Westbam Cover neu

Buch-Tipp: Mit WestBam durch „Die Macht der Nacht“

Ob Love-Parade, die Techno-Club-Szene in West-, später in Ostberlin – wer kennt sie nicht, die DJ´s, die die „Macht der Nacht“ waren! WestBam hat jetzt ein Buch darüber geschrieben, wie alles begann, warum er nicht nur aufgelegt hat und wie er diese ganze Szene erlebte…!

Denn WestBam war einer der Ersten, der in den frühen Achtziger nicht nur Platten auflegte, sondern auch mixte und damit die DJ-Kultur in Deutschland begründete! Für die erste Love-Parade mixte er 3 Tapes und in dem Film B-Movie wird gezeigt, wie der junge WestBam in Westberlin seine ersten Versuche mit den Reglern machte. Netterweise hat er das Material für die Doku freigegeben. Außerdem, was keiner wusste, spielte er Bass bei den Punkrockern von „Genialen Dilettanten“! Ja, der in Münster geborene hatte schon immer Interesse am Musikmachen.

Maximilian Lenz, so heißt er bürgerlich, gab sich schnell ein Pseudonym, welches sich aus der Kurzform von Westfalia Bambaataa und dessen Vorbild Afrika Bambaataa zusammensetzte. Er machte damals schon dass, was andere kopierten: scratchen mit dem Ellenbogen und selbst Songs produzieren.

Seit 1984 lebte das Talent in Wesberlin, schrieb sich sogar an einer Uni ein. Später wurde der Begründer der Mayday sogar als kleiner Rettungspilot gefeiert, allerdings mit nur bedingtem Erfolg. Denn der Radiosender DT 64, für dessen Erhalt das Festival gegründet wurde und erstmalig 1991 in Berlin-Weißensee stattfand, genau dort, wo 1988 die berühmten Gegenkonzerte zur Berliner Mauer zahlreiche West-Musiker anlockte, wurde trotzdem kurze Zeit später eingestellt. Er hatte einfach einen zu schlechten und sozialistischen Ruf. Die Demonstration lebte noch ein paar Jahre weiter  und förderte den Techno als Massenveranstaltung.

Kurzer Auszug aus dem Buch „Macht der Nacht“:

„Die neunziger Jahre beginnen mit einer Abschiedsszene.
Ich wachte auf und wusste nicht, wo ich gerade war und was ich hinter mir hatte. Der Kater war fürchterlich. Ich tastete mit der rechten Hand am Lattenrost entlang. Ein komisches Geräusch war zu hören…“

Irgendwie erinnert mich an das, was auch Kalkbrenner in seinem Film „Berlin Calling“ schilderte. Kam denn damals nicht ein DJ ohne irgendwelches Zeugs aus? Aber nein. Hier muss der Leser erst einmal Fahrt aufnehmen und reinkommen, in die Geschichten, die sein Leben schrieben…

Das Buch ist ein echter Tipp und ich habe es innerhalb eines WE´s aufgesogen, die Mucke ausgestellt und den TV nicht angeschaltet. Denn ich wollte wissen, wie der Produzent, DJ und Veranstalter tickt. Heute fliegt er mit seinem Privat-Jet um die Welt, um in ausverkauften Arenen seine Songs zu spielen. Und vielleicht werde ich ihn auch einmal besuchen, diesen genialen Menschen, der Musik so interpretiert, dass Millionen ihm folgen, egal, wo er sich gerade befindet…