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40 Jahre NENA Live – Bei 99 Luftballons rasteten alle aus!

NENA Live in Hamburg/Stadtpark. 
Wie herrlich, das hat voll getoucht!
Es war ein Generationstreffen und eines der schönsten, ja abwechslungsreichsten  Konzerte, die ich jeh gesehen habe – Power, perfekter Sound und genau zwei Stunden Luftballons und mehrere Leuchttürme. Mein erstes Mal mit NENA Live war echt cool. 

Zwar hatte ich zum Fitzgerald-Club-Opening NENA und Tochter Larissa schonmal exclusiv besucht, sie zu ihrem gemeinsamen DJ-Debüt fotografisch begleitet (siehe auch MOPO). Aber das hier und heute, war ein mega dicker Zahn schärfer:

Irgendwann kam im Vorfeld die Meldung: Stadtpark ausverkauft. Gleich am Eingang noch erzählte mir eine Kartenbesitzerin, dass sie wissen würde, dass NENA auf ihrer „Nichts Versäumt-Tour“ viele alte Stücke aus den 80-ern spiele und sie sich genau nur deshalb ein Ticket geholt haben will. Das war genau korrekt.
Denn gleich pünktlich zum Anfang ging es los, mit „Indianer“ (1983). Dazu passte das erste Outfit der Hamburgerin perfekt. Irgendwann kamen „99 Luftballons“ (1983), bei denen alle richtig ausrasteten, die Arme nach oben rissen und in die Lüfte hüpften! Weiter gings mit „Feuer und Flamme“ (1985). Mit „Wunder gesche´n“ (1989) und „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ (1984) wurde es sehr lieblich. Zwischendurch kam eine spannende Abwechslung rein, als nach der ersten kurzen Pause, der sozusagen zweite Teil der 40-jährigen Jubiläumstour startete, inmitten des Publikums. Auf einer Mini-Stage zelebrierte NENA die Anfangszeiten ihrer Karriere und spielte zwei weitere Songs: „So habe ich mal begonnen. Mein erstes Studio war fast genauso klein, wie diese Bühne, auf der wir jetzt stehen…“

Ich kannte alle Titel, die sie spielte, ich sang sie laut mit, denn in meiner Jugend konfrontierten die West-Medien uns immer und immer wieder mit ihren Songs. Sogar der DDR-Musik-Stall Amiga kam nicht an dieser Erfolgs-Künstlerin vorbei und veröffentlichte eine LP und mehrere Quartett-Singles, die so begehrt waren, dass sie, wegen der sozialistischen (Ver)Plan(t)-Knappheit, kaum einer bekam. NENA war schon damals für uns eines der unerreichbarsten Pop-Idole, die uns teilweise mit ihren gefühlvollen Texten aus dem Herzen sprach. Sie war nie eine Eintagsfliege, überlebte die Neue Deutsche Welle locker. Viele andere nicht.

NENA powerte 2 Stunden lang im Stadtpark ihre Hits der 80-er und die von heute raus…

„Seht ihr unsere neue Licht-Show und die LED´s?“, fragte die als Kerner in Hagen geborene. Na klar haben wir das bemerkt. Viel cooler war die Power der 58-jährigen, die ja wohl der absolute Ober-Hammer war. Die Fitness, die total bemerkenswerter ist, als jede Soundanlage jemals sein dürfte, spiegelte sich voll in ihrer Dauer-Performance wieder. Ohne Pause springt und rennt diese Frau von einem Ende zum anderen, auf den Laufsteg und wieder zurück. WOW!!!

Aus dem VIP-Bereich verfolgte ich (fast) das ganze Konzert, hatte den besten (Über)Blick auf die Bühne incl. aller Emotionen, die die Fans lostraten. Die Mädels neben mir tanzten, schrien und klatschten, forderten schon früh Zugaben. Aber genau nach 2 Stunden, exakt um 10PM war Schluss. Viele wollten noch mehr haben, aber ihnen war nicht bewusst, dass die Nachtruhe Vorrang haben muss. Seit einigen Jahren ist es nämlich vorgegeben, dass wegen der Anwohner keine Ausnahmen mehr gemacht werden dürfen.

Danke, NENA, du bist total geil! Mit diesem Konzert war ich so glücklich, wie selten. Es war eine Erinnerungsreise, auf der wir alle träumen, singen und mittanzen durften. Bei kühlen Temperaturen, jedoch trockener Luft rockte die Freilichtbühne, die bis auf die letzte Ecke besetzt war, alles und jeden Hit mit.
Heute berichten die Eltern ihren Kindern von der alten Zeit, als Schulterposter, tonnenweise Haarspray und Leggings In waren. Deshalb will der „Nachwuchs“ sehen, was uns damals getoucht hat und es kommen heute ganze Familien zu den Gigs.

„Rette mich…!“ Auch wenn Karsten Jahnke nicht über seinen Altbacken-Schatten springen kann, gerade deshalb – NENA sehen und sterben. So fühlte ich mich, wie nach Hause kommen…