rebekka ruétz: Model zur Fashion Week Berlin

rebekka ruétz: Masken, Darkness, kleinere Locations und wenig Empathie

Was ist bloß mit rebekka ruétz zur Fashion Week Berlin in 2026 los? Zum ersten Mal hatte die Designer nicht geladen, weil die Locations kleiner werden und nur noch Beauties dort Platz zu finden scheinen und der Media Riser zum Mini-Stufen-Podest degradiert wird. Auf ihrer Laufrunde nach der Darkness-Präsentation schien es, als wolle sie sich mit Handherzen und verlegenem Lachen für das entschuldigen, was jetzt kommt:

Das Modewochenende wird immer unbedeutender, immer karger und somit kleiner. Die vermeintlich letzten Stoff-Kreateure der „alten Stunde“ verlassen die ehemalige Mode-Hauptstadt und ziehen nach Paris. Was übrig bleibt ist nicht viel.

Hier ist ein Analyseversuch von „LILITH„, der Show von rebekka ruétz unter dem Aspekt der „Dark Aesthetics“:

Ihre Shows sind selten leise, doch wenn das Licht schwindet und die Atmosphäre ins Düstere kippt, entfaltet ihre Ästhetik eine ganz eigene, fast schon beklemmende Dynamik. Die minimalistischen Lichtkegel machen das Fotografieren, auch für die teuren Kameras, komplett schwierig.

Ein kritischer Blick auf eine solche Inszenierung offenbart das Spannungsfeld zwischen modischer Rebellion und der Gefahr, im Schatten der eigenen Inszenierung zu verschwinden.

rebekka ruétz: Model auf Show „LILITH“ auf Fashion Week Berlin 2026…

​Die Inszenierung: Schatten als Designelement

​In einer Modenschau mit extrem dunklen Lichtverhältnissen, welches zur Mangelware wird und damit zum wertvollsten Gut, sind Normen gar nicht mehr greifbar. Ruétz nutzt diese Verknappung oft, um die Silhouette in den Fokus zu rücken. Wo Details im Schwarz versinken, müssen die Schnitte für sich sprechen.

Der Effekt: Die Models wirken wie urbane Nomaden, die aus dem Nichts auftauchen. Das verstärkt den „Edgy“-Charakter der Marke. ​Das Risiko dabei kann sein, dass, wenn das Licht zu diffus oder zu schwach ist, geht die handwerkliche Qualität, das Spiel mit Texturen und Materialbrüchen, für das Ruétz bekannt ist, verloren. Der Zuschauer sieht nur noch Schemen, keine Mode.

​rebekka ruétz: Materialität im Zwielicht

​Rebekka Ruétz ist eine Meisterin des Materialmixes. In einer dunklen Umgebung verändert sich die Wahrnehmung der Stoffe fundamental:

Der Strukturverlust der groben Strickelemente oder feinen Prints, die bei Tageslicht Tiefe verleihen, wirken in der Dunkelheit oft flach oder wie eine undefinierte Masse. Die ​Farbpsychologie von Ruétz setzt oft auf gedeckte Töne, unterbrochen von Signalfarben. Im Schatten verlieren Nuancen wie Khaki oder tiefes Blau ihre Eigenständigkeit und verschmelzen zu einem Einheits-Anthrazit…