Blu-ray Tipp: BEAT STREET – Winter-Tanzfilm von HARRY BELAFONTE

Blu-ray-Tipp: BEAT STREET von HARRY BELAFONTE.
ES geht um Winter, Weihnachten, Graffiti, KOOL DJ HERC, ROCK STEADY CREW, MELLE MEL, NEW YORK CITY BREAKERS und noch mehr Straßen-Mucke aus der Bronx in den 80-ern – Es ist, wie ein Herzschlag – BEAT STREET!

In Corona-Zeiten werden alte Filmschätze wieder aus den Schränken geholt, die auch in den 80-ern noch über Zelluloid auf den Leinwänden liefen und in den 2000ern auf Blu-ray gepresst worden sind. Kein Streaming-Dienst hat diese, mittlerweile edlen Werke, je in seinem Programm. Und einer dieser Besonderen Streifen ist dieser hier:

Die BRONX in den 80-er Jahren inmitten von Bandenkriegen

…und Gewalt: Wenn es Nacht wird, bricht das Hip-Hop-Fieber aus. Rapper battlen sich mit schnellem Sprechgesang, Graffiti-Sprayer toben sich an U-Bahn-Waggons aus, und in den Clubs liefern sich DJ´s und Breakdancer wilde Tanzeinlagen: „BEAT STREET„, der von Harry Belafonte im Jahre 1984 mitproduziert wurde, ist trotzdem einer der krassesten Filme, indem es um Musik, Liebe und Street-Style geht.

Es war zu einer Zeit, als es noch keine Handys gab, Internet, Facebook und Insta nie programmiert waren, da vertrieben sich die Kids die Zeit noch mit Tanzen. 

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Graffitis an den New Yorker U-Bahnen – in BEAT STREET geht es um die Musik, illegale Kunst und Liebe.

Der Sound, das Bild, die Syncro

Auf English und in DTS HD-MASTER Audio lässt sich der Film echt erleben. Aus den alten Klängen wurde echt maximales herausgeholt.
Das Bild ist ebenso HD nachgeschärft worden und die deutsche Syncro ist einfach extra gruselig und verzerrt sogar den Sinn einer ganzen Satzfolge so sehr, dass man nur staunen kann.

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BEAT STREET von Harry Belafonte – Rückseiten Cover.

Dieses schöne Musik-Film-Werk BEAT STREET, einer tollen Produktion von HARRY BELAFONTE und DAVID V. PICKER, mit interessanten Extras, wie ein Tanz-Kurzfilm auf der Scheibe. KOOL MOE DEE, DJ JAZZY JEFF und AFRIKA BAMBAATAA lassen grüßen. Ohne Gewalt, einfach nur Musik, Kunst und Liebe in den Ghettos New York´s – SO wünscht man sich doch die Welt!

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Kurz-Auftritt von DJ JAZZY JEFF in BEAT STREET von Harry Belafonte – auf Blu-ray ein Dance-Hit!

Die Entwicklung zur Story:

Die Parallelen zum Sozialismus: Graffiti, Breakdance, Armut – Die Story hinter diesem grandiosen Meisterwerk, ließt sich wie ein Märchen:

Der amerikanische Sänger Harry Belafonte hatte in der DDR den höchsten Anerkennungsstatus, den sich ein Künstler in der Ostzone erarbeiten kann. Mit seinen Friedensaktionen, die er weltweit veranstaltete, erntete der Schwarze auch bei den Roten Genossen höchstes Ansehen. Umso verunsicherter waren sie, als der in New York geborene plötzlich mit einem Break-Dance-Film um die Ecke kam.

Als er jedoch erklärte, dass diese Geschichte hauptsächlich das Leben schwarzer Minderheiten in der Bronx, also einem Stadtteil seiner Heimatstadt, widerspiegeln sollte und das Wichtigste zum Überleben die Musik sei, versuchten auch die Machthaber des Sozialismus das zu verstehen und ließen gleich, ein Jahr nach Produktion, „Beat Street“ in den DDR-Kinos, nur für kurze Zeit, und nur im Socialism-Cut, laufen.

Es ist, wie ein Herzschlag – BEAT STREET von Harry Belafonte – Screenshot. 

Blu-ray BEAT STREET HARRY BELAFONTE – DIE Mutter aller Break-Dance Filme

Denn womit sie nicht gerechnet hatten, war der sofortige Kultstatus und die Bedeutung, die die Jugend dem Ganzen gegeben hatte. Ab diesem Zeitpunkt wollten alle nur noch eines – Tanzen!

