EMMA. – Zum Tee mit Kaffeeklatsch ab 05.03. im Kino

Darf ich einmal zum Tee und damit Kaffeeklatsch der reichen Oberschicht bitten? Und zwar in die Oberschicht, die sich „nur“ um die wichtigsten Bälle und das dazugehörige Outfit zu diesem Anlass zu kümmern hat, dabei brennendste Themen austauschen muss, wer sich wem den krassesten Gefühlen zu untergeben haben könnte, um auch die/den letzte/n unter die Adels-Haube zu bringen!

LONDON, ENGLAND – FEBRUARY 12: Anya Taylor-Joy attends the „Emma.“ photocall at The Soho Hotel on February 12, 2020 in London, England. (Photo by Dave J Hogan).

Meine Fresse, was für eine Welt, in der EMMA. Zuhause war. Sicher, einem gewissen Adel + mindestens gutem Vermögen vorausgesetzt, ist es zu verdanken, so ein Leben führen zu können. Aber bitte verzeiht es mir, wenn ich während des Tee´s jedoch irgendwann in meinem weichen Kuschel-Sessel für ca. 10 Minuten weggenickt bin und der eher belanglosen Gespräche nicht durchweg und ununterbrochen folgen konnte, die einmal sogar mit ein wenig Witz aufgelockert worden sind, als es am Nachmittag beim Lesen eines Buches in einem der „Freizeitzimmer“ doch ein wenig an den Beinen mit einem Windzug unangenehm zu werden schien, sofort alles in Bewegung gesetzt wurde, um dem entgegenzuwirken. Denn irgendwie beruhigte mich diese Wohlfühl-Oase so sehr, dass sich die Augenlider wegen dem sich gleichbleibenden „Spannungsbogen“, den es nicht gibt, immer müder wurden. Denn alles ist in Ordnung, in diesem ehrenwerten Hause: keine Räuber, immer gutes Essen, keine Skandale. Was damals unangenehme Geschichten dann doch sein könnten, sind heute eher echte Lachnummern…

LONDON, ENGLAND – FEBRUARY 12: Johnny Flynn and Bill Nighy attend the „Emma.“ photocall at The Soho Hotel on February 12, 2020 in London, England. (Photo by Dave J Hogan).

Anya Taylor-Joy spielt

…ihre Rolle durchaus vorzüglich. Man achte auf die Haltung, die Kleider und die total einstudierte Kopfhaltung + -bewegung. Sie zeigt eine bestimmte Arroganz, die die ganze Schicht nicht nur optisch widerspiegeln zu scheint, lebt dieses Leben vor der Kamera so, sodass man es ihr abnehmen möge, dass Emma der Reichtum (nicht) zu Kopfe gestiegen zu sein scheint. Denn mit ihrer Klugheit schafft sie es sogar, eine ihrer Freundinnen zu verkuppeln, die nun durch das Zutun ihrer Menschenkenntnis glücklich in eine Ehe gestolpert ist…

LONDON, ENGLAND – FEBRUARY 12: Anya Taylor-Joy, Johnny Flynn and Bill Nighy attend the „Emma.“ photocall at The Soho Hotel on February 12, 2020 in London, England. (Photo by Dave J Hogan).

Die Story

England, Anfang des 19. Jahrhunderts: Die junge Emma Woodhouse, schön, klug und reich, führt in ihrem verschlafenen Ort unangefochten die bessere Gesellschaft an – und niemand hat dabei eine höhere Meinung von ihrem Charme, Stil, Witz und Klavierspiel als sie selbst.

Weit und breit gibt es keine attraktivere Partie als Emma, aber merkwürdigerweise ist ihr der Richtige einfach noch nicht begegnet. So verbringt sie ihre Zeit damit, andere zu verkuppeln, allen voran ihre Freundin Harriet. Aber trotz Emmas unbegrenzten Vertrauens in ihre Menschenkenntnis laufen ihre wohlgemeinten Intrigen schief. Die ausgesuchten Liebhaber beißen nicht an, unstandesgemäße Nebenbuhler tauchen auf, und schließlich muss sich sogar Emma selbst ungewollter Avancen erwehren.

Die Verfilmung von Jane Austens zeitlosem Klassiker ist Gesellschaftskomödie, Romanze und Charakterstudie zugleich. In der Titelrolle der Emma brilliert Anya Taylor-Joy (The Witch, Split) als junge Frau, die nach vielen Umwegen schließlich auf ihr Herz hört und die Liebe entdeckt, die sie die ganze Zeit direkt vor Augen und doch konsequent übersehen hatte …

Fazit

Ich wünsche ab dem 05.03.2020, bei diesem Gang in die Teestube viel Zeit mitzunehmen und weiterhin viel Vergnügen beim Ausloten (un)interessanter Themen…