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Von arrogant über elegant bis coool – meine MBFW-Woche

(M)Ein irrer Fashion Week Talk der Modewoche in Berlin:
Der gesamte Rummel, das Drumherum um die Fashion Week Berlin (E-Werk, Greenshowroom, PREMIUM) ist so uninteressant geworden, wie nix. Trotzdem war auch diese Modewoche in Berlin ereignisreich. Nicht zuletzt wegen der tollen Shows von Marcel Ostertag, IVANMAN, dem fruchtigen Fashion-Cocktail by Lena Hoschek und Rebekka Ruétz, sowie Marina Hoermanseder.
Warum der große Hype vorbei zu sein scheint, lest ihr weiter unten:

Model-Profi und Gewinnerin GNTM 2018 Toni Dreher-Adenuga wird von der Security am E-Werk aufgehalten und gecheckt: „Halt, wo solls denn hin…“? Toni: „Zu den Proben von Lana Müller!“

Einfach cool und eigenwillig.
Sich aus dem ganzen MB-Rummel herausgehalten und immer eigene Locations gesucht und gefunden, hat immer Marcel Ostertag. Daher sind seine Show´s, die früher im Admiralspalast stattfanden, voll heiß begehrt. Dieses Mal hatte sich der Profi, nach seinen Mode-Ausflügen nach New York, zurück nach Berlin und mit einem tollen Männer-Debüt besinnt, auf die Dach-Terrasse des Westin geladen, auf der wir uns wie in einem TeslaModel X 100D, also wie ein König fühlten: „Heute wird es eine ganz besondere Präsentation…!“, begrüßte er sehr aufgeregt seine Gäste, auch mit Umarmungen. Und das stimmte. Die Show war atemberaubend und aufregend zugleich, für jeden was dabei! Bei einem traumhaft/warmen Sonnenuntergang passten die Farben der Stoffe wie ein Gedicht zusammen. Danach sorgte die entspannte After Show-Party mit den richtigen Drinks dafür, dass sich alle über den gelaufenen Abend austauschten.
Danke, Marcel. Du bist fantastisch!

Marcel Ostertags Show und seine neue Herren-Kollektion auf dem Dach des Westin war einfach traumhaft schön.

Bei Rebekka Ruétz kann man nie was falsch machen. Sie rockt, wie immer, ihre Shows mit knalliger Musik. Dazu schweben eher ihre Models, wie Engel ein. Wenn ich jedes Jahr in ihre Welt eintauche, vergesse ich alles um mich herum. Mit MAKE LOVE GREAT AGAIN, der neuen Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2019 von rebekka ruétz, ist wie eine wunderbare Liebesgeschichte, die unsere Stimmung beflügelt und die Endorphine fließen lässt. Lest meinen Bericht dazu hier:

BERLIN, GERMANY – JULY 03: Nina Schwichtenberg, Karin Teigl and Viktoria Heiler attends the Lena Hoschek show during the Berlin Fashion Week Spring/Summer 2019 at ewerk on July 3, 2018 in Berlin, Germany. (Photo by Matthias Nareyek/Getty Images for Lena Hoschek) *** Local Caption *** Nina Schwichtenberg, Karin Teigl, Viktoria Heiler

Einfach toll und immer herzhaft – Unser Mode-Liebling Lena Hoschek, zu deren Shows regelmäßig auch Marcel Ostertag auftaucht, hat sich dieses Mal viel buntes ausgedacht. Mit TUTTI FRUTTI ist ihr Mode-Erlebnis, welches wieder an frühere Zeiten angelehnt war, ein Fashion-Cocktail aus lebendigen Farben, tropischen Motiven und fruchtigen Prints. Carmen Miranda mit ihrem weltbekannten „Tutti-Frutti Hat“ vor bunt gestreiften Häusern an den Uferstraßen der portugiesischen Costa Nova versinnbildlichen die Designs. Lest alles dazu hier

Ich hätte ALDI angezogen, Riccardo steht auf LIDL! Dazu die Schnallenhose von Marina Hörmanseder, die sogar Lady GAGA trug. 

DAS hat mich erschrocken:
N bissle assi und aggressiv/grob dagegen geht´s vor Ort mit dem schwarzen Vogel bei MARINA HOERMANSEDER zu und ab, sodass ich zwei Tage später davon noch ´nen kurzen Blechbüchsen-Tinitus auf der rechten Ohrseite aushalten musste. Blogger scheinen hier keine Chance mehr zu haben, ihre Mode zu sehen, obwohl es genau so propagandiert wird. Mit: „…der kommt hier auf dieses Event nich´ rein…“, und beim Nachfragen, ob noch ein Ticket übrig wäre, werden sie dann an den Armen aus der „Gefahrenzone“ gezogen. Mit sowas müssen Influencer hier leben. Einige, die es allerdings geschafft hatten, reinzukommen, waren Rolfe Scheider und seine Begleitung, sowie Riccardo Simonetti, der da sagte: „Diese Show war einfach klasse, Colors, dieser Look – das ist das Beste, was ich seit langem gesehen habe…“ Ach ja? Muss er ja auch sagen, wenn er schon diese Schnallen an seinem Leib trägt, oder?
Lest meinen kleinen Erlebnisbericht dazu hier.