Dazu brauchte man die Musik aus dem Film, für Zuhause, zum Üben, zum Hören und Mitgestalten. Also machten sich die Härtesten der Harten mit ihren aus Plaste zusammengebauten Stern-Kassettenrecordern aus dem Ost-Hause RFT (die DDR-Technik-Fabrik-Schmiede), die es in der Regel zu den alljährlich veranstalteten Jugendweihen, als Anerkennung und Geschenk der Familie gab, wenn er gewünscht wurde, auf den Weg in die Kinos. Die 1,50 Ost-Mark, die der Eintritt kostete, hatte noch jeder in der Tasche, weil Kunst/Kultur meistens vom Staat gefördert wurde. Die Jünger schnitten dann per Kassette den Ton des ganzen Movies oder nur die Musikpassagen mit. Die Qualität war natürlich fragwürdig. Aber anders war die Mucke nicht zu bekommen, es sei denn, die Jugendsendung DT46 stellte sie in ihrem einstündigen „Duett“ in schlechtem Sound vor.

BEAT STREET von Harry Belafonte. Die coolen KASSETTENRECORDER von gestern sind die Streaming-Dienste von heute!! Wer so einen in der Ost-Zone hatte, der wurde bewundert, alleine schon wegen der kleiner gewordenen Magnetbänder-Technik, die bis zu 90 Minuten pro Seite aufnehmen konnte…

So schäbig es in den bewohnten

…Ecken der Ghettos New York´s zur damaligen Zeit auch ausgesehen haben mag, auf CUBA stinkt es auf und in den Straßen heute immer noch nach Dreck und Müll. Und wer das größte Maul hat, hat IMMER RECHT! Die Zwangs-FDJ-ler juckte es damals wenig, denn sie fanden sich in dieser Geschichte alle wieder. Die DDR war ebenso marode, weil das ganze System wirtschaftlich komplett am Boden lag. Und damit ging die Rechnung der Parteifunktionäre, die dafür verantwortlich waren, welche Filme in den sozialistischen Kinos laufen durften, welche nicht, nie auf. Die wollten uns nämlich zeigen, wie schlecht es doch den Menschen im Kapitalismus geht. Das Lebensgefühl und die Art von Freiheit, welche damit jedoch in unsere Heimat transportiert worden ist, wollten nun auch alle hier, im eigenen Land haben und leben. Diese graue Triste sollte nämlich auch aus unseren verrotteten Häusern verschwinden.

Zähneknirschend erlaubte die Führung Tanzwettbewerbe ala „BEAT STREET„, stufte noch schnell den Stil als eine Kunstform ein, bevor sie jedoch relativ zügig gegensteuerte, die Aufführungen des Filmes in den nie klimatisierten Vorführhäusern stoppte.

Den Tanz-Boom jedoch, den konnte sie nicht mehr aufhalten…

Blu-ray BEAT STREET von HARRY BELAFONTE – Der Film

Die Mutter aller Tanzfilme – In „Beat Street“ kommt es nicht auf die eher dürftige Handlung an. Das ist Nebensache. Jedoch kommt das ganze Werk von hinten bis vorne ohne Gewalt aus. Nicht eine Waffe wird gezogen, um eine nicht vorhandene Dramatik künstlich erstellen zu müssen. Alles ist friedlich, denn alle konzentrieren sich darauf, mit ihrer Musik oder Tanzstilen berühmt zu werden, leben nur auf das Wochenende hin, um wieder im Roxy, dem angesagtesten Club des Viertels, als DJ Platten aufzulegen, als neu gegründete Band auftreten oder sich im Battle als Breakdancer gegen andere messen zu können. Die Bilder und Gigs sprechen für sich. Peace! Genau das war die geheime Botschaft.

Außerdem wird aus Müll und Schrott Gold gemacht, gezeigt, wie aus Nöten auch Tugenden entstehen können. Das hätte die Zensur für die Ost-Version der Schauspielhäuser in den 80ern lieber cutten sollen, denn die Selbstkritik, die Harry Belafonte hatte, besaßen die starren Roten Socken nie.

Blu-ray BEAT STREET von HARRY BELAFONTE – Fazit:

Diesen Blu-ray Tipp BEAT STREET von HARRY BELAFONTE nenne ich mal wirkliche Kunst und Kultur! Bei mir läuft der Film seit Tagen rauf und runter. Diese Erinnerungen an die Zeit, die mehr als 40 Jahre zurückliegt, macht Spaß. Die Musik ist spitze, nicht zuletzt, weil das Bild voll und ohne Streifen ausschlägt und der Ton DTS HD Master 5.1 nachgearbeitet wurde. Hier haben die Restaurierer teilweise beste Arbeit geleistet.
Der Film bringts, die Anlage, die die Beats ausspuckt, freut sich über so viel Bass und glassklaren Sound!

Harry Belafonte´s „Beat Street“
2014 Bild und Ton neu bearbeitet
Erstproduktion 1984 in der Bronx von New York
2014 erschienen auf Blu-ray