Oscar®-nominiert! Das LEHRERZIMMER: Konflikte, Dramen, Vertrauen, Erziehung

Hamburg-Premiere war im Mai 2023: DAS  LEHRERZIMMER – Konflikte, Dramen, Erziehung. Regisseur İlker Çatak äußert sich dazu per Handy-Call und sagt zu der „Vor-Nominierung“ zum OSCAR: „…Füße still halten… und hoffen…!“ 

DAS LEHRERZIMMER hat es erst auf die Oscar®-Shortlist geschafft, und ist jetzt nominiert. Am 10. März 2024 wird das Ding in Los Angeles verliehen. Damit ist das Werk über den Mikrokosmos Schule von einer von 15 Kandidaten, die für den besten internationalen Film bei den Oscars 2024 vornominiert waren, jetzt gesetzt. Wer es dann tatsächlich unter die letzten Fünf schafft, das entscheidet sich am 23. Januar 2024. Wir drücken weiterhin die Daumen!

Ich schaute zur Hamburg-Premiere von „Das Lehrerzimmer“ mit der Hauptdarstellerin Leonie Benesch, die Carla spielt, vorbei und talkte mit den Schauspieler:Innen.

Was diese krasse Geschichte bei uns erwirkte, warum sie mich wirklich bewegte und weshalb einige Lehrer diesen Film nicht sehen woll(t)en…:

Nach fünf LOLAs jetzt der Auslands-Oscar?: Die Freude ist riesig, DAS LEHRERZIMMER von İlker Çatak wurde mit sagenhaften fünf Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet: Die Goldene Lola gab es für den Besten Spielfilm, Ingo Fliess, eine Lola für die Beste Regieİlker Çatak, sowie wurden Johannes Duncker und İlker Çatak für das Beste Drehbuch geehrt. Leonie Benesch erhielt für ihre großartige schauspielerische Leistung den Deutschen Filmpreis für die Beste weibliche Hauptrolle und Gesa Jäger gewann eine Lola für den Besten Schnitt.

Wer braucht denn schon diese arrogante Berlinale, um diesen Film sehen zu können? Viel cooler ist doch eine HH-Premiere. Er ist in 4:3 gedreht worden, was sich zunächst „erst“ während des Schnittes entschied: „Wir wollten damit unsere Zeit als Kinder in der Schule deutlicher machen…!, sagt der Regisseur İlker Çatak.

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Das Lehrerzimmer-Hamburg Premiere: Regisseur İlker Çatak kann sich zur OSCAR Nachricht kaum vor Anrufen retten. Das Thema: Es brennt in den ganz normalen Klassen und auch in den Schulen. Genau das hat der Filmemacher deutlich gemacht: „Klar, ich freue mich über diese Nominierung, aber es ist nur eine VorNominierung und deshalb halten alle erstmal die Füße still…, machen kein großes Fass auf und hoffen…!“

Das Lehrerzimmer – Die Hamburg Premiere: „ICH brauche keinen Film über meinen Alltag!“

Es geht nicht nur ums Klauen. Was da losgetreten wird, zieht einen Schneeball-Effekt nach sich. „Rassismus, Beschuldigungen und vieles mehr“ können schnell zu Verurteilungen führen. Wer wurde nicht schonmal bestohlen oder war selber Handlanger? Wenn das sogar unter dem Kollegium passiert, kann das eine echte Krise auslösen. Besonders dann, wenn das Opfer den Täter damit konfrontiert. Außerdem geht es dabei um Vertrauen, Scham, das Miteinander, Konfliktbewältigung. Auf der anderen Seite geht es nur noch darum, Personen klein zu machen! Wie verhält man sich dann und das sagt dann alles über einen Charakter aus.

Ich komme selbst aus einer Lehrerfamilie. Und all diese Werte, die versucht wurden, in uns hineinzuprügeln, sind keine, wenn man sie nicht umsetzt. Es geht schon damit los, dass ich das zu verschenken habe, was ich alleine gut finde. Ob das nun dem anderen ebenso gefällt, oder nicht, war damals nicht zu erfragen. Empathie war eben kein Thema.

Ich fragte also mal aktuell in meinem Teacher-Kreis umher und wollte wissen, ob denn auch alle brav diesen Film schon gesehen haben oder noch werden. Eine dazu: „NEIN, ich werde ihn nicht anschauen!“ Grund? „All´ diese Geschichten kenne ich aus meinem wahren Schul-Alltag, da brauche ich nicht noch nen Film darüber.“

Hamburg-Premiere: Das Lehrerzimmer. Das Titelbild auf der Leinwand + der fast gesamte Cast…

Verarbeitung eigener Gefühle

Was den Film betrifft, ist diese Geschichte nah am Leben dran und glaubwürdig umgesetzt. Die Dinge können völlig aus der Kontrolle geraten. Besonders dann, wenn auch die Schülerzeitung dieses Dilemma aufgreift. Sich dabei schlecht fühlen, das Blut in den Adern zum Kochen bringen – das passiert, wenn andere den einen in die Enge drängen. Mit dem Körper an der Wand stehen, wenn sich die Rollen vertauschen und darunter wieder andere leiden müssen, ja, sogar von der Schule gefeuert werden. Das ist der Stoff, mit dem Lehrende konfrontiert werden. Den saugte ich, fast schwitzend, in meinem Kinosessel hineingedrückt, wie ein Schwamm auf. Zeitweise ploppten dabei, wie in einem Hologramm, Erinnerungen auf, die reale Szenen aus meiner Kindheit abspielen ließen. Traumatisierend ist es, dass diese seelische Gewalt Spuren hinterlässt und schwer zu verwischen ist…

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Hamburg-Premiere: Das Lehrerzimmer: Leonie Benesch gibt Autogramme am Red Carpet…

Mit DAS LEHRERZIMMER in der Hamburg Premiere gelingt dem…

preisgekrönten Regisseur İlker Çatak (ES GILT DAS GESPROCHENE WORT) ein elektrisierendes Werk über den Mikrokosmos Schule als Spiegel unserer Gesellschaft. Leonie Benesch („Der Schwarm“, DAS WEISSE BAND) kreiert durch ihre fesselnde Darstellung einer jungen Pädagogin, die mehr und mehr zwischen die Fronten gerät, eine dichte Atmosphäre, die von Anfang an in den Bann zieht. Anhand ihrer Geschichte hinterfragt der Film auf kritische Weise unsere aktuelle Debattenkultur und entfacht somit eine grundlegende Diskussion rund um Wahrheit und Gerechtigkeit. In den weiteren starken Rollen sind u.a. Eva Löbau und Michael Klammer zu sehen. Kamerafrau Judith Kaufmann (CORSAGE) zeichnete für die eindringliche Bildgestaltung verantwortlich.