KGB Schwerin: Anjelika Leonhard serviert den KGB-Salat

„KGB“ – Sowjet-Café mit Anweisung: „Kommen, Genießen, Bleiben“

Der „KGB“ ist zurück, und das als ein Sowjet-Café und Bistro von Anjelika Leonhard in Schwerin.
Die Wände erinnern an eine Art Sowjet-Magazin, in dem wir früher einkauften, die Lampen an der Decke haben so diesen Einheits-Touch und die Stühle sind noch sowas von Mitropa, nur dass sie jetzt teilweise gepolstert sind. Sogar das W-Lan Passwort hat was mit Putin zu tun.

Nachdem die Mauern Ende der 80-er von der Ost-Seite her niedergerissen wurden, entwickelt(e) sich auch hier eine Gastro-Scene, die sich teilweise auf die alten Zeiten besinnt: VEGGIE-FOOD, Salate, Bowl´s, Kuchen…
Ich bestelle zum Frühstück einen Gorbatschow & Honecker für zwei Personen. Das erinnert mich sogleich an den großen sozialistischen Bruder-Kuss der beiden Kommunisten, deren Bild ja heute noch in den Köpfen der Leute festklebt. Najaa, egal. Diese Betitelung auf der Frühstückskarte animiert jedenfalls dazu, sich mit Kaviar und Co. durch noch nicht vergessene Zeiten zu graben.

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Warme Äpfel, Rote Beete, Süß-POMMES – das ist der KGB-BOWL…

Im „KGB“ Sowjet-Café und Bistro von Anjelika Leonhard in Schwerin

Es hätte andererseits auch das PUTIN (Frühstück) sein können, auf dem sich Lachs mit Thunfisch toppt. „Alles was mit Fisch zu tun hat, bekommt seinen Namen, weil der Chef des Landes persönlich gerne angelt…“, meint Anjelika.

Da ich jedoch zum Mittag immer noch im „KGB“ sitze, als wenn ich von der Stasi verhaftet worden wäre, bestelle ich doch noch einen BOWL mit selbigem Namen: Warme Äpfel, Rote Beete, Süßkartoffel-Pommes und Salat – wat ´ne leckerer Mix…

KGB“ – Sowjet-Café in Schwerin. Einige Besucher versuchen wirklich auf Augenhöhe mit den Gastgebern zu sein und möchte auf Russisch bestellen. Neben mir sitzt ein Fremder, den seine Tochter mit hierherbrachte: „Ich lerne seit fünf Jahren diese Sprache!“ Holprig ordert er die Getränke in dieser und er wird verstanden.

Schaut auch mal auf die Website des KGB in Schwerin vorbei

Frühstück im KGB: „Gorbatschow & Honecker“? Das schlägt nicht politisch, sondern kulinarisch ein.

Was ich noch mit dem KGB in Verbindung bringe,

…sind Repressalien und Überwachungstechniken. Werden mich in den Hinterräumen auch Abhöranlagen und die dazugehörigen Mikrofone, die man früher unter den Tapeten langlaufen ließ, erwarten, um uns zu belauschen? Die dazugehörigen, an der Wand angebrachten Mini-Tonbänder, die hätte ich mir noch gewünscht.

Die Betreiberin Anjelika Leonhard lacht: „Nein, das ist nicht der Fall…“ Sie lebte in St. Petersburg, ist seit 25 Jahren in Deutschland, kommt aus dem Einzelhandel und hat natürlich den perfekten Bezug zu Russland. Auch sie kennt noch die Zeiten, in denen das Leben vorgeschrieben war.

KGB“ – So sieht die Sowjet-Location aus: Decken-Lampen, wie im Magazin, Bestuhlungen, wie in der Mitropa, nur gepolstert…

Café und Bistro von Anjelika Leonhard mit Sowjet-Touch. Warum also der Name KGB?
„Die Eröffnung am Freitag, den 13.08. war großartig. Die Location wurde in Handarbeit gefertigt und der Name hat keinen speziellen Bezug zum Essen. Ich bevorzuge eher internationale Küche, die fischlastig und ihren geselligen Ursprung in der UDSSR hat, gerne auch vegan ist. Damals gehörten wir alle zusammen; Georgier, Armenier, Ukrainer.
Besonders nach Corona wollen wir wieder leben und über das schmunzeln, was dieses Konzept bringt. Vorallem möchte ich die Liebhaber ansprechen…“

FAZIT

Das hat die Besitzerin geschafft. ICH bin gekommen, habe das Essen genossen, den Kaffee geschlürft und bin laaange geblieben!!!