Auf dem Tisch ausgebreitet – die Powerbeats Pro von APPLE.

POWERBEATS Pro – Langzeittest mit APPLE-Kopfhörern

6.8
Diese Bügel stören kaum

Als enttäuschter APPLE-Kritiker, wegen zu schlechter I-Phone 4S-Erfahrung und negativ entgegengebrachtem Service, bekommt eine Produktsparte eine neue Chance, weil auch die Handys und besonders Kopfhörer der Konkurrenz, wie Marshall, eher lächerliche Technik anbieten, die bei (fast) täglicher Verwendung nicht unbedingt die angegebene Garantiezeit, geschweigedenn zwei Jahre überstehen können, bevor sie gnadenlos auseinanderfallen. 

Frage: Was ist also besser – In-Ear oder auf dem Ohr? Werden diese „Stöpsel“ wirklich das halten, was da für den Preis versprochen wird? Was können die 250,-€ teuren POWERBEATS PRO von APPLE, wie sitzen sie, wann drücken die und vorallem – wie ist der Sound beim Musikhören und die Quali beim Telefonieren?

VORWEG

Diese Wearables fallen auf und sind optisch neu ein wirklicher HINGUCKER – ob in der U-Bahn, im Zug oder in meinem Lieblings-Schweinske, wenn ich meine Currywurst-Pommes verdrücke – die Frauen schauen auf diese BÜGEL!

Screenshot von der power-app, die zeigt, wie voll die Akkus sind.

Der LOOK – Das Auspacken – Das Laden

Die kleinen Dinger sehen sehr stylisch aus, fassen sich gut an und machen gerade in der Farbe LAVA RED echt was her, passen optisch zu TouchYou.de. Auch Männer dürfen seit ein paar Jahren zu solchen Colors greifen, ohne dabei schief angesehen zu werden.

Naja, ich lade mir zu aller erst einmal die POWERBEAT APP herunter. Damit wird das Produkt sofort erkannt und darauf ist einsehbar, wie voll die AKKUs sind. Das Koppeln ist zuerst ebenso kinderleichte Sache und die Bügel werden sofort angeschaltet.
Wow, cool, dann geht´s schon los.

Powerbeats Pro Lade-Case. Hier sieht man die empfindlichen Kontakte, die immer „sauber“ sein müssen, damit die Bügel geladen werden können.

Apropos LADEN – das geschieht relativ zügig (zehn Minuten), einfach dann, wenn die Bügel im Case liegen und der Mini-USB angedockt wird. ABER das kann eine knifflige Angelegenheit werden, wie ich es erfahren musste. Denn der eine Bügel hatte nach kurzer Zeit 100%, der andere dagegen 0%! Daraufhin säubere ich die Kontakte in der Schachtel und am Kopfhörer, schließlich könnten die „verdreckt“ sein. Danach laden beide noch einmal ordentlich durch und die Firmware v3A283 lässt sich auf der APP ebenso installieren, die für Performanceverbesserungen sorgen soll. Nach dem nächsten Aufladen im Case wird das Update installiert und alles ist gut.
Doch noch EASY!

Dann versuche ich mir diese Bügel um die Ohren zu fummeln und das ist (nur) anfangs eine echte Herausforderung und bestimmt zukünftige Übungssache. Das erinnert an meine Oma, die ja Hörgeräte tragen musste, die schon vor 40 Jahren krass und klobig waren und den ähnlichen Look aufwiesen. Die hat dat immer verflucht – ich verstehe jetzt, warum…!

Die Apple In-Ear-Bügel sehen auch in LAVA RED einfach stylisch aus. Aber sind sie auch vom Sound und Sitz ausreichend gut?

Läuft APPLE ÜBER HUAWEI?

Was mich überrascht hat, ist, dass dieses Wearable auch mit meinem Huawei P30 Lite funzt, und zwar sogar mit guter, ausreichender Lautstärke. Die ist normalerweise kräftig gedrosselt. Man ist ja von dem amerikanischen Hersteller so einiges gewohnt, z. B. dass man ein überteuertes APPLE-Handy haben sollte oder muss, um überhaupt diese Extras, wie Kopfhörer by Dr. Dre „betreiben zu dürfen“. Hier, mit diesen POWERBEATS ist die Einschränkung nicht gegeben, habe ich gefühlt kompletten Zugriff auf die einfachsten und wichtigsten Funktionen, wie auch Gespräche mit einem Druck annehmen. Alles läuft über das b, den „LOGO“-KNOPF, beidseitig.