IVANMAN ließ sich für seine coole Show feiern.

Besser drauf:
Wer dagegen viel bessere Laune hatte, war IVANMAN! Zum ersten Mal sahen wir seine irre Show, in der die männlichen Models wie in Zeitlupe erstarrt den Catwalk herlangwandern. Dazu schafft er mit nur einem Song, der ungefähr 20 Minuten immer wieder in Dauerschleife läuft, eine relativ stumpfe Stimmung und Atmosphäre dazu, die richtig gut zu seinem Label passt. Nicht schlecht! Das hat premiernal voll getoucht! Lest zu der neuen Kollektion alles dazu hier:

Toni by Lana Müller.

Und auch bei Lana Müller, auf die ich mich besonders freute (letztes Jahr zeigte sie lockere Sommer-Kleider über den Dächern des Alex (ich berichtete)), ist die Erwartung immer groß, wenn ich mich ankündige. Auf ihrer Show durfte Toni Dreher, die Gewinnerin von GNTM 2018 laufen. Heidi Klum hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Denn einen Tag zuvor, als Toni zum Proben geladen war, erkannte sie die Security nicht und ihr Kommen musste erst einmal komplett rückversichert werden: „Halt! Wo soll es denn hingehen??“ Toni: „Zu den Proben, ich bin gebucht…!“
Solange machte sie Selfies mit ihren Fans, lächelte diese Peinlichkeit elegant auf den Bildern weg, denn die, ihre Zuschauer, haben sie sofort erkannt.
Aber dann, nach dem Missverständnis, war sie da – und wie!!!
Lest alles dazu hier:

Lena Hoschek nach ihrer Show.

Die Partys waren lau, selbst die PREMIUM hat nichts mehr zu vergeben. Das ist wirklich arm. Dienstagabend hätte ich zwar noch zu Dandy Diary in das Dungeon reinschauen können, zum VOGUE-Event in die Galerie oder ins Kater Blau. Aber ja, dann wären meine Modetage dahin gewesen. Klar, it´s Fashion Week, aber irgendwann muss das Akku wieder aufgefüllt sein…
Das war meine Sicht der Dinge in Berlin. Die Frage ist, ob es sich das auch im Winter wieder lohnt, Mode zu schauen…?

Warum der große Mode-Hype Berlin vorbei scheint:

Der Zug ist abgefahren…!“, sagt ein Insider zu mir. Gemeint ist das Ableben der Modewoche in Berlin. Wie kann man nur zeitgleich zur Fashion Week Paris Termine ansetzen, wo doch klar ist, das alles dann dort hinwandert!? Aber nicht nur das wertet die mittlerweile bedeutungslose Klamotten-Messe des Landes ab.
Es sind 32° C in der Hauptstadt und schrille, kesse Typen laufen teilweise in Berlin herum. Doch die City hat keine Stars mehr, noch nie wirklich welche gehabt. Außerdem – Der bunte Rummel um die Shows herum ist fast völlig eingeschlafen. Zwar lässt Mercedes Benz wieder einige Mode-Puppen tanzen, aber den richtigen Kohl macht das Ganze wohl (noch) nicht fett. Während zu Bürgermeister Wowereit-Zeiten noch das Zelt am Brandenburger Tor für ein wenig Glamour sorgte, sind die Ersatz-Locations, wie Eisstadion oder das Kaufhaus Jandorf am Ende voll gefloppt und waren keine Dauerlösung. Immerhin gab es dort von den letzten Sponsoren noch Getränke, Sekt und Wasser für jedermann for free, heute musst du dir alles mitbringen, damit du bei der Hitze nicht verdursten musst. Dann gab es nach dem Komplett-Wegfall des Hauptgeldgebers Mercedes Benz im Winter 2018 das totale Lange-Wege-Lange-Gesichter-Chaos, welches dafür sorgte, dass Show-Termine nie und nimmer eingehalten werden konnten.

Jetzt ist wieder ein wenig mehr Ruhe eingekehrt. Echt verwirrend – Vor, oder besonders nach den Shows sind Besuche im Café des E-Werkes nicht wirklich erwünscht, sondern eher lästig. Wenn man sich ein Weilchen dort aufhält, ein Wasser zu sich nehmen will und bloggt, fragt sich die Security entsetzt, was man denn so lange da tun könne und wird tatsächlich angezählt…

Und das, was jetzt kommt, hört sich wirklich fast schon wie Ostzone an: „Früher waren wir mit der FW in Berlin noch sexy, heute sind wir noch nicht mal mehr das und haben davon gar nichts mehr…“, sagt Maren Gilzer, die es ja als (Halb-)Berlinerin wissen muss und erklärt noch, dass sich viele Designer wegen dieses Hickhack´s zurückgezogen haben. Im Klartext heißt das noch ergänzt, dass die Hauptstadt nur noch arm ist.

Aber die, die da waren, ließen sich bei über 30°C in kurzen Röckchen oder sogar Oberkörperfrei sehen. Mal sehen, ob sich das Modegucken auch im Winter wieder lohnt…




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