Mit dem Musical „WIR SIND AM LEBEN“ möchten wir erinnern, welches wir, nach der angekündigten Verlängerung, endlich auch gesehen haben. Es ist ihr erstes vollständig selbst entwickeltes Musical, eine Geschichte über Familie, Freiheit und das Lebensgefühl im Berlin der frühen 90er Jahre.
Wir sind am Leben im Theater des Westens…
Zurückdenken an die, die gegangen sind. „Und an das, was man nicht vergessen darf…“ OK, unter dem Motto verstehe ich auch die Szenenschnippsel, in denen immer wieder und plötzlich hineingeworfene Themen wie AIDS, WG mit Schwulen und Lesben und Häuserbesetzungen bearbeitet, die mit Songs gestreckt werden.
Wir sind am Leben im Theater des Westens…
Wer dazu zur damaligen Premiere Volle Kanne gesehen hatte, wird dem Plausch von Peter Plate und Ulf Leo Sommer über dieses Stück, gelauscht haben.
Peter Plate und Ulf Leo Sommer im Talk in der Vollen Kanne zu neuem Musical…
Jammern auf hohem Niveau: Wir sind am Leben
Denn, auch wenn es leiser geworden zu sein scheint, um AnNa R. – Ein Denkmal wird damit sicher alle Male gesetzt. Nicht aus Stein, sondern aus Musik, Geschichte und Gefühl. Was ich mir dabei jedoch gewünscht hätte, wären klarere gesprochene Dialoge, professionellere Gesangsstimmen und einen noch sauberen Sound, um im Altbau der Neunziger voll abgehen zu können. Und vielleicht hätte man das Stück deshalb auch um ne halbe Stunde kürzen können.
Das sind die Erfolgsproduzenten
Peter Plate und Ulf Leo Sommer: Nach den Erfolgsmusicals, die wir als Medien teilweise mit gefeiert hatten, wie „Ku’damm 56“, „Ku’damm 59“, „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ und zuletzt „DIE AMME“ wagten sich die beiden Theater-Macher nun an ihr bislang persönlichstes Projekt. Und es funktioniert und wurde, wie schon oben erwähnt, bis ins Jahr 2027 verlängert.
Wir sind am Leben – Das Berlin Musical kam im März 2026 in das Theater des Westens…
Die Story: Darum geht’s im Musical
Berlin, 1990. Das Jahr, das nicht nur eine Stadt, sondern auch das Leben der Geschwister Nina, Mario und ihrer Mutter Rosie komplett auf den Kopf stellt. Die Mauer ist gefallen, die Ordnung verschwunden und das Chaos, welches wir übrigens nicht nur in Ost-Berlin selbst erlebten, beginnt.
Nina und Mario fliehen aus Wittenberg in die Hauptstadt auf der Suche nach sich selbst, nach Musik, nach einem anderen Leben. In einem besetzten Altbau, dem „Konsum Hoffnung“, finden sie Anschluss an eine liebenswerte Gemeinschaft, die ein improvisiertes Sorgentelefon betreibt. Mario verliebt sich in den kubanischen Tänzer Nando, Nina träumt von einer Karriere als Popsängerin in einer Stadt, die lieber Techno hört.
Fazit
Wenn ich einmal technisch, in allen Belangen, hervorragende Musicals wie „Zurück in die Zukunft“ als Vergleich heranziehe, kann ich diesen Hype um dieses Stück echt nicht nachvollziehen. Ja, es ist natürlich der emotionale Hinterhrund und die Songs von AnNa R. und das minimalistische Bühnenbild, welches von den ProtagonistInnen selbst rauf und runtergeschoben wird, welches echt klasse ist. Es sind am Samstagabend doch einige Plätze frei, was normalerweise diese Sex-, Lesben- und Aids-Themen nicht verdient hätten. Sie waren in den Neunzigern zwar da, allerdings ist diese zweitklassige Umsetzung erschütternd. Micros fallen aus, oder werden abgedreht, ganze Sprachsalven werden so verschluckt. Das hat mich echt verwirrt…
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