Kopplungsprobleme

Stöpsel grade durchgeladen, schaue mir das Live-Video der Räumung der „Letzten Linken Hochburg“ in der Liebig Straße 34 auf YouTube an. Guter Sound. Danach bitte wieder Musikstream – aber, dann klicken die „Lichter“ bei den Bügeln aus und nichts geht mehr. Erneute Koppelung plötzlich nicht mehr möglich. Ab ins Case, nochmal durchladen und als die Dinger wieder voll sind, lassen sie sich erst erneut verbinden.
Hmmm, was war das? Nicht grad‘ lustig, diese Unterbrechung.

Das Telefonieren

Es klingelt. Mit der MFTaste, auf beiden Seiten verfügbar, lässt sich also mit einem leichten Fingerzeig und einem Druck das Gespräch annehmen. Das Telefonieren funktioniert teilweise (nur) sehr gut und die Stimmen sind nicht immer beiderseitig klar und deutlich zu verstehen. Das ist nur dann ordentlich, wenn auch der Angerufene oder Anrufer ein gutes Micro oder Handy am Start hat.
Beispiel Eins: Mit den BIK-3-Aldi-Kopfhörern, die der Discounter für 25,-€ rausgehauen hatte und die eine Bekannte beim Call benutzte, knarzte und kratzte der Gesprächs-Sound ganz schön. Da hilft – runterregeln. Man merkt dann doch die wohl preislichen Unterschiede.
Beispiel Zwei: Anderseits hat der nächste Anrufer sogar im Auto, auf Freisprechen gestellt und guten Sound. Die Voice kommt beiderseitig gut und satt durch.
Beispiel Drei: Ein vor ein paar Tagen in China gelandeter Freund, der für zwei Wochen in Quarantäne sitzt, sich dort langweilt, weil er sein Zimmer nie in dieser Zeit verlassen darf, ruft mit Whats App-Video an. Cool, wir verstehen uns, trotz einer Mini-Verzögerung von ungefähr einer halben Sekunde verdammt gut. Wir staunen beide.

Musik über MFT regeln

Wenn der Gegenüber aufgelegt hat, läuft sogleich wieder die Musik von alleine weiter, die zuvor automatisch gestoppt wurde. Die Steuerung, die mit zweimal klicken einen Song weiter befehligt, bei dreimal zurücksetzt und ihn bei einmal drücken stoppt, ist einfach über den MFT (MULTI-FUNKTIONS-KNOPF) bedienbar.
Das kennt man jedoch schon und ist Standard.

Powerbeats Pro. Diese Bügel in LAVA RED müssen ans und hinters Ohr. 

Der Sound

Ich bin hier hin und hergerissen.
Er ist ok, ja. Die Effekte kommen schon klar durch. Der Bass kommt jedoch nur dann gut, wenn man sich die Stöpsel konkret in die Gehörgänge reindrückt. Soweit bestimmen eher die Mitten und Höhen den Klang, als alles andere, wenn die Gummis halbherzig eingesetzt sind. Die Soundfülle fehlt mir dadurch ein wenig. Ich versuche mit dem EQ meiner Napster-Musik-App was zu drehen. Das klappt nur bedingt. Wenigstens lässt sich die Lautstärke durch den oberen oder unteren Drucker an jedem Innen-Bügel regeln, wenn man das Handy in der Tasche verstaut hat.
Genial ist es, dass, wenn ich eine Seite leicht vom Ohr entferne, stoppen Sensoren die Mucke. Es sollten also beide Bügel auf den Ohren sitzen, dann läuft alles.

Der Sitz

Normalerweise spürt man die In-Ear-Hörer nicht, sie fallen auch beim Radfahren nicht ab oder stören in keiner Weise bei irgendwelchen SPORT-Manövern. Das ist ein wirklich großer Vorteil gegenüber On-Ear oder Stöpseln ohne Bügel. Man könnte nicht behaupten, dass diese Kopfhörer im Weg sind oder auf eine andere Art stören würden.
Nach einigen Stunden machen sich die Stöpsel im Inneren des Ohres dann doch bemerkbar und drücken ein wenig. Und das ist genau das, was On-Ear-Kopfhörer besser können. Zwar fangen die Muscheln bei ununterbrochenem Gebrauch an zu schwitzen, dafür tun sie im Ohrgang nicht weh.
Das Argument wiegt schwer, welches ich gegen In-Ear habe. Wenn ich so ein Hörgerät generell wegen einer (nicht vorhandenen) Schwerhörigkeit tragen müsste, wie also meine Oma damals, wären eine Rund um die Uhr Beschallung nicht möglich!

