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Prizeotel-Opening St. Pauli – Mülltonnen meets Star-Design

Mülltonnen-Opening meets Star-Design.
Schonmal was vom Prizeotel gehört? Nein? Ich auch nicht. Der zweite Hamburger Economy-Ableger auf St. Pauli machte mit einem Wochen-Opening allerdings richtig auf sich aufmerksam: Tiefgaragen-Mülltonnen-Geheim-Gig, Sarah Knappig und der New Yorker Hotel-Designer Karim Rashid, der für die originelle Ausstattung zuständig ist, waren die Stargäste der Nacht und die Zimmer sind in einem coolen Stil durchdesignt.

Was in Bremen 2009 begann, macht jetzt einen geplanten Siegeszug durch Deutschland und Europa möglich. Völlig unkompliziert und nicht so arrogant-steif, wie die Hamburger kommen die Hotel-Stadtmusikanten daher, mit einem Scharm, der die Fischkopp-Mentalität wegsprengen lässt. Die ganze Woche schon durften Handwerker und deren Familien in einem Soft-Opening den neuen Zimmer-Palast genießen, mit Übernachtung!
Um die 70,-€ kostet eines der ca. 275 Doppel-Bett-Zimmer normalerweise, welches im relativ gehaltenen Standardschnitt sogar liegende 2,10 Meterlänge anbietet. So haben auch lange Menschen Platz. Suiten, wie im Arcotel Wimberger Wien, gibt es hier nicht. Das Design erinnert an die Sechziger, in denen die Spiegel von rechts nach links gerne mal wie ein ovales Ei aussahen. Die durchgestylte Farbe, mit der alle Innenräume belegt sind, ist in diesem Stadtteil ein freundliches türkis-grün. In Hannover ist es gelb, in Bremen wieder ein ganz anderes Color. So ist zwar der Look immer derselbe und der Wiedererkennungswert immer gegeben.
Die Tages-Lobby, in der es exclusive das Frühstück von 06-10 Uhr gibt, erinnert mit ihrer abgespacten Tapete und Weitläufigkeit, den komplett in weiß gehaltenen Stühlen und Tischen (fast) an ein Raumschiff Orion. Echt cool und freundlich!

Hämmerten in der Tiefgarage auf Mülltonnen rum: Die Söhne Hamburgs…

Es gab keine Pressemitteilungen, keine Einladung. Das herauszukriegen, war daher eine echte Herausforderung: „Wir haben im Vorfeld bewusst nichts unternommen, um in die Öffentlichkeit zu gehen!“, sagte Constantin Rehberg zu mir.
Unverständlich, denn die Party war ein richtiger Kracher. Nach der Eröffnungsrede wurden alle in die Tiefgarage gelockt, in der dann die Söhne Hamburgs an einem Flügel und Mülltonnen herumkloppten, so einen Überraschungs-Gig gaben. Eine halbe Stunde lang schmetterten sie eigene Stücke und Oldies umher. Dieser Charme war wirklich originell und einzigartig. Das habe ich zuvor nur mit Felix Jaehn vor der Eröffnung der Elbphilharmonie erlebt.
Was nicht so schön war; Hannelore Lay drängelte sich mit einem gespielten Lächeln an unseren Tisch, ungefragt. Das drückte die Stimmung sehr. Wollte jetzt auch nicht ´Nein` sagen, aber frech und unhöflich fand ich das schon..!
Abgespacte GoGo´s, Trommler und Saxephonist + DJ sorgten dann wieder im ersten Stock für Ibiza-Style. Die Laune ging wieder nach oben.

Sarah Knappig, die als Single alleine da war und in einem der Prizeotel-Zimmer übernachtete, ließ sich am Abend zuvor von Designer Karim Rashid vieles zu seinem Konzept erklären. Der New Yorker ist mittlerweile für die ganze Kette und für das Innenaussehen in den weiteren geplanten Städten, wie Wien oder außerhalb Europas, zuständig. Diese Visionen tragen seine Handschrift.

Wer also nach Hamburg kommt und den Kiez + Hafen kennenlernen möchte, wird hier nach gutem Standard versorgt und untergebracht. Der Service ist einfach klasse und kompetent. Mir neu: Telefonisch ist das Hotel NUR über Bremen erreichbar. So wird das Callcenter auf die Basis verlegt und von dort alle Anfragen, auch die per mail, abgearbeitet.
Im Großen und Ganzen merke ich wirklich, dass in den Chef-Etagen Hirarchien der Vergangenheit angehören und es macht dadurch Spaß, einzukehren.



  1. Franz

    Hast Du da mal gefrühstückt? Also, ehrlich gesagt, ich habe zwei Mal in einem Prizeotel gefrühstückt – und alles war eher billig und das meiste kam aus Plastikverpackungen. Ein richtiger Abturner.

    Und wer ist Hannelore Lay?

    • Jörn Ehrenheim

      Berechtigte Frage. Die Frau ist für mich so unwichtig, wie irgendwas. Aber verkneifen konnte ich mir diese Bemerkung dann doch nicht, sry…


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