CREATOR: Montage – Jörn Ehrenheim

MBFW.berlin: MEINE erste analog-digitale Modewoche

Nur zusehen, nicht LIVE am Catwalk sitzen? DAS war meine erste Modewoche, die eigentlich NUR online stattfinden durfte, jedoch eine Designerin den starren Sektor verließ und in die loyale Schiene wechselte, sorgte für eine faustdicke Überraschung – ANJA GOCKEL.

Ja, diese Shows, in denen man in den ersten Reihen

…sitzend die Stoffe fast (er)riechen kann – sie fehlen uns sehr. Digitale Kontakte ermöglichen immerhin, Dank des Internets, unsere Kommunikation. Jedoch ist das Lampenfieber, der Wirbel um die Tickets, die man nicht kaufen kann und der persönliche Kontakt mit den Designer, Schicks und denen, die immer über alles meckern, unersetzlich!

rebekka ruétz hatte am Mittwoch zu einem echt schönen digitalem Come together an zwei Terminen geladen, zu denen über die neue Situation geplaudert werden durfte. Zu der schaltete ich mich, pandemiegerecht auf meinem Sofa lümmelnd, zu und befürwortete das Fashion Video, welches die Österreicherin produzieren ließ, indem das Thema Corona wunderbar verarbeitet und gleichzeitig die Mode in den Mittelpunkt gesetzt wird. Auf Nachfrage, warum eine Live-Show ohne Publikum keine Option gewesen wäre, antwortete rebekka: „…das wollte ich unter anderem meinen Sponsoren und allen anderen nicht zumuten…“

Dagegen setzte ANJA GOCKEL eine echte Botschaftsbombe und feuerte mit ihrer LIVE-Show im Hotel ADLON in Berlin, am Brandenburger Tor, eine KULTURsalve ab. Mit Tänzern aus der Hauptstadt, die während der Präsentation durch die Models hin und her sprangen und Gleichzeitig verließ die Berlinerin den bisher eher starren Sektor und wechselte mit ihrer neuen PR-Agentur in die loyale PR-Schiene. Dazu gab sie TouchYou.de ein Interview vor Ort, zur aktuellen Lage und untermauerte ihr Handeln.

So wenig Live Shows gab´s noch nie

Unsere Mode-Lieblinge LENA HOSCHEK und Marcel Ostertag, der im Februar ein VIDEO nachliefern wird, setzten diesen Winter mit einer Fashion-Show aus, sowie eben auch Marina Hoermanseder.
UNVERGESSENe POINTE: Letztgenannte ließ uns noch im Sommer 2018 voll aggro von der Fotowand und dem After- Show-Party-Open-Air-Gelände des E-Werkes ohne Grund runterschmeißen, und zwar mit den Worten: „NEEE, dieser Typ da nich´, der kommt hier nicht rauf!“! Unbemerkt konnten wir so doch noch unsere Story machen, weil zuerst von der Seite spähend, später uns niemand direkt auf der hinaufgeschmuggelten After Show bemerkte.
Heute, am 22.01., ließ sie auf Nachfrage ausrichten, dass es zum Januar 2021 „…mit einem Interview nicht klappt. Wir haben viele Anfragen. Davon können wir nur vereinzelt welche wahrnehmen, damit zwischen Unternehmen und Presse auch noch Zeit für ihr 2-Monate altes Baby bleibt.“
Na, dann hoffen wir mal auf den Juli 2021.

Andere, wie Kilian Kerner feierte gleich ohne After-Show sein 20-jähriges Jubiläum und Neuling und Gewinner des Hyeres-Festivals, Tom Van Der Borght, schockte gleich mit echt schrillen Looks, fetten Boots, bunten Karos, krass-kosmatischem VOODOO-Style. So eröffnete Tom Van der Borght die Berliner digitale Modewoche. 

Wie wird es weitergehen, mit der MBFW.berlin? Das fragen sich derzeit viele. Zur selben Zeit fand ebenso die „Neonyt On Air“ in Frankfurt statt. Das Verzerren der Standorte wird ein echtes Problem werden können, wenn sich zeitlich nichts ändern wird. Denn drei Tage Modewoche – danach brauche man erst einmal eine Woche Urlaub, meint ein Fashion-Insider… Darum ist es ratsam, beide Städte versetzt veranstalten zu lassen.