Elvis Costello 2023 in Hamburg: Viele verließen die Elbphilharmonie nach einer halben Stunde

Elvis Costello live in Hamburg – gefühlt ein Fünftel der Besucher verließen die Elbphilharmonie, schon nach nur einer halben Stunde! 

Das schockierte schon ein wenig, Ende September und wir staunten darüber nicht schlecht. Wie kann das sein, bei diesem Niveau in dieser Location? Schon bei der Rest-Kartenvergabe an der Abendkasse vermutete man schlimmeres und erfragte, ob man Costello überhaupt kenne, wie ich es mir dann berichtet wurde. Vermutlich würden viele nur die Möglichkeit nutzen wollen, kurz mal eben hier zu sein, um sagen zu können ‚Ich war drinnen, dabei und habe alles gemacht‘. Eine weitere Theorie soll die Lautstärke gewesen sein.

Elvis war nur einen Tag zuvor bei Ute Lemper dabei, erzählte unterdessen und zwischen den ersten Songs von seinen neuen Erlebnissen in Hamburg, als er die Hansestadt zwei Tage zuvor erreichte: „Es ist schön, wieder zurück zu sein!“ Denn es ist nicht das erste Mal, dass der Meister da war. Alte Storys über die Große Freiheit 36 schlossen sich an. Eine seiner angesteuerten Sehenswürdigkeiten, die ihn total flashten, war das Miniatur Wunderland. Das visitierte ja sogar Rod Stewart undercover, als der schon vor Jahren in die City vorbei schaute: „Was für ein crazy place…“, meinte Elvis kopfschüttelnd dazu. Und der Erzählfaden wurde weitergesponnen. Es geht durch eine Song-History, die sich genau zwei Stunden hinzieht. Die Zugaben waren schon inclusive. Ein Abgang und Licht sofort an: Das war es.

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Elvis Costello and Nieve in Concert in der  Elbphilharmonie in Hamburg…

Elvis Costello live in Hamburg: So war das Konzert

Eigentlich war dieses Konzert ein wirklich harmonisches, Steve Nieve und Elvis Costello. Diese Zwei-Mann Show, die fast nur von einem Piano und wechselnden Gitarren lebt, ist irgendwie beeindruckend. Irgendwann schaltet Elvis ab und an eine Soundmaschine dazu, legt sie drunter, um einen klaren Rhythmus aus der Konserve zu haben…

Elvis Costello ist einmal wahnsinnig gut drauf, echt gefühlvoll und dann wieder irgendwie abstrakt. Der Sound ist es ebenso. Zwar ziepte der anfangs ordentlich, das regelte sich jedoch mit der Zeit. Aus der Kuppel hängen Boxen-Bündel, die uns in der 15. Ebene voll erwischen. Je länger das Konzert außerdem dauert, desto besser und klarer wird die Stimme des 69-jährigen. Seine emotionalen Liebes-Lieder sind so vereinnahmend, dass ich teilweise Gänsehaut bekomme.

Daher verwunderte es, dass schon nach einer halben Stunde einige Hundert den Großen Saal verließen. Hinter mir reihenweise leere Sitze! Und das für 75,-€ in dieser Kategorie? Irgendwie unverständlich. Denn dieser Gig war ausverkauft.

Für mich ist diese Sache jedoch abgehakt, von meiner To Do Liste. So, wie es auch bei Bruce Springsteen war – einmal live gesehen und gut ist’s. Denn keiner weiß, wie lange das noch gut gehen wird – so oder so.