David Bowie: Doku zum zehnjährigen Todestag

David Bowie: Zum zehnjährigen Todestag ne neue Doku

David Bowie hätte am 8. Januar 2026 seinen 79. Geburtstag gefeiert. Doch in diesem Jahr markiert das Datum einen noch bewegenderen Achtungspunkt:

Heroes never die: Zum 10. Todestag des Ausnahmekünstlers, der sich am 10. Januar jährte, gedenken wir. Ich habe als Musik-Blogger und Experte schon einen Haufen an Konzerten, Alben und Neuerscheinungen rezensiert. Dass ich jedoch nie auf einem Konzert des Londoner war, das bereue ich bis heute. China Girl, Lets Dance und weitere Songs hätte ich gerne live performt gesehen…

Da tröstet vielleicht diese mega Handmade-Performance, als der mehr als gereifte David Bowie seine ganze Hitpalette als Headliner auf dem Glastonbury Festival 2000 spielte! Wow, diese Frisur, die irre Klamotte und seine Stimme, die angeblich noch wegen einer Kehlkopfentzündung angeschlagen sein sollte, war sowas von fenomenal und klar, das man da gar nicht wegschauen und -hören konnte!

Die Blu-ray von Absolute Beginners, dem Film, der in frühen Fünfzigern in England spielt und in dem sich Sade und David Bowie die Musik-Acts nur so zuschieben, ist ebenso ein Tipp. Eine Rolle spielt das Genie auch im Drogen-Streifen Christiane F., die seinen Live-Gig in West-Berlin besucht…

David Bowie: Doku zum Todestag

ARTE würdigt nun dieses Jubiläum mit einer neunzigminütigen Doku, die weit über die üblichen Archiv-Glückstreffer hinausgeht. Und das ist genau das Interessante. Mit ner neuen Zusammenstellung in „Bowie – Der letzte Akt“ geht’s in die Vergangenheit seiner Karriere und die ständige Veränderung seiner Person.

Denn während sich alle anderen mit einer erfolgreichen Show durch das gesamte Musik-Leben gaunern, weil’s ja live läuft, macht es Robert Jones, so sein richtiger Name, anders und lässt nach jeweils einer kurzen Zeit seine gerade eben existierende Figur noch auf der Bühne sterben. „Neuerfindung“ ist hier das Stichwort, so blöd es aus der Szene auch klingen mag…

​Wie David Bowie seinen Abschied zur Kunst machte

Andererseits habe ICH habe sein letztes Album nicht gehört, es nur kurz angerissen, weil es, dieses Thema, zu schwer angesetzt war und es zu brutal reinzieht. Es gibt wohl kaum einen Künstler, der sein Verschwinden so präzise, so radikal und so ästhetisch inszeniert hat, wie David Bowie.

Die Gegenwart mit einem Echo

​Warum Bowie heute, im Jahr 2026, noch immer so präsent ist, hat eine Antwort, die in seiner beispiellosen Wandlungsfähigkeit liegt. Er war der Vorreiter für alles, was heute in der Popkultur als modern gilt, machte die Aufhebung von Geschlechtergrenzen sichtbar, die Verschmelzung von Mode, Film und Musik begreiflich sowie den Mut zum ständigen Identitätswechsel tabulos.

​„David Bowie – Der letzte Akt“: Ein Blickwinkel

​Die neue Dokumentation von Jonathan Stiasny, die ARTE anlässlich des 10. Todestages präsentiert, setzt genau hier an. Es konzentriert sich mit The Final Act auf das letzte kreative Jahrzehnt.

​Der Film scheint außerdem mit dem Bild des unnahbaren Gottes aufzuräumen. Er zeigt einen Bowie, der nach den eher schwierigen 90er Jahren und einem Herzinfarkt 2004 fast völlig von der Bildfläche verschwand, nur um mit The Next Day (2013) und schließlich Blackstar eines der spektakulärsten Comebacks der Musikgeschichte hinzulegen.

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Die menschliche Seite von Bowie beschreibt einen Künstler, der witzig, verletzlich und absolut kompromisslos war. Als er um sein Ende wusste, entschied er sich, die verbleibende Energie nicht in Abschiedsschmerz, sondern in reine Innovation zu stecken.

Der Tod wird mit einer Performance herausgearbeitet, die/die in der Stiasnys Doku hervorgehoben wird, als Bowie seine Krebserkrankung selbst vor engsten Vertrauten verbarg, um das Werk für sich sprechen zu lassen.

​Fazit:

​Zehn Jahre ohne den „Starman“ haben die Lücke, die er hinterlassen hat, nicht schließen können. Sie hat verdeutlicht, wie groß sein Einfluss auf die moderne Popkultur wirklich war.

Die ARTE-Doku schafft es, den Mythos zu ehren, ohne ihn im Kitsch ersticken zu lassen. Sie ist eine Einladung, den späten Bowie neu zu entdecken, wie es zum Beispiel die Serie Stranger Things tut; Künstler der Achtziger oder eben auch einen Mann zu finden, der am Ende seines Lebens keine Angst vor dem Abgrund hatte, sondern ihn einfach in Sternenstaub verwandelte…