Konzert des Jahres 2023: Bruce Springsteen: Der Boss im Stadion Hamburg

Bruce Springsteen live: Konzert in Hamburg 2023 – einige Konzerte abgesagt, nicht nur die in Philadelphia. Der Musiker musste auf 2024 erneut krankheitsbedingt verschieben. Es sollen „Magengeschwüre“ sein, die behandelt werden. Was er hat, ist nun bekannt. Wie es ihm geht? Sie seien untröstlich…, heißt es. Wann werden verschobene Konzerte nachgeholt werden können?

Jetzt postete der Boss einen Mini-Konzert-Mitschnitt aus seiner Europa-Tournee:

So war mein zweites Mal mit dem Boss

19 Juli 2023. Ist es, nach mehr als 35 Jahren immer noch so, wie es 1988 in der DDR war, als dieser Held unsere Friedens- und Freiheitsbotschaft verkündete?
Alles aus der Front of Stage, ganz nah dran an den Fans.

Bruce Springsteen in Hamburg: Der Boss spielte knapp drei Stunden…

Bruce Springsteen: So war 2023 Konzert in Hamburg – Der Boss spielte knapp drei Stunden

Braune Lederschuhe, Blue Jeans und ein kurzärmliges Hemd – mehr an Mode braucht er nicht, um seinen Typ zu unterstreichen. Seine Fitness ist mit nicht einem Gramm an Bauchansatz hart, seine Stimme stabil. Wie alt ist der jetzt eigentlich? „Macht euch nicht kaputt, hört auf euch und lasst es euch immer gut gehen!“, appelliert er an uns. Dazu wird die Story um seinen Freund aus der Jugend-Band erzählt, der viel zu früh starb.

Seine Band ist einfach großartig und krass cool. Die machte ebenso die Stimmung aus. Die Fans in der ersten Reihe bekamen schon nach einer Stunde Wasser gereicht. Zwar hielt das Wetter, ebenso war die angekündigte Bullenhitze ausgeblieben.

Lest auch: Sooo skandalös war das Drumherum beim Rolling Stones Konzert in Hamburg

Bruce Springsteen live in Hamburg 2023. Der Boss bewegte sich ganze zwei Mal in Richtung unserer Seite. Überwiegend wählte er jedoch die andere. Immer wieder ließ er sich dort von den Fans feiern, was ich nur von der Ferne aus beobachten konnte…

Sound, Setlist, Feeling – Sooo war das Konzert mit Bruce Springsteen

Der Boss verzichtet auf technischen Schnickschnack, hat eine große Bühne hinstellen lassen und ein paar LED-Wände dran gemacht. Das reicht, um 50 000 Leute anzulocken, die „Born in the USA“ (wurde nicht gespielt) und andere Hits mitsingen. Dabei schwingt er seine Vintage-Gitarre, die aussieht, als wenn sie schon 50 Jahre auf n Buckel hat und brüllt seine Voice ins Micro. Der Sound ist ok, mehr nicht. Die Setlist war mit 20 + 6 Songs vollgestopft. Mit dabei No Surrender, Letter To You, The River und Becouse The Night. Bei Dancing In The Dark drehten dann alle völlig durch und ließen die Handys mitlaufen. Was zu bemängeln wäre, ist, dass Springsteen nur ganze zwei Mal auf die linke Seite der Stage wanderte und gefühlte Hundert auf die andere. Das hat mich schon geärgert!

Bruce Springsteen in Hamburg: Der Boss spielte knapp drei Stunden. Die Leinwände…

Der Boss: Sooo spontan kam ich doch noch an mein Front of Stage One-Ticket

Völlig spontan fuhr ich mit dem Rad doch noch ans Volksparkstadion ran, um ein Ticket zu ergattern. Das klappte, wie immer, wunderbar. Ein Schotte hatte eines in der Tasche, weil seine Frau wegen einem Hitzschlag im Hotel bleiben musste. Meine Chance zuzugreifen. Und so stand ich erneut und plötzlich in der front of stage one 😀… Krass!

Lest auch: Bruce Springsteen und sein Album „Letter To You“ landete in Top 5 

Bruce Springsteen live in Hamburg: Der Boss sahnte richtig ab…

Der Boss: Erinnerungen an 1988, sein größtes Konzert in der Ost-Zone, werden immer wieder wach

Große Erinnerungen wurden plötzlich in mir wach, die damals die Welt bedeuteten. Denn das erste Konzert mit dem Boss erlebte ich in der Ostzone, und zwar 1988, ebenso in der ersten Reihe. Es waren die offiziellen Gegenkonzerte zu den Gigs am Brandenburger Tor, die schon 1987 3000 Ostdeutsche Hörlustige an die Mauer lockte und für großen Unmut sorgten. Dort spielten auf der Westseite Pink Floyd, Michael Jackson und Co…

Lest auch: Sooo cool war das Tokio Hotel Konzert in Hamburg

Bruce Springsteen in Hamburg: Der Boss spielte knapp drei Stunde lang und die Fans saßen Huckepack…

In Berlin Weißensee, allerdings, war plötzlich ein Jahr später das möglich, was Jahrzehnte verboten war; Musik vom Klassenfeind auf der Bühne. Es durften bis dahin für uns unerreichbare Bands auftreten. Und zwar genau zur selben Zeit, als zu Pfingsten erneut Stars am West-Berliner Reichstag Gas gaben.

200 000 Fans kamen zu Bruce Springsteen, damals, nach Ost-Berlin, als der Boss sein größtes Konzert spielte. Und er traute sich zu verkünden, dass er sich wünschte, das die Mauern fallen mögen. Das war UNSER Woodstock des Ostens, die Mutter aller Festivals im adoptiertem Kommunismus und zwar kostenlos oder für grade einmal zehn Mark in Blechwährung, wohlgemerkt!

Bruce Springsteen: Mit E Street Band live in Hamburg 2023. Der Boss schüttelt immer wieder die Hände seiner Fans…

Fazit: Der Boss spielte knapp drei Stunden – Bruce Springsteen Konzert Hamburg

Heute, in Hamburg, kostet die Front of Stage 132,-€. Das geht noch in Ordnung, bedenkt man, dass zuvor in den USA ganz andere Preise angeschlagen wurden.

Was für mich wichtig ist, war zu erfahren, ob es immer noch wie vor 35 Jahren ist, dieses Unerreichbare nochmals zu erleben, was ein Kribbeln auslöste. Und genau das tat es nicht. Dennoch danke ich jeden Tag für diese Freiheit, dabei zu sein, bei jedem Auftritt, wenn ich es denn will…

Würde ich es deshalb wieder tun…? Ich weiß es nicht. Mit der Front Row waren wir alle auf jeden Fall dichter dran, als bei den Rolling Stones, welches Konzert mit reichlich Skandalen behaftet war…