sich (fast) ausschließlich Einheimische draußen treffen, auch wenn es gerade einmal stürmt, die Temperaturen bei fünfzehn Grad, gefühlt sie aber bei unter zehn, jedoch bei Sonne über 17°C (wie auch in Barcelona) liegen. Wie schön. Kalt ist trotzdem anders. Während im Hoch-Sommer alle im schicken Röckchen oder T-Shirt herumlaufen, sind jetzt bei schlechtem Wetter Jeans und Jacken angesagt. Im „Winter“ sind kaum noch Touris hier. Heute, zu Weihnachten und zum Jahreswechsel kommt auch die Sonne wieder zurück. Der Frühling ist zurück!

Wer in der Nähe der St Julian´s Bay wohnt kommt in das bekannteste italienische Café, indem mich sogleich täglich die immer selbe Kellnerin mit: „Ola, this is a perfekt time for a Cofé…!“ begrüßt! Das sagt sie nicht sehr oft, aber doch täglich einige Male und nicht zu jedem. Trotzdem, jeder wird hier gleich behandelt, mit jedem macht sie einen kurzen Talk. Deshalb kommen alle wieder, wollen sich kurz oder länger unterhalten lassen, dabei einen fetten Burger essen oder ein Stück Kuchen schmatzen.

Ab dem dritten Tag bekam ich meine eigene „VIP-Lounge“, wurde auf dem Balkon immer ein Tisch für mich reserviert, immer solange freigehalten, bis ich dort auftauchte. „Hey, wie geht’s Dir heute…!“ Ich komme kaum dazu, zu antworten und schon begleitet mich der Service die Treppen hoch und kennt meine Bestellung, weil ich sie immer gleich tätige: Einen Americano und einen Plain.

Wer kann mir die Insel zeigen? In aller Ruhe habe ich Gelegenheit Tinder zu starten und zu schauen, was denn so geht, hier auf Malta, im „Winter“. Eine Menge. Sofort habe ich ungefähr 10 Matches, mal eben aus dem Stehgreif heraus. Zügig habe ich Kontakt und Schriftverkehr. Ein Treffen wird vorsichtig für die nächste Woche vereinbart, weil sie in dieser noch so hart arbeiten müsse. Dann wäre ein Travel-Date möglich, würde sie Zeit haben, mir einige Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Aber nur, wenn es nicht um Spaß gehen würde, betont sie noch vorsichtig. Sicher.

In der Zwischenzeit ist das Café, gegen zehn Uhr AM, rappelvoll. Ich lerne Natascha kennen, die ebenso ein Frühstücks-Plain und einen Kaffee bestellt. „Ich komme aus Russland und lebe hier mit meinem Freund, weil der für drei Jahre ein Studium angefangen hat“, erzählt sie stolz und gibt mir noch nebenbei einen ganz heißen Tipp, was wir unbedingt in diesem Jahr auf Malta sehen müssen. In London verbrachte sie 5 Jahre und bemängelt die Hektik, die dort vorherrsche, die es aber hier, auf der Insel nicht gebe, weil die Uhren anders ticken würden.

In meinem Hostel herrschte erst gähnende Leere. Dann aber kommen doch der ein oder andere Gast, um Nächte zu bleiben. Wer länger plant, sollte jetzt reservieren, denn um den Jahreswechsel herum  soll es hier kein einziges Bett mehr geben. Mehrere kommen dann auf die Idee, bei Wasser und Wein, ohne Feuerwerk und sinnloses Gesaufe das neue Jahr zu begrüßen.

Malta ist 2018 Kulturhauptstadt Europas. Darauf arbeiten alle hin. Es wird an gefühlt (fast) jeder Ecke gebaut und geputzt, was das Zeug hält. Die Menschen, die aus der ganzen Welt anreisen werden, sollen sich wohl fühlen. Bevor der Jubel und Trubel losgeht, schaue ich in die Häuser rein, verstehe dabei das Wort „Einladung“ komplett falsch, weil die Bedeutung eine ganz andere ist… Aber dazu mehr in meinem zweiten Teil: Malta Inside.