FFHH´19 – mit Iran-Drama: „MORGEN SIND WIR FREI“

FFHH´19. 144 Filme, 55 Länder, fünf Kinos: Täglich bin ich auf dem Filmfest Hamburg unterwegs, um neue Movies zu entdecken, Interviews zu führen und Regisseure, Produktionen zu sehen, die vielleicht nie einen Verleiher finden…

Morgen sind wir frei

Mittwoch, Passage.
Nein, einige Regisseure scheinen wenig verstanden zu haben, denn – DAS ist kein DDR-Film! Wenn man sich die Zeit nimmt, so wie ich und sich diese Story aus der zweiten Reihe gibt, ist man mittendrin, im „Kalifat“ der Jetztzeit, ääh, der Achtziger.
Ob Teheran Tabu, einem Einblick in das wirkliche Leben des Verbots-Land, indem viele einfach um das Überleben kämpfen und illegale Geschäfte machen oder Mohammad Rasoulof, der seit seiner Rückkehr in den Islam-Staat verhaftet wurde und aktuell immer noch im Gefängnis sitzt – Das Iran-Thema ist für mich immer und besonders heute sehr brisant! Auch ich, als DDR-Flüchtling, kann genau nachfühlen, wenn Kopftuchpflicht, Musik- und Meinungsverbote nicht eingehalten werden und dann zu Knast oder Tötung führen. Die Grüne Revolution wurde leider jämmerlich niedergeschlagen, sodass sich das Volk NICHT befreien konnte, von Diktatur und Repressalien…

Die Hauptdarsteller von MORGEN SIND WIR FREI: Katrin RöverLuzie Nadjafi und Reza Brojerdi

Iran ist brandgefährlich

Dieser zeitlose Film kommt daher genau richtig. Mit Mini-Budget von ungefähr nur 1,5 Millionen € wurde dieses Drama, hauptsächlich in Köln gedreht. Gleich die erste Frage an den Hauptdarsteller: „Wenn ihr sowas macht, fahrt ihr dann noch in den Iran zurück?“ Reza Brojerdi: „Ja, klar, jede Woche…“, scherzt der Mann ernst. „Nein, ich habe vor dieser dunklen Macht zu viel Angst, außerdem bin ich einer, der seinen Mund nicht halten kann…“, ist dann doch die richtige Antwort. Auch seine Frau in der Geschichte, die Chemikerin Beate, Katrin Röver, ist in Wahrheit ein DDR-Kind und konnte sich daher unbedingt in diese Rolle hineinspielen…

Beide Hauptdarsteller aus Morgen sind wir frei. 

Die Story

Eine deutsch-iranische Familie aus der DDR sehnt sich nach Heimat und Freiheit und gerät 1979 in die Wirren der Islamischen Revolution. Das mitreißende Drama basiert auf einer wahren Geschichte. Iran, Februar 1979. Nach dem Sturz des Schahs fegt die Islamische Revolution über das Land. Die junge Chemikerin Beate (Katrin Röver) folgt ihrem Ehemann Omid (Reza Brojerdi), einem in der DDR lebenden, iranischen Dissidenten, in dessen Heimat. Doch nach der anfänglichen Aufbruchstimmung spitzt sich die Lage für Beate und ihre achtjährige Tochter rasch zu. Während die neue Revolutionsregierung sich immer mehr in ein gnadenloses Regime verwandelt, muss Beates Familie eine verhängnisvolle Entscheidung treffen.

MORGEN SIND WIR FREI war komplett ausverkauft. Er hat einen Verleiher gefunden und startet ab dem 14. November 2019 in den Deutschen Kinos. Und wir drücken alle Daumen, denn dieses Werk ist für den Art Cinema Award nominiert. Verdient hat er ihn!