Kuba: Die Pizza beim Italiener für 3,-€

Kuba: Von Mangel oder Krise keine Spur – Erlebnisbericht eines Deutsch-Kubaners

Kuba: „Von Krise ist hier keine Spur..!“ Entgegen aller Meldungen von Mangel und kein Strom, würden hier die E-Mini-Busse auf und ab fahren, gleich neben den Straßenkreuzern, die die Einwohner wie eh und je von A nach B bringen. Für kleines Geld. Sprit würde privat verkauft, sei ausreichend vorhanden und von zehn auf zwei,-€ der Liter im Preis gesunken.

Alfredo (Name des Einheimischen geändert) hat sich schon vor einem Jahr Cellular-Platten auf sein Dach legen lassen. Die nutzen, laut jetztigem Stand der Technik nur was, wenn die Sonne tatsächlich brennt. Wenn, wie es gerade der Fall ist, überwiegend Wolken wegen der Regenzeit dominieren, bringt die Stromproduktion verdammt wenig. Dann wackelt auch das Internet…

Kuba: „Von Krise jedoch keine Spur“ – Erlebnisbericht

Keinen kümmert das Wetter. Es sei, wie es sei. Aus den offenen Fenstern der vorbeifahrenden Karren dröhnt satter Reparto-Beat, vermischt mit Raeggaton und schallendem Gelächter und dem Klirren dicker Biergläser.

Ein Erlebnisbericht meines Deutsch-Kubaners, den ich täglich per WhatsApp erreiche, macht die Lage deutlich. Er schildert Anfang Oktober 2026, wie easy und spannend es gerade dort ist. Von April habe sich bis jetzt gar nichts geändert, meint er.

Erlebnisbericht meines Deutsch-Kubaners: „Alles cool hier, ehrlich…“

Der Himmel über Guanabo hängt tiefgrau wie nasser Zement, und eine feuchte Brise peitscht immer mal wieder die Gischt über die Avenida Primera. Eigentlich klassisches Wetter, um sich drinnen zu verkriechen. Eigentlich. Und nicht schlimm, nicht an den Strand gehen zu können.

Kuba:.Von Mangel auf den Straßen nicht nur im April, auch im Oktober keine Spur…

Warum Kuba noch interessant sei

Glaubt mein Deutsch-Kubaner, der derzeit vor Ort in den Tag lebt, doch immer noch an die „Große Liebe“ der Karibik-Frauen, gibt die Hoffnung nicht auf, ne Perle zu finden. Doch die meisten derer jedoch, dürften nur an Abzocke denken und Moral spiele schon lange keine Rolle mehr, ist aus den Fidel-Köpfen der Achtziger, als sogar noch Geld, Graffiti und Kontakt zu Touris verboten waren, also die sozialistische Mentalität noch was wert war, längst aus den Genen herausgewachsen sein. Trotzdem ist er also auf der Suche nach ewiger weiblicher Zuneigung, die er wahrscheinlich nur noch hier bekommen könne, meint der. Aufgeben sei deshalb keine Option. Weil diese Suche jedoch gefährlich ist, unsere Erlebnisse mit den erfolgreich durchgeführten Überfällen gegen Reisende immer noch allgegenwärtig sind, sind die Warnlampen immer an!

Kuba: „Volle Clubs und Restaurants – Keine Rede von Stillstand!“

„Die Clubs sind voll, die Restaurants ebenso.“, sagt der Mann am Telefon. Er sitzt unter dem Vordach eines Cafés, das Glas voll dunklem Rum, Eiswürfeln und einem Spritzer Limette, und schaut auf das Treiben der Straße. Wer die internationalen Schlagzeilen über Kuba liest, hat Bilder von Stillstand, endlosen Schlangen und gähnender Leere im Kopf. Doch hier, zwanzig Minuten östlich von Havanna, scheint jemand das Drehbuch einfach umgeschrieben zu haben.

Denn von Krise, Mangel oder Katerstimmung fehlt auf diesem Streifen Asphalt jedenfalls heute jede Spur. Keinen kümmert außerdem das Wetter. Aus den offenen Fenstern der vorbeifahrenden Karren dröhnt satter Reparto-Beat, vermischt mit Raeggaton und schallendem Gelächter und dem Klirren dicker Biergläser.

Direkt gegenüber des Cafés, in dem gerade André sitzt, füllt sich der Italiener bis auf den letzten Tisch. Hübsche KellnerInnen balancieren Platten mit fangfrischem Tunfisch, Paella, Fette Teller mit Nudelgerichten, gegrilltem Schweinefleisch und Bergen von Muscheln und Krabben durch den Laden, während draußen der Nieselregen einsetzt. Sie hätten ihre Kontakte, um immer an alle Waren zu kommen, die sie bräuchten, will es mein Deutsch-Kubaner wissen.

Kuba: Das Leben läuft einfach weiter

Ein paar Meter weiter, vor dem Club, der eigentlich erst um Mitternacht voll sein sollte, bildet sich schon am frühen Abend eine Traube aus Leuten in blitzsauberen Fake-Sneakers, kurzen Kleidern und nachgemachten Designer-Caps. Schließlich sind es immer noch über 30°C. Vor der Tür parken auf Hochglanz polierte Ladas, neben schrottig aussehnde 50er-Jahre-Chevy-Klassiker und ab und an ein erstaunlich moderner SUV. Drinnen, im Club, sitzen Chicas, nippen mit Strohhalmen an ihren Cocktailgläsern. Gleichzeitig zucken die LED-Leuchten durch den kleinen Strahl an Kunstnebel, die Bässe drücken bis auf die Straße. Den Laden kann man also nicht überhören.

Einfach eine andere Welt

Guanabo lebt in seiner ganz eigenen Zeitzone. Es ist diese surreale kubanische Dualität: Während andernorts das Leben ein täglicher Kraftakt ist, scheint hier noch eine Art an purem Hedonismus zu toben. Die bekannte kubanische Mentalität, die von Heute nicht bis Morgen denken kann, bricht, und das seit Jahrzehnten, voll durch. Als gäbe es kein Morgen mehr, oder zumindest kein Gestern – so wird das Leben Tag für Tag erneut zelebriert.

„Ich nehme noch einen Schluck Rum, während die Bässe aus dem Club die Fensterscheiben vibrieren lassen. Der Himmel mag grau sein, aber die Nacht hier ist gerade erst warmgelaufen…“, sagt mein Deutsch-Kubaner und feiert einfach weiter, auf der Kommunisten-Insel…