Billige Kleidung auf Kosten der Natur und Gesundheit

Kleiderproduktion auf Kosten der Gesundheit und der Lebensgrundlage?
Ist GRÜN gleich Nachhaltigkeit? ZDFInfoDoku zeigte die interessante Doku: Dirty Fashion, die, wenn mann sie sieht, doch sehr zum Nachdenken anregt und mich persönlich geschockt hat!

Diese Bilder haben verstört, ja, wenn nicht zerstört – Wie der Sender zeigte, werden Schuhe unter Verwendung hoher Schadstoffe hergestellt, giftige Substanzen verwendet. Der permanente Preiskampf soll daran mit Schuld sein, dass die Modebranche heute immer noch extrem egoistisch handelt, um Gewinne zu erzielen.

Kleidung zu kaufen hat eine therapeutische Wirkung: es macht glücklich und setzt das Belohnungssystem in Gang. Aber wie gesund ist die Produktion der Kleidungsstücke, wenn dieser Industriezweig der zweitgrößte Umwelt-Verschmutzungsindikator der Welt, gleich nach Erdöl und Co. kommen soll?

Mode aus Kambodia?

Wie funktioniert Armut durch Baumwollproduktion?

Von China bis Bangladesch trägt die Modebranche zur Wasserknappheit bei. „Nachhaltigkeit und Kleidung ist ein riesen Widerspruch insich!“, sagen nicht nur kritische Aktivisten, die genauer hinschauen, wie und wo Kleider hergestellt werden. Denn – Klamotten sind so preiswert, wie noch nie, jeder kann sie sich leisten. Bei Aldi, Lidl und Co., also in den Discountern, bekomme ich alle Hemden und Hosen für jeweils das Stück 10,-€. Da macht das Billig-Shoppen richtig Spaß, denn die Qualität stimmt. Meistens, nicht immer.

Kambodscha stand wegen der unkorrekten Arbeitsbedingungen der Näherinnen lange unter Beobachtung. Schließlich sind dort schon Gebäude eingekracht, in denen Näherinnen unter nicht immer korrekten Bedingungen arbeiten mussten. Die (negativen) Auswirkungen aber in der Welt sind weitaus größer. Es wird in Europa, Nord-Rumänien und auch in Indien produziert, durch Herstellung der Rohstoffe viel Wasser verwendet und der bleibende Dreck einfach in die Flüsse geleitet. Durch die Baumwollproduktion in Kasachstan sind die Hauptflüsse des Aral Sees nach Usbekistan umgeleitet worden, um die Herstellung und Züchtung sicherstellen zu können. Innerhalb von vier Jahrzehnten ist der See dadurch verschwunden. Infolge hat sich das Klima verändert, das Grundwasser in einen Salzsee verwandelt und die Baumwollfarmen sind durch mehr Wind- und Sandstürme in eine Wüste verwandelt worden, die jetzt die Pestizide durch Wind verteilen, die damals versprüht wurden und sich auf den Boden abgelagert hatten. Viele vor Ort Lebende erkranken an Tuberkulose, haben Schlaganfälle, Bluthochdruck, Krebs durch die schlechte Lebensqualität…

Fast Fashion kann sofort konsumiert werden, solange sie zu haben ist. Aber wie viel Wasser für eine Jeans oder ein T-Shirt verwendet wird, ist katastrophal. Der Kopenhagener Modegipfel hat versucht, Gegenmaßnahmen vorzustellen und ließ einige „Pioniere“ zu Wort kommen:

Wie kann ich besser?

Ein Levis-Verantwortlicher dazu: Es werden alte Kleidungsstücke zerkleinert und in Fasern verwandelt, die der Baumwolle ähneln. So werden neue Sachen hergestellt. Außerdem arbeiten wir daran, ohne Wasser produzieren zu können…

Der Fluss Citarum in Indonesien ist seit wenigen Jahren in den Schlagzeilen, weil er der schmutzigste See der Welt sein soll. Früher wurde darin gebadet, heute ist daran nicht zu denken. Chemische Reaktionen sorgen dafür, dass kein Sauerstoff mehr vorhanden ist: Quecksilber, Cadmium, Blei sind Bestandteile des Wassers, welche nicht nur das Gehirn schädigen kann…

Mode schlägt Moral? Die WDR-Doku (oben) zeigt noch einmal auf, wie Arbeitsbedingungen sein können. Jetzt wird versucht, Hersteller durch Influenzer und Follower dazu zu bringen, umzudenken. Ob das gelingen wird…?