Nasse Schuhe und schöne Erinnerungen – mein Deichbrand ´17

ZDF, ARTE Concert, NJoy – Biffy Clyro, Kraftclub, Donots – 55 000 Tickets verkauft, denn alle waren zum Deichbrand da! ICH habe mein eigenes Programm gestartet und sogar auf dem wohl beliebtesten Festival des Nordens in der Handbrotzeit meine eigenen Brötchen gebacken.

Wieder Zuhause! Was bleibt, sind dreckige Schuhe und schöne Erinnerungen:
Wenn man in Cuxhafen aus dem Zug steigt, dann riecht es nach Kuh, Feld und ein wenig Gülle, richtig ländlich eben. Es geht wieder auf das Deichbrand. 2017 gab es echte Überraschungen: 55 000 Kartenkäufer haben sich auf den Zeltplätzen, rund um Wanhöden breitgemacht! Die Macher haben reagiert und das Gelände weit vergrößert und das ganze System scheint (fast) perfekt durchdacht.

Denn das Gelände wurde weiträumiger abgesperrt, also auf enorme 1,8 Hektar vergrößert, weil die Zuschauerzahlen wachsen! Jetzt könnten sogar noch ca. 5000 Leute mehr untergebracht werden, wenn man es denn wollen würde. Die Bühnen haben einen neuen Platz bekommen, auch die „Fressbuden“ und Foodtrucks. Nichts ist mehr zu eng, alles scheint perfekt durchdacht zu sein. „Unsere größte Neuerung in diesem Jahr ist das Herzstück, die Open Air Arena…“, so der Veranstalter. Ich füge hinzu; sogar W-Lan ist nun da…!

Frühstück.
Das Dorf arrangiert sich mit dem Festival. Eine Bäuerin öffnet ihre mehr oder weniger marode Scheune, stellt dort Bänke und Tische auf, baut einen provisorischen Tresen in eine Ecke, hinter dem Kaffee und belegte Brötchen für 1-2,-€ verkauft werden. Eine Straße weiter wird aus der sowieso gerade freistehenden Garage ebenso verkauft, jedoch bekomme ich hier auch Süßigkeiten dazu, wenn ich denn will. Schließlich bietet sich das Zusatzgeschäft für die Anwohner, einmal im Jahr, für gerade einmal 4 Tage, bestens an.

Mittag.
Irgendwann treibt mich erneut der Hunger. Als gelernter Bäcker bekomme ich wieder Geschmack auf ein Tages-Praktikum bei der HandBrotZeit. Hier schmeckt´s auch am besten. Kein Burger- oder Crep-Laden kommt da ran. Deshalb möchte ich selbst Finger anlegen und meine eigenen Brötchen backen! Das erlaubt mir der Chef, der mich noch aus dem letzten Jahr kennt: Teig machen, Käse schneiden und rein in den Ofen! Auch hier hat sich der Platz, also das Zelt zur Herstellung der Waren erheblich vergrößert, darum können ab jetzt mehr Mitarbeiter auch mehr produzieren. Das ist auch nötig, denn die Leute stehen Schlange, wollen für einen Euro-Heiermann das Gebäck, nicht nur zum Frühstück haben…

Abends.
Donnerstag, Freitag
spielt das Wetter noch einigermaßen mit, es regnet nur nachts, kurz. Am Samstag jedoch, da pladdert mehrfach der Monsun auf uns nieder, der Boden auf dem Festival-Areal weicht ein wenig auf. Gegen Mitternacht machen sich Crew-Mitarbeiter die Mühe, die gerade bekannten Unwetterwarnungen mündlich an uns weiterzugeben und fordern uns auf, alle Stühle und Grills in die Zelte zu stellen, damit das keine Wurfgeschosse werden könnten. Aber es bleibt alles ruhig. Trotzdem – nur noch Gummistiefel machen Sinn. Und die habe ich dieses Mal einfach nicht dabei. Darum ist für mich ein wenig früher Schluss, mit Konzertfotografie, Essen testen und Zeltplatzleben. Schade, ich muss mich wieder besser dafür vorbereiten…

Es spielten Kraftclub, die mich mit ihrer neuen und echt beeindruckenden Show fesselten (sie hatten zuvor über ein Casting eine Menge an Girls gesucht, die dann auf 3 Träger-Etagen Choreografien tanzten), Feine Sahne Fischfilet, die ja schon auf dem Wutzrock alles abrissen und für Einlassstopp sorgten, Biffy Clyro, der 2014 mit einer riesen Konfetti- Kanone erstaunen ließ, The Donots, auf die sich viele freuten, Cro und viele andere. Das Line Up ist für viele erst der Grund, sich eine Karte zu kaufen. Der Rest findet sich dann.

Das mediale Interesse ist gewaltig gestiegen. In diesem Jahr sendeten das ZDF und Arte Concert zum ersten Mal einen Stream direkt von allen drei Tagen. Da schaute ich besonders am Sonntag rein…