Heißer Städte-Trip – Lost in Amsterdam zur Gay-Pride Nr. 1

Holland – Amsterdam zur Gay Pride 2015.
Jährlich schwimmt die wohl bekannteste Schwulen-Parade Europas durch die Kanäle Amsterdams! Ob lesbisch oder nicht, hier trifft sich alles. Was das Original vom Abklatsch des „CSD“ in Hamburg unterscheidet, lest ihr hier…

X Die ganze Stadt riecht nach Gras! Der penetrant strenge Duft steigt wirklich (fast)
X aus jeder Ecke in die Nase. Hier ist selbst an der frischen Luft das Passiv-Rauchen
X nicht unmöglich, gegen das man sich kaum wehren kann. Da hift´s ehrlichweise nur, selbst an den Joints zu ziehen. Nicht, dass ich das tun würde, jedoch ist das wahrscheinlich genau der Grund, warum die Holländer in ihrer Feierhauptstadt immer und ewig so gut drauf sind. Diese City scheint das Wort Entspannung erfunden zu haben, so voller Herzlichkeit und irgendwie lieblich kommen die Niederländer daher. Dagegen kann die (angeblich) „schönste Stadt der Welt“!!!???, wie die Hansestadt Hamburg fälschlicherweise genannt wird, echt anklappen, ja, sich sogar ´ne gewaltige Scheibe davon abschneiden!

Sicher, vielleicht kommt diese angenehme und natürliche Wesensveränderung durch die grün-braunen Züchtungen, die allerwelts angebaut werden und mit denen die Oranjes immer noch ihren legalen Status der Verwendung genießen dürfen, nicht jedem recht. Jedoch wen stört das schon, wenn das Ergebnis ein so stimmiges ist? Ich vertrage dieses Zeug ja überhaupt nicht. Nach einem Bierchen ist bei mir Schluss. Das Interessante ist es jedoch, zu beobachten, wie begehrt die Sachen dort sind und das jeder sie an jeder Ecke bekommen kann. So wurde ich auf (fast) jeder zweiten Brücke angesprochen: „You need Koks..? Hello? No Koks…?“ Für mich ist das nichts und probieren werde ich diese Pulverchens ebenso nicht.

X Amsterdam ist eine andere und eigene Liga. Die absolute Schrillheit der
X vergangenen Jahrzehnte haben wohl beide Konkurrenten verloren, aber schon die
X Verlagerung der beliebtesten Parade der Schwulen und Lesben von der Straße (wie beim CSD) auf das Wasser hat eine Besonderheit, die es so nicht noch einmal geben dürfte. Der Charm der Kanalgrachten ist unschlagbar, durch welche der farbenfrohe Boot-Korso verläuft! Und das macht die ganze Sache zu einer besonderen. Die Schiffsaufbauten sind teilweise echt gigantisch und haben schon einen Hauch von brasilianischem Karnevals-Flair. Denn hier trifft sich alles, was zeigen will, ´schaut her, wir sind nicht totzukriegen`!

X Nach der Parade geht die Party auf der Straße und in den Clubs weiter. Hier wird so
X ausgelassen gefeiert, als wenn die Welt total in Ordnung wäre, es kein Morgen
X gäbe. Und so verloren wir auch sein mögen, irgendwann in diesem Getümmel, zwischen dem Rotlicht-Milieu und den Graskneipen – in der Shischa-Bar „Lost in Amsterdam“ findet sich jedoch jeder wieder ein, denn dieser Treffpunkt ist totsicher. Hier kann man in aller Ruhe erstmal ne Pfeife rauchen, seine Freunde benachrichtigen und die ganze Nacht on bleiben…

X Genau zu dieser Zeit steigen die Preise in Amsterdam ins Unermessliche. Ob Taxi,
X Hotels oder Essen und besonders (nicht-)alkoholische Getränke, die mal eben in
X einem der Kioske oder Kneipen zum Mitnehmen erworben werden können – hier schnellen in einer utopischen Art und Weise die Forderungen in die Höhe. Wer sich jedoch vorab richtig erkundigt und um Alternativen bemüht, bekommt auch für den kleinen Geldbeutel ordentliche Unterkünfte und Verpflegungen.

Amsterdam ist eine Reise wert, nicht nur zur größten Canal-Parade Europas, die Gay-Pride! Die Stadt mit den gefühlt meisten Brücken der Welt hat einen Scharm, der unvergleichlich ist. Aber auch für alle anderen Bedürfnisse ist hier gesorgt. Irgendwie ist dieses Stück Freiheit größer, als in einigen Ländern im Rest von Europa.