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Rush, push, cash – YELLO aus der Versenkung und live

Einige ihrer Videos sind sogar in Museen zu sehen. In den 80-ern galten die Schweizer um Dieter Meyer, dem Schnellsprachton von YELLO, neben Kraftwerk ebenso als die Pioniere der elektronischen Musik. Zum ersten Mal sind sie LIVE unterwegs, weil „wir Zuhause saßen und uns wurde ein wenig langweilig…“, wie er es in Hamburg im Dezember verkündete. 

In der Hansestadt schaute ich mir das Konzert von YELLO an. Die Halle war nur knapp zu zweidrittel benutzt worden. Der Sound war gut, die „Show“ auch. Einige Sängerinnen, die das DUO aus alten Tagen aktivierte, begleiteten den Abend mit ihrer Voice. Videosequenzen aus ihren alten Kurzfilmen wechselten sich immer wieder mit  Live-Sequenzen ab.

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Wer wusste denn das? Meier ist 72 Jahre alt, war außerdem noch Restaurantbesitzer, Weinkenner, Regisseur,  Schriftsteller, Schokoladenfabrikant und und und. Er konnte keine Töne treffen, darum Sang er turbo schnell und in nur einer Stimmlage. Witzige Schoten, wie, dass er fälschlicherweise in einem Interview „Müller“, nicht Meier genannt worden ist, sind gegen sein wahres Leben eher lahm. Pokerface und Schnauzer for ever – das ist sein Markenzeichen. Sein Geld verdiente er während seines Jura-Studiums mit Karten-Glück-Spiel. „Ein Boxer hat für einen Moment im Ring seine Probleme ausgeschaltet. Genauso ist es auch hier – Du nimmst immer wieder ein neues Blatt auf…“, meint Dieter Meier in einem seiner Interviews.

Nach einem Entzug gehts wieder, weil er sechs Monate lang täglich ein klassisches Konzert zur Entspannung besucht. So kommt er wieder zusich, probiert sich in Zürich als Künstler mit „This Man Will Not Shoot“ als ein in der Ecke stehender Typ mit angesetztem Revolver aus – und schießt tatsächlich nicht. Daraufhin wird er zur Dokumenta eingeladen. „Das war alles, nur nicht Kunst, eher langweilig, öd´ und blöd. Aber es ist alles, weil ich es will!“

Boris Blanck, der Klangschrauber des Duos, war Lastwagenfahrer. Als beide mit YELLO erfolgreich wurden, konnte er den Autoschlüssel abgeben. Von nun an wurden Songs und Kurz-Videosequenzen produziert, die sogar heute noch in Museen zu sehen sind.

Ich fand es klasse, die beiden endlich einmal live gesehen zu haben. So kann ich auch hier ein Häkchen dahinter machen und sagen – erledigt.