Nana Mouskouri2 (2)

Auf Wiedersehen, Nana Mouskouri!

Selfieverbot und Klassiker-Medley auf BD-Konzert in der Laeiszhalle Hamburg – Griechenlands wohl bekannteste Stimme wurde 80!

Zur Bewältigung eines Kindheit-Traumas gehört es auch, der Vergangenheit in der Gegenwart zu begegnen und ihr ins Gesicht (im wahrsten Sinne des Wortes) zu schauen. Damals war die Ostzone von der Nana Mouskouri-Mania so sehr angetan, dass sogar die dort bekannteste Plattenfirma AMIGA (Freund) mindestens eine LP von dem begehrten Vinyl verlegte. Wer es dort als Lizenz-„Bückware“ in die nicht wirklich vorhandenen „Plattenläden“ schaffte, durfte sich einem Ritterschlag gleich behandelt fühlen.

Dieser Hauch von Griechenland wehte allerdings auch (fast) in den ganzen Rest der Welt. Denn wer unzählige Single- und Alben-Top-Charts-Platzierungen vorweisen kann und gefühlt mehr CD´s verkaufte, als derzeit Lady Gaga, darf sich auf den Thron stellen. Sogar ihre Plattenfirma, der Nana 50 Jahre lang treu blieb, kam um Danke zu sagen: „Wir haben dir dafür eine eigene Trophäe (v. griechischen ins deutsche: Siegeszeichen) gebaut…“.

Fans brachten Weiße Rosen aus Hamburg für Athen mit, um sie auf der Bühne abzulegen.

Fans brachten Weiße Rosen aus Hamburg für Athen mit, um sie auf der Bühne abzulegen.

Nana Mouskouri singt, als wären die Weißen Rosen niemals verwelkt.

Nana Mouskouri singt, als wären die Weißen Rosen niemals verwelkt.

Die Plattenfirma sagt: Danke!! Für 50 Jahre Treue.

Die Plattenfirma sagt: Danke!! Für 50 Jahre Treue.

Die auf Kreta geborene studierte 8 Jahre klassischen Gesang. Danach feierte sie ´61 ihren ersten großen Erfolg mit „Weiße Rosen aus Athen“. Und heute, zu ihrem 80-sten Geburtstag, klang es so, als wären die Blumen nie verwelkt.

Die Bühne schmückten eimerweise Rote Rosen. Die Fanclubs übergaben unzählige Autogramme und Glückwünsche mit selbstgebastelten BD-Karten.

Dann gings pünktlich los, mit dem Konzert. Technische Profis waren am Werk, hatten den Sound so perfekt eingestellt, dass die Bouzouki im Zusammenspiel mit der E-Gitarre sogar ein wenig Moderne in einige Stücke hinein brachte. Die große und wuchtig wirkende Kulisse wurde mit wechselndem Lichterspiel, passend zum jeweiligem Lied, mal mehr, mal weniger ausgeleuchtet. Als dann ein wenig später auch noch ihre Tochter Lena zur Begleitung und zum Solo herauskam, war eine große Überraschung gelungen. Mit ihren alten Erfolgen wartete Mouskouri dann doch bis zum Schluss und machte ein Medley daraus. Witzig – bei „Lieder, die die Liebe schreibt…“, hatte sie dann doch einen kleinen Text-Hänger.

Aber, im Zeitalter von Selfies schien das Geburtstagskind doch sehr empfindlich zu sein, was Fotos betrifft. Denn gleich zu Beginn ihrer „Inszenierung“ bat sie das Publikum, nicht auf die Auslöser der Handys oder kleinen Fotoapparate zu drücken. Nur, daran hielt sich keine Sau. Auch nach mehrfacher Ermahnung nicht: „Was hatte ich gerade gesagt…, keine Bilder…!“, fauchte sie energischer durch das Micro.

Nicht so streng, liebe Nana! Wer weiß, wie lange man noch Gelegenheit dazu hat.

Auf Wiedersehen und komm´ bald wieder…