POWERBEATS Pro – Langzeittest mit APPLE-Kopfhörern läuft.

Ja, ich habe so meine Erfahrung mit

…dem Apfel gemacht, der Handys für knapp 1000,-€ verkauft, die noch nicht einmal ein Jahr und drei Monate überstehen, weil sie sich bei 6 Grad einfach abschalten und nie wieder angehen!! Außerdem hatte ich schonmal zwei Jahre lang einen BiggestOne-Beats-Studio-Fake aus Kambodia, dort für 30,-US$, der da aus der ersten Serie verkauft worden ist, ausprobiert. Überraschend gut war der Sound und lange hielt der Akku, und das für diesen Preis!

Die POWERBEATS Pro kosten 250,-€ und sollen auch dementsprechend so gut sein…
Daher bin ich sehr gespannt und werde immer mal wieder diesen Bericht aktualisieren und nach den neuesten Ergebnissen ergänzen.

POWERBEATS Pro in LAVA Red. Wir testen dieses Produkt, weil es auch mit Android kompatibel sein soll, was bei den Beats by Dr. Dre-Kopfhörern bislang nicht der Fall ist…

So wird das Produkt-Highlight von Apple beworben:

– Bis zu 9 Stunden Wiedergabe für pausenlosen Musikgenuss, in Kombination mit dem Ladecase erhöht sich die Hörzeit auf 24+ Stunden
– 5-Minuten-Fast-Fuel-Ladung ermöglicht 1,5 Stunden Wiedergabe
– IPX4 schweiß- und wasserbeständig
– Angetrieben durch den H1-Chip, der ein schnelleres Pairing, das
– Wechseln zwischen iCloud-Geräten und die Freisprechfunktion „HeySiri“ ermöglicht
– Klasse 1 Bluetooth
– Lautstärke- und Track-Regler an beiden Ohrhörern
– Kraftvoller, ausgewogener Sound, sehr dynamisch im Klangspektrum, Geräuschisolierung
– Verbesserte Anrufleistung und -abwicklung auf beiden Ohrstöpseln
– Verstellbare, sicher sitzende Ohrbügel für maximalen Komfort und Stabilität bei den härtesten Trainingseinheiten
– Vier verschiedene Größen der Ohrstöpsel für das optimale Klangerlebnis und den besten Komfort

MEIN derzeitiges Fazit

Die Akkus scheinen wenigstens gut einen Tag zu halten. Immerhin. Das schaffen andere Hersteller, wie HUAWEI mit der GT 2 mit bis zu zwei WOCHEN wesentlich besser.
Wenn ich die Stöpsel zu sehr hineindrücke, kommt zwar der Sound etwas fülliger rüber, allerdings kann es passieren, dass ich durch das Bearbeiten des Ohrganges mit den Silikon-Weichteilen leichte Schwindelgefühle bekomme, weil das Gleichgewichtsorgan angetoucht wird. Das nervt.

Vertrauen? APPLE ist wirklich aus selbst erfahrenen Erlebnissen unverschämtes Schlusslicht, was Preis/Leistung, Garantie, Haltbarkeit, den Service und hatte uns schon vor mehr als zehn Jahren verärgert, zu den In-Ear-Zeiten mit Kabel, mit überteuerten Modellen, wie schnell auseinanderfallende I-Pods, schrottigen-4S-Modellen und sich verbiegende Handys angehen veralbern wollen, die von der Quali nicht besser, eher schlechter als Billig-Produkte zu sein schienen. Von daher ist das Vertrauen natürlich erschüttert, als das es da gut wäre, 250,-€ für dieses Wearables auszugeben, besonders wegen der NUR einjährigen Garantie.
Sehr bedenklich.

Abwarten.

Und wer gewinnt: On-Ear oder In-Ear?
KNAPPER GLEICHSTAND! Mehr oder weniger. Denn beide Teile haben ihre Vor- und Nachteile. Es kommt auch immer noch auf die Haltbarkeit an, die diese Kopfhörer hergeben. Und da schwächeln alle.
Ein großes ABER habe ich dann doch noch – denn bevorzugt bleiben persönlich ON-EAR, weil die Gehörgänge verschont bleiben und der Sound variabler einstellbar ist.

Unser Fazit


Design/Look/Style
8.4
Bedienung/Handhabung
5.2
Telefonieren/Bluetooth
7.1
SOUND
6.9
Sitz/Tragekomfort
6.6
Akku/Laden/Leistung
6.9
Haltbarkeit/Erfahrungswert
6.3
Preis/Leistung
7